Husten: Klassische Arzneimittel

Husten trotz Antibiotika

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Husten (Tussis) ist ein häufiges Symptom bei Infektionskrankheiten der Atemwege und auch bei chronischen Erkrankungen. Gegen Husten kann unter bestimmten Umständen Antibiotika eingesetzt werden. Allerdings hilft dies nicht gegen alle Formen von Husten.

Husten: Antibiotika (Einzahl: Antibiotikum) hilft nicht? Der Husten geht nicht weg trotz Antibiotika? Worin dies begründet liegt und welche alternativen Behandlungsmöglichkeiten herangezogen werden können, wird im Folgenden aufgezeigt.

Fakten zum Thema

Husten besteht meist im Rahmen einer Erkältung. Eine Erkältung ist eine durch Viren verursachte Infektionskrankheit. Im Rahmen dieser kann es durch das geschwächte Immunsystem zusätzlich zu einer Sekundärinfektion durch Bakterien kommen.

Antibiotika sind Medikamente, welche gegen Bakterien wirken. Je nach Wirkstoff und abhängig von der Konzentration des Medikamentes im Blut hemmt ein Antibiotikum das Wachstum der Bakterien (bakteriostatisch) oder tötet diese ab (bakterizid).

Die Gabe von Antibiotika ist nur dann sinnvoll, wenn zusätzlich zu der Erkältung eine bakterielle Superinfektion besteht. [1]

Biologischer Zusammenhang

Viren und Bakterien unterscheiden sich durch ihren Aufbau und ihre Eigenschaften voneinander. Bakterien besitzen an ihrer Oberfläche bestimmte Proteine (sogenannte Antigene), welche durch körpereigene Abwehrzellen (sogenannte Leukozyten) nach dem Schlüssel-Schloss-Prinzip erkannt werden können. Das Immunsystem kann so zwischen „eigenen“ und „fremden“ Zellen unterscheiden. Bei Erkennung von Krankheitserregern wird eine Entzündung generiert, in deren Rahmen die Keime abgetötet werden.

Viren sind viel kleiner als Bakterien und verstecken sich direkt nach dem Eindringen in den menschlichen Körper im Inneren der Schleimhautzellen von Hals-, Nasen- und Rachenraum. Dort sind sie zunächst weder dem Immunsystem noch den Antibiotika zugänglich. Die Zellen platzen, nachdem sich die Viren stark vermehrt haben. Damit gelangen Botenstoffe aus dem Zellinnenraum an die Oberfläche und lösen eine Entzündung aus. Je nach Lokalisation spricht man dann von einer Rhinitis (Nase), Pharyngitis (Rachen) oder Rhinopharyngitis (Nase und Rachen). [2]

Bestimmte Antibiotika wirken besonders gegen bestimmte Bakterien. Es gibt zwar einige Arten an Antibiotika, die gegen mehrere Bakterienarten wirken (sogenannte Breitbandantibiotika), allerdings haben diese häufig eine geringere Wirkung als speziell gegen bestimmte Bakterien wirksame Antibiotika. Bei einer schweren Infektion wird der Arzt versuchen, die ursächliche Bakterienart zu ermitteln. So kann ein spezialisiertes Antibiotikum verordnet werden. Wird ein falsches Antibiotikum verordnet, kann Husten allerdings auch trotz der Gabe von Antibiotika bestehen bleiben.

Basiert der Husten auf einer rein viralen Infektion, so ist das Antibiotikum ebenfalls wirkungslos und der Husten bleibt konstant bestehen. [3]

Tipps zur Vorbeugung

Wer unter einer Erkältung leidet, sollte versuchen, jeglichen Kontakt mit kranken Personen zu meiden. Gegen Husten bei einer Erkältung helfen meist einfache Hausmittel. Dazu gehören:

  • Dampfbäder mit Kamillenblüten
  • Inhalationen mit Kochsalz
  • Kräutertees
  • Warme Halswickel
  • Hustensirup
  • Halsbonbons

Husten, der länger als 3 Wochen besteht, sollte immer ärztlich untersucht werden. Bleibt Husten trotz Antibiotika-Gabe über mehr als eine Woche bestehen, ist ebenfalls ein Arztbesuch angeraten. [3]