Halsschmerzen Mit Schluckbeschwerden: Begleiterscheinungen

Halsschmerzen, Schluckbeschwerden & dicke Lymphknoten

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Halsschmerzen, Schluckbeschwerden und geschwollene Lymphknoten sind meist Symptome einer Erkältung. Wie diese Symptome entstehen und wann ein dicker Hals lieber dem Arzt gezeigt werden sollte, erklärt der folgende Text.

Medizinische Fakten

Ein Kratzen im Hals ist häufig das erste Anzeichen einer Erkältung. Dieses kann sich später bis zu einer Rachenentzündung (Pharyngitis) oder gelegentlich auch zu einer Kehlkopfentzündung (Laryngitis) ausweiten. Schluckbeschwerden und Heiserkeit können die Folge sein, Fieber kann auftreten.

Sind besonders die Mandeln (Tonsillen) geschwollen, kann es sich um eine bakterielle Mandelentzündung (Angina tonsillaris) handeln, die häufig durch Streptokokken ausgelöst werden kann. Die Tonsillen sind dann stark gerötet, eventuell auch zerklüftet und häufig finden sich Eiter oder Zellreste auf der Oberfläche. Unterschieden werden muss davon das Pfeiffersche Drüsenfieber (aufgrund seiner Übertragungswege auch „Kuss- oder Studentenkrankheit“ genannt), das durch das Eppstein-Barr-Virus ausgelöst wird und dementsprechend nicht auf eine Antibiotikatherapie anspricht. Häufig sind die Tonsillen hier so geschwollen, dass sie sich berühren („kissing tonsils“). Typisch tritt diese Erkrankung im Jugend- oder jungen Erwachsenenalter auf, häufig geht die Lymphknoten- und Tonsillenschwellung mit Fieber und wochenlanger Abgeschlagenheit einher.[1]

Auch ein dicker Hals in Folge einer Lymphknotenschwellung ist keine Seltenheit im Rahmen eines oberen Atemwegsinfektes. Die Lymphknoten sollten jedoch freiverschiebbar sein und typischerweise auf Druck mit Schmerzen reagieren.[2] Sind die Lymphknoten nicht verschiebbar, kann es sich um eine Einschmelzung, also einen eitriger Abszess innerhalb des Lymphknotens, handeln.

Ist dies nicht der Fall und besteht die Lymphknotenschwellung schon länger, sollte ein Arzt konsultiert werden. Nur so kann eine bösartige Erkrankung wie z.B. ein Lymphknotentumor (Lymphom) ausgeschlossen werden. In diesem Fall treten häufig, jedoch nicht zwingend, auch andere Symptome wie Gewichtsverlust, Nachtschweiß und Fieber (nicht akut im Rahmen eines Infektes, sondern über längere Zeit) auf. [3]

Biologischer Zusammenhang

Bei einer viralen Infektion dringen Viren in das Oberflächengewebe der Atemwege, beispielsweise im Rachen- und Halsbereich, ein. Dadurch schwellen die Blutgefäße und das Gewebe an. Der ungewohnte Druck durch das geschwollene Gewebe ist schmerzhaft. Außerdem ist das Gewebe empfindlicher und reagiert auf Reize wie Husten schnell mit kleinen Verletzungen. Die Tonsillen schwellen bei Erregerkontakt als lokales Immunsystem des Rachens ebenfalls an und verengen damit den Rachenraum. Dies fällt insbesondere durch schmerzhaftes Schlucken auf.

Im Atemwegsgewebe sind überall unspezifische Immunzellen verteilt. Das bedeutet, dass diese nicht auf einen bestimmten Erreger spezialisiert sind, sondern anhand grober Kriterien die Erreger in sich aufnehmen, zerkleinern und bestimmte Teile des Erregers auf ihrer Oberfläche präsentieren (Antigenpräsentation). So vorbereitet wandern diese ehemals ortsansässigen Immunzellen in die nächstgelegenen Lymphknoten. Im Falle eines oberen Atemwegsinfektes liegen diese am Hals, im Nacken und unter dem Kiefer. Dort stimulieren die Zellen mit den zerlegten Erregerfragmenten die Vermehrung spezifischer Immunzellen. Durch diese Vermehrung schwellen die Lymphknoten an und spannen gegen ihre Kapsel, was insbesondere beim Betasten schmerzhaft sein kann.

Wachsen und Vermehren sich jedoch die Immunzellen in den Lymphknoten auch ohne einen äußeren Reiz kann dies zu einem Lymphdrüsenkrebs (Lymphom) führen. Diese können sowohl in nur einem Lymphknoten als auch verbreiteter im gesamten Lymphsystem auftreten.

Zu beachten

Bei Halsschmerzen und Heiserkeit sollte die Stimme geschont werden, Inhalationen und warme Getränke können helfen, die Schleimhäute feucht zu halten und so eine zu starke Beanspruchung durch beispielsweise Hustenreize zu verhindern. Fallen schon seit Wochen bis Monaten geschwollene Lymphknoten, auch in anderen Regionen wie in den Achseln oder der Leiste, auf und sind diese schlecht verschieblich und nicht druckschmerzhaft, sollte ein Arzt zurate gezogen werden.


Behandlungsmöglichkeiten bei Halsschmerzen