Halsschmerzen Mit Schluckbeschwerden: Begleiterscheinungen

Halsschmerzen, Schluckbeschwerden & Schleim

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Halsschmerzen, Schluckbeschwerden und das Abhusten von Schleim sind in der Regel Anzeichen eines akuten grippalen Infekts.

Der folgende Text liefert einen Überblick über die medizinische Faktenlage, die biologischen Hintergründe sowie ausgewählte Symptome, die einen Arztbesuch erforderlich machen.

Medizinische Fakten

Im Rahmen einer Erkältung treten häufig Symptome wie Halsschmerzen, Schluckbeschwerden sowie eine gesteigerte Schleimproduktion auf. Ausgelöst wird ein solcher grippaler Infekt in bis zu 90% der Fälle durch Viren (v.a. Rhinoviren), selten auch durch Bakterien (Streptokokken). Die Ansteckung erfolgt durch Tröpfcheninfektion oder auch beim Händeschütteln (sog. Schmierinfektion) . Erste Krankheitszeichen treten nach 2-4 Tagen auf.

Der Betroffene leidet oft zunächst unter Halsschmerzen, deren Intensität am dritten Tag nach der Ansteckung am höchsten ist und bereits am vierten Tag wieder nachlässt. Einen Tag später bildet sich Schnupfen als Leitsymptom aus. Die Infektion heilt nach 7-9 Tagen spontan und folgenlos aus. [1]

Biologische Hintergründe

Dringt ein Erreger in die Atemwege ein, befällt er die Zellen der Schleimhäute und bewirkt eine Entzündungsreaktion. Um möglichst vielen immunkompetenten Zellen (Makrophagen, Lymphozyten) den Kontakt zum infizierten Gewebe zu erleichtern, erweitern sich daraufhin die Blutgefäße. Es kommt zum Anschwellen der Schleimhäute sowie zu einer vermehrten Sekretproduktion.

Um den Abtransport des Sekrets zu unterstützen, wird ein Reiz an das Gehirn gesendet und dort der Hustenreflex ausgelöst. So entsteht der klassische Symptomkomplex aus Halsschmerzen, Schluckbeschwerden, Husten und Auswurf.

Da die Atemwege des Nasen- und Rachenraums eine Einheit bilden, sind häufig auch die Schleimhäute im Nasenbereich mit betroffen. Der Erkrankte leidet dann gleichzeitig unter Schnupfen (Rhinitis), der ebenfalls über die genannten Mechanismen ausgelöst wird. Bei hoher Krankheitsintensität kann durch die freigesetzten Abbauprodukte des Erregers (Pyrogene) außerdem mäßiges Fieber hervorgerufen werden. [2]

Gründe für einen Arztbesuch

Bestimmte Personengruppen sind besonders gefährdet, schwere und komplizierte Krankheitsverläufe zu erleiden. Sie sollten daher bei jedem grippalen Infekt einen Arzt zu Rate ziehen. Zu den Risikopatienten zählen u.a. Menschen mit chronischen Lungenerkrankungen (Asthma bronchiale, COPD), Diabetiker, Immunsupprimierte (z.B. Transplantatempfänger, HIV-Patienten), Schwangere, Säuglinge und Kleinkinder. [3]

[3] Beim gesunden Erwachsenen ist vor allem die Differenzierung zur echten Grippe (Influenza) von Bedeutung. Tritt plötzlich hohes Fieber in Kombination mit einem trockenen Reizhusten und einem intensiven Krankheitsgefühl auf, sollte der Verlauf ärztlich kontrolliert werden. [4] Weitere Symptome, die eine Differentialdiagnose erforderlich machen, sind z.B. Atemnot, starke Schluckbeschwerden, eitrige Beläge der Mandeln (Tonsilitis), stark geschwollene Lymphknoten, himbeerrote Verfärbung der Zunge, wenn die Halsschmerzen länger als 7 Tage andauern oder häufiger als 4 mal im Jahr auftreten sowie wenn Halsschmerzen und Fieber isoliert ohne weitere Erkältungssymptome in Erscheinung treten.

Gelblich-grünliche Färbungen des Auswurfs deuten zwar nicht zwangsläufig auf eine bakterielle Beteiligung hin, sondern folgen aus dem Zerfall von Immunzellen und den daraus freigesetzten Stoffen (Leukoproteine und Leukoverine), sie tritt jedoch erst bei relativ hoher Krankheitsintensität auf und stellt daher trotzdem eine Indikation für den Besuch beim Mediziner dar. [5]

Schutzmaßnahmen

Die häufigsten Übertragungswege für Erkältungsviren sind der direkte Kontakt mit Erkrankten, wie er beispielsweise beim Händeschütteln stattfindet, sowie das Berühren von kontaminierten Gegenständen wie Türklinken, Haltegriffe in öffentlichen Verkehrsmitteln etc. Die wichtigste und effektivste Maßnahme ist daher regelmäßiges Händewaschen.

Außerdem gilt: Je intakter das Immunsystem ist, desto besser kann sich der Körper gegen Eindringlinge wehren. Stress, Schlafmangel und zu hohe Belastungen beim Ausdauersport schwächen die Abwehrmechanismen und sind während der Erkältungszeiten unbedingt zu meiden. [6]


Behandlungsmöglichkeiten bei Halsschmerzen