Husten: Klassische Arzneimittel

"Wick" gegen Husten

© PantherMedia / Kasia Bialasiewicz

Das Wichtigste in Kürze

  • Hersteller: Procter & Gamble
  • Wirkstoffe: Dextromethorphan, Guaifenesin
  • Darreichungsform: Sirup, Lutsch-Pastillen
  • Rezeptfrei?: ja
  • Hilft bei: Husten

Husten (Tussis) ist ein häufig auftretendes Symptom bei Atemwegsinfekten, welches insbesondere im Rahmen von Erkältungskrankheiten in einer Vielzahl der Fälle auftritt.

Die meisten Atemwegsinfekte gehören zur Gruppe der Erkältungen. Sie kommen meist in den kalten Herbst- und Wintermonaten vor und sind neben Husten auch oft durch Schnupfen und einen mäßigen Anstieg der Körpertemperatur gekennzeichnet. [1]

Neben vielen anderen pharmazeutischen Herstellern ist auch Procter & Gamble mit der Marke Wick in diesem Segment vertreten und bietet 3 Produkte in Form von rezeptfreien Arzneimitteln mit der Indikation (Heilanzeige) Husten an, welche somit auch zur Selbstmedikation zur Verfügung stehen:

  • Wick Husten-Sirup gegen Reizhusten mit Honig / Wirkstoff: Dextromethorphan
  • Wick Husten-Pastillen gegen Reizhusten mit Honig / Wirkstoff: Dextromethorphan
  • Wick Husten-Löser Sirup mit Honigaroma / Wirkstoff: Guaifenesin. [2]

Medizinische Fakten

Wick bietet in diesen 3 Präparaten 2 unterschiedliche Wirkstoffe mit unterschiedlicher Indikation an: Dextromethorphan in der DarreichungsformSirup und als Lutschpastillen sowie Guaifenesin, welches ebenfalls als Sirup zum Einsatz kommt.

Dextromethorphan ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der Hustenstiller (Antitussiva) und wird zur Behandlung des Hustenreizes bei unproduktivem Husten (trockener Reizhusten) eingesetzt, während Guaifenesin zur Gruppe derschleimlösenden Substanzen (Sekretolytika) zählt und zur Erleichterung des Abhustens des meist zähflüssigen Bronchialsekrets angewendet wird.

Wirkungsweise bei Husten

Antitussiva wie Dextromethorphan gehören chemisch gesehen zur Klasse der Morphin verwandten Stoffe und unterdrücken den Hustenreflex durch Hemmung des sogenannten Hustenzentrums im Gehirn. Dextromethorphan unterdrückt den Husten so effektiv wie Codein, ein weiterer wichtiger Wirkstoff aus der Gruppe der Antitussiva, bietet jedoch gegenüber diesem Vorteile hinsichtlich der Verträglichkeit und des Nebenwirkungspotentials. Der Eintritt der Wirkung erfolgt nach 15 bis 30 Minuten; die Wirkungsdauer beträgt 5 bis 6 Stunden.

Sekretolytika wie Guaifenesin zählt man zu den Expektoranzien. Sie sorgen für ein erleichtertes Abhusten des Bronchialschleims, indem sie die Bildung des Bronchialsekrets fördern. Sie erhöhen die Produktion des Bronchialschleims. Dadurch entsteht insgesamt mehr Bronchialsekret und es wird flüssiger, so dass es sich dadurch leichter abhusten lässt.

Sie verflüssigen also den Bronchialschleim, indem einfach in Summe mehr gebildet wird, sprich die Mucus (Schleim) bildenden Zellen zur Produktion angeregt werden. Guaifenesin ist ein Pflanzenstoff. Der Wirkmechanismus ist nicht einwandfrei geklärt. Vermutlich wird die Bronchialsekretion durch eine Reizung der Magenschleimhaut über den Nervus Vagus (10. Hirnnerv) aktiviert.

Grundsätzlich ist zu beachten, dass eine Kombination von hustenstillenden mit schleimlösenden Mitteln vermieden werden sollte, da der dabei entstehende Schleim nicht abgehustet wird und so Komplikationen auftreten können. [3]

Anwendung & Dosierung bei Husten

Wick Husten-Sirup gegen Reizhusten mit Honig wird zur Behandlung desReizhustens bei unproduktivem Husten eingesetzt. Die übliche Dosierung fürJugendliche über 14 Jahre und Erwachsene ist: 3-mal täglich 15 ml, entsprechend 20 mg des Wirkstoffs; die maximale Tagesgesamtdosis beträgt 45 ml.

Er sollte ohne ärztlichen Rat nicht länger als 3-5 Tage eingenommen werden. Bei Kindern unter 14 Jahren sollte er aufgrund möglicher schwerer Nebenwirkungen nicht eingesetzt werden und stellt somit eine Gegenanzeige (Kontraindikation) dar.

Ebenso sollte eine Anwendung während der Schwangerschaft und Stillzeit nur nach strenger ärztlicher Abwägung von Nutzen und möglichen Nebenwirkungen auf Mutter und Kind erfolgen. Des Weiteren ist zu beachten, dass auch bei bestimmungsgemäßer Einnahme gelegentlich leichte Müdigkeit auftreten kann und dadurch das Reaktionsvermögen so weit verändert werden kann, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilname am Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt wird. Dies gilt in verstärktem Maße im Zusammenwirken mit Alkohol oder Medikamenten, die ihrerseits das Reaktionsvermögen beeinträchtigen können. [4]

Wick Husten-Pastillen gegen Reizhusten mit Honig werden ebenfalls wie zuvor genanntes Präparat zur Behandlung des Reizhustens bei unproduktivem Husten eingesetzt, da hier wie bereits erwähnt, der gleiche Wirkstoff in ähnlicher Dosierung enthalten ist, nur die Darreichungsform ist unterschiedlich.

Die übliche Dosierung bei Erwachsenen ist: bei Bedarf zwei Husten-Pastillen (entsprechend 14,66 mg des Wirkstoffs) alle 4 – 6 Stunden; die maximale Tagesgesamtdosis beträgt 12 Pastillen. Kinder von 6 – 12 Jahren: bei Bedarf eine Husten-Pastille alle 4 -6 Stunden; die maximale Tagesgesamtdosis beträgt 6 Pastillen.

Die Pastillen sollten intensiv gelutscht werden und nicht heruntergeschluckt werden und ohne ärztlichen Rat nicht länger als 3 – 5 Tage angewendet werden. Auch unter ärztlicher Verordnung sollten sie nicht länger als 2 – 3 Wochenangewendet werden. Für eine Anwendung während der Schwangerschaft und Stillzeit gilt hier ebenfalls die Beschränkung, dass das Präparat nur nach strenger ärztlicher Abwägung von Nutzen und Risiko aufgrund möglicher Nebenwirkungen auf Mutter und Kind zum Einsatz kommen sollte.

Bei Kindern wird bei dieser Darreichungsform (Pastillen) als unterste Altersgrenze 6 Jahre angegeben. Für Kinder unter 6 Jahren ist das Präparat aufgrund der Darreichungsform nicht geeignet. Auch die mögliche Beeinträchtigung der Verkehrstüchtigkeit ist hier, aufgrund der Wirkstoffgleichheit, wie bei dem zuvor genannten Arzneimittel gegeben.[[5]]

Wick Husten-Löser Sirup mit Honigaroma wird angewendet zur Schleimlösung im Bronchialbereich und zur Erleichterung des Abhustens bei Erkältungen und grippalen Infekten sowie bei Bronchitits. Die übliche Dosis ist: Erwachsene undJugendliche ab 14 Jahren sollten alle 4 Stunden bis zum Schlafengehen 15 ml einnehmen und insgesamt nicht mehr als 6-mal täglich. Die Selbstbehandlung sollte auf 3 – 5 Tage begrenzt sein und darf nicht länger als 2 Wochen hintereinander eingenommen werden. In der Schwangerschaft und Stillzeit darf dieses Arzneimittel nicht angewendet werden. Gleiches gilt für Kinder unter 14 Jahren. [6]

Nebenwirkungen & Wechselwirkungen

Wick Husten-Sirup gegen Reizhusten mit Honig:

Gelegentlich können Müdigkeit, Übelkeit, Schwindelgefühl, Magen- und Darmbeschwerden und Erbrechen als Nebenwirkungen auftreten. In sehr seltenen Fällen kann es zu Benommenheit, Halluzinationen und bei Missbrauch zur Entwicklung einer Abhängigkeit kommen.

Auf Ebene der Wechselwirkungen sind hier insbesondere die bereits angesprochene Wirkungsverstärkung bei gleichzeitiger Einnahme anderer Substanzen mit dämpfender Wirkung wie z.B. Alkohol oder Schlafmittel (Sedativa) zu nennen sowie die zu vermeidendeKombination mit Sekretolytika, da dies zu einem gefährlichenSekretstau in den Atemwegen führen kann.

Zusätzlich sei darauf hingewiesen, daß bei gleichzeitiger Anwendung von Arzneimitteln, die das Cytochrom P450-2D6-Enzymsystem der Leber und damit den Abbau von Dextromethorphan hemmen – insbesondere Amiodaron, Chinidin, Fluoxetin, Haloperidol, Paroxetin, Propafenon, Thioridazin, Cimetidin und Ritonavir – es zu einem Anstieg der Konzentration von Dextromethorphan im Körper kommen kann.

Für Wick Husten-Pastillen gegen Reizhusten mit Honig gelten wiederum die gleichen Neben- und Wechselwirkungen aufgrund des gleichen Wirkstoffs. [7][8]

Wick Husten-Löser Sirup mit Honigaroma: In sehr seltenen Fällen können Überempfindlichkeitsreaktionen auftreten, welche von Hautausschlägen bis hin zum anaphylaktischen Schock reichen können. Nennenswerte Wechselwirkungen sind hier eine gegenseitige Wirkungsverstärkung mit Sedativa, ähnlich wie bei den beiden Dextromethorphanhaltigen Präparaten. [9]

Gegenanzeigen & Warnhinweise


Dextromethorphan

Insbesondere sei darauf hingewiesen, das ein Suchtpotential bei der Anwendung von Dextromethorphan besteht. Nicht eingenommen werden darf es von Kindern unter 14 Jahren (Sirup) beziehungsweise 6 Jahren (Pastillen) sowie bei Vorliegen bestimmter Grunderkrankungen: Asthma bronchiale, chronisch obstruktive Atemwegserkranken, Pneumonie, Atemdepression., Ateminsuffizienz und bei gleichzeitiger Anwendung von MAO-Hemmern, eine Klasse von Antidepressiva.

Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Dextromethorphan ist erforderlich bei eingeschränkter Leberfunktion. [10]


Guaifenesin

Dieser Wirkstoff darf nicht angewendet werden bei Magen-Darm-Erkrankungen,Kindern unter 14 Jahren, in der Schwangerschaft und Stillzeit und bei Grunderkrankungen wie z. B. Myasthenia gravis (eine neurologische Erkrankung, bei der es zu Störungen der Signalübertragung zwischen Nerven und Muskeln kommt und welche insbesondere durch eine belastungsabhängige Muskelschwäche gekennzeichnet ist, weil körpereigene Strukturen vom Immunsystem angegriffen werden) sowie bei eingeschränkter Nierenfunktion. [11]

Letztlich ist insbesondere bei der Anwendung der DarreichungsformSirup zu beachten, dass dieses Zucker wie Sucrose, Fructose und Glucose enthält und deshalb bei einer bekannten Unverträglichkeit bestimmter Zucker nur nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt angewendet werden sollte. Auch Diabetiker sollten sich bewusst sein, dass die Einnahme von Arzneiformen wie Sirup oder Pastillenaufgrund der darin als Hilfsstoffe verarbeiteten Zucker zu einem Anstieg der Glucose-Konzentration im Blut führen kann. [12][13]


Alternativen

Neben WICK® gibt es eine Reihe weiterer Hersteller, welche Hustenstiller anbieten. Dazu zählen ratiopharm®, Boehringer Ingelheim Pharma sowie Prospan®.