Halsschmerzen Mit Schluckbeschwerden: Begleiterscheinungen

Halsschmerzen, Schluckbeschwerden & Heiserkeit

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Halsschmerzen, Schluckbeschwerden und Heiserkeit treten häufig im Rahmen eines grippalen Infekts auf.

Im folgenden Text werden die medizinischen Fakten, die biologischen Zusammenhänge sowie Symptome, die einen Arztbesuch erforderlich machen, dargelegt.

Medizinische Fakten

Grippale Infekte gehören zu den häufigsten Erkrankungen in Deutschland. Im Durchschnitt leidet jeder Bundesbürger 2-4 mal im Jahr unter einer Erkältung.[1]

Auslöser sind meist Viren (v.a. Rhinoviren), die durch Tröpfcheninfektion übertragen werden. Häufiges Händeschütteln, enger Kontakt zu anderen Menschen (z.B. In öffentlichen Verkehrsmitteln), Stress und Schlafmangel können das Ausbreiten und Einnisten der Keime begünstigen. [2]

Typische Symptome sind neben Halsschmerzen, Schluckbeschwerden und gelegentlich auftretender Heiserkeit auch Schnupfen (Rhinitis), Husten (Tussis), leichte Kopf- und Gliederschmerzen sowie allenfalls mäßiges Fieber.[3]

Biologische Zusammenhänge

Dringt ein Erreger in die oberen Atemwege ein, ruft er dort eine Entzündung sowie das Anschwellen der Schleimhäute hervor. Typische Symptome sind Brennen, Kratzen und Rötungen im Hals, Schluckbeschwerden, Heiserkeit und eine erhöhte Schleimproduktion. [4]

Diese Reaktionen ergeben sich aus den natürlichen Abwehrprozessen des menschlichen Körpers. Um möglichst vielen immunkompetenten Zellen den Kontakt mit dem befallenen Gewebe zu erleichtern, erweitern sich die darunter liegenden Blutgefäße – die Schleimhäute schwellen an. Die vermehrte Sekretproduktion dient dem Ausschwemmen des Keims. Um die gesteigerten Massen an Schleim aus dem Atemtrakt abtransportieren zu können, wird ein Reiz an das Gehirn gesendet und so der Hustenreflex ausgelöst.

Häufig leidet der Erkrankte gleichzeitig unter Schnupfen. Dies ist dadurch zu erklären, dass die Atemwege des Nasen- und Rachenraums eng miteinander in Verbindung stehen. Daher sind nicht selten auch die Schleimhäute im Nasenbereich mitbetroffen. Außerdem kann durch die freigesetzten Abbauprodukte des Erregers (Pyrogene) zusätzlich leichtes Fieber hervorgerufen werden. [5]

[4] Findet die Entzündung vor allem im Bereich des Kehlkopfes statt (Laryngitis), geht die Reizung schnell auch auf die Stimmbänder über. Sie schwellen ebenfalls an und schließen beim Sprechen nicht mehr wie gewohnt, sodass kleine Luftverwirbelungen entstehen, die zu einem veränderten Klang der Stimme führen. Der Betroffene ist heiser.

Wann zum Arzt?

Bei gesunden erwachsenen Personen heilen Halsschmerzen und Heiserkeit, die während einer Erkältung auftreten, in der Regel binnen 7-9 Tagen folgen- und komplikationslos aus. Ein Arzt sollte aufgesucht werden, wenn die Beschwerden länger als eine Woche anhalten, Atemnot oder starke Schluckbeschwerden auftreten, bei himbeerroter Färbung der Zunge, die Halsschmerzen hauptsächlich auf einer Seite auftreten, die Körpertemperatur über 40°C steigt oder der Erkrankte einer Risikogruppe (chronisch Lungenkranke, Diabetiker, Schwangere, Säuglinge, Kleinkinder u.a.) angehört.

Gelegentlich treten Halsschmerzen und Heiserkeit auch ohne begleitende Erkältungssymptome auf. Dies kann beispielsweise auf eine Überbelastung der Stimmbänder zurückzuführen sein, möglicherweise aber auch auf Schilddrüsenerkrankungen (Kropf), die die Stimmbänder mechanisch beeinträchtigen, oder aufsteigende Magensäure (Reflux), die eine chemische Schädigung hervorrufen kann. In solchen Fällen sollte ebenfalls unbedingt ärztlicher Rat eingeholt werden. Achtung: Auch leichte, wiederkehrende Heiserkeit, die durch eine hohe Belastung der Stimmbänder verursacht wird, sollte medizinisch abgeklärt werden! Durch das häufige Aufeinanderprallen der Stimmlippen können sich Verdickungen (Knötchen) bilden, die unter Umständen chirurgische Interventionen erforderlich machen. Betroffen sind vor allem Frauen, die Berufe ausüben, in denen viel gesprochen wird. [4][6]


Behandlungsmöglichkeiten bei Halsschmerzen