Halsschmerzen Mit Schluckbeschwerden: Begleiterscheinungen

Hals-, Ohrenschmerzen und Schluckbeschwerden

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Besonders im Herbst und Winter kommt es vermehrt zu Erkältungen und Grippeinfektionen. Beide Erkrankungen werden durch Viren hervorgerufen und heilen normalerweise von selbst aus. Eine etwaige Behandlung beschränkt sich deshalb auf die Linderung der drei typischen Symptome Halsschmerzen, Ohrenschmerzen und Schluckbeschwerden. Wodurch sich das jeweilige Krankheitsbild auszeichnet und durch welche Vorgänge die Beschwerden ausgelöst werden, soll im Folgenden erklärt werden.

Medizinische Fakten

Eine Erkältung (Grippaler Infekt) wird in der Mehrzahl der Fälle durch das Rhinovirus verursacht, während eine echte Grippe (Saisonale Influenza) auf eine Infektion mit dem Influenzavirus zurückgeht. Die Ansteckung erfolgt in der Regel durch Tröpfcheninfektion durch bereits infizierte Personen. Neben unspezifischen Allgemeinsymptomen wie Abgeschlagenheit und Kopfschmerzen treten meist auch Halsschmerzen auf sowie ein kloßiges Gefühl im Rachen (Globusgefühl), welches das Schlucken erschwert. Besonders bei Kindern treten im weiteren Krankheitsverauf häufig zusätzlich ein- oder beidseitige Ohrenschmerzen auf.

Trotz dieser Gemeinsamkeiten unterscheiden sich Grippe und Erkältung besonders zu Krankheitsbeginn im zeitlichen Auftreten der Beschwerden. Allgemein kann gesagt werden, dass eine Erkältung weniger akut einsetzt, als eine Grippe.[1] Meist bestehen für zwei bis drei Tage unspezifische Kopf- und Halsschmerzen, die nicht zuletzt das Schlucken erschweren, ehe sich allmählich ein trockener Husten einstellt, der im weiteren Verlauf mit der Absonderung von klarem Schleim einher geht. Die Körpertemperatur bleibt dabei stets unter 38,5°. Eine Grippe hingegen manifestiert sich heftig und plötzlich.[2] Sie setzt ein mit hohem Fieber über 38°, welches 3 bis 4 Tage andauert, und wird unmittelbar begleitet von Halsschmerzen, daraus resultierenden Schluckbeschwerden, Husten sowie Kopf- und Gliederschmerzen. In manchen Fällen treten zusätzlich noch Magen-Darm-Beschwerden auf. 

Biologischer Zusammenhang

Befallen die Erkältungs- bzw. Influenzaviren die Schleimhäute des Nasenrachenraumes, so beginnt das Immunsystem umgehend, gegen die Infektion vorzugehen. Dabei werden Botenstoffe (Prostaglandine) frei, welche die Schmerzrezeptoren des Gewebes aktiveren,[3] wodurch Betroffene Halsschmerzen empfinden. In der Folge wird auch das Schlucken mitunter als äußerst unangenehm empfunden. Liegt zusätzlich eine bakterielle Infektion vor, gehen die Schluckbeschwerden meist auf eine schmerzhafte Entzündung der Rachenmandeln (Tonsillitis) zurück. Im Zuge dessen vergrößern sich die Mandeln, weil gehäuft Zellen der Immunabwehr dorthin einwandern.[4] Diese Vergrößerung wird beim Schlucken als störend empfunden.

Besonders bei Kindern können bei bestehenden Halsschmerzen sowohl virale als auch bakterielle Erreger über die so genannte Ohrtrompete (Tuba auditiva eustachii) vom Rachenraum in die Paukenhöhle des Mittelohres aufsteigen und dort ein- oder beidseitig eine schmerzhafte Mittelohrentzündung (Otitis media) verursachen. Bei bakteriellen Erregern kommt es zur Bildung von Eiter, der ein schmerzhaftes Druckgefühl im Ohr verursachen kann. Dieser Schmerz lässt umgehend nach, wenn das Trommelfell an einer Stelle ein wenig einreißt (Perforation) und sich das Sekret nach außen entleert.[5]

Zu beachten

Kommt es im Rahmen einer viralen Infektion zu einem zusätzlichen Befall durch Bakterien (Superinfektion) gestaltet sich der Krankheitsverlauf meist langwieriger und das Risiko für Komplikationen steigt. So kann es bei einer Mittelohrentzündung beispielsweise zur eitrigen Entzündung des Warzenfortsatzes am Hinterkopf (Eitrige Mastoiditis) kommen, von wo aus die Erreger in die Blutbahn einbrechen und eine Blutvergiftung (Sepsis) verursachen können. Auch ein Befall der Hirnhäute (Meningitis) ist möglich. Bei einer plötzlichen Verschlechterung der Symptomatik sowie beim Auftreten von Schüttelfrost und Nackensteife muss also umgehend ein Arzt konsultiert werden.


Behandlungsmöglichkeiten bei Halsschmerzen