Halsschmerzen Mit Schluckbeschwerden: Begleiterscheinungen

Halsschmerzen + Schluckbeschwerden (einseitig)

© PantherMedia / Kamil Macniak

Einseitige Halsschmerzen und Schluckbeschwerden treten häufig gemeinsam auf und sind Symptome unterschiedlicher Erkrankungen:

Häufig kommen sie im Zuge eines einfachen grippalen Infektes vor, es kann jedoch auch eine Grippe ausschlaggebend sein.

Aber auch an schwerwiegendere Erkrankungen wie Peritonsillarabszess oder Angina Plaut Vincent muss gedacht werden. In diesem Text werden die medizinischen Fakten, biologischen Zusammenhänge und Tipps bezüglich einseitigen Halsschmerzen und Schluckbeschwerden beschrieben.

Medizinische Fakten

Bei einem grippalen Infekt handelt es sich um eine durch Viren (Adenoviren, Rhinoviren) ausgelöste Infektionskrankheit, welche das ganze Jahr über auftreten kann. Sie zeichnet sich vorwiegend durch Symptome des oberen Atemtraktes aus, wie Halsschmerzen, Husten, Schluckbeschwerden und Schnupfen. Zusätzlich können leicht erhöhte Temperatur, Lymphknotenschwellungen sowie Kopf- und Gliederschmerzen vorkommen, die Symptomatik ist jedoch im Allgemeinen nicht schwerwiegend, die Krankheit selbstlimitierend.

Im Gegensatz dazu ist bei einer echten Grippe (durch Influenzaviren ausgelöst) ein plötzlich auftretendes, hohes Fieber (bis 39°C) typisch bei gleichzeitig schwerwiegenderer Allgemeinsymptomatik.

Im Zuge von viralen Infektionen kommt es zu entzündlichen Schleimhautveränderungen im Respirationstrakt, welche mit Schwellung, Rötung und Schmerzen einhergehen.

Je nach Lokalisation bezeichnet man die Entzündungen als Pharyngitis (Rachenentzündung), Laryngitis (Kehlkopfentzündung) oder Tonsillitis bzw. Angina tonsillaris (Mandelentzündung).

Bei jeder von ihnen sind einseitige Halsschmerzen und Schluckbeschwerden ein typisches Symptom.

Treten die Beschwerden betont einseitig auf, kann dies immer Hinweis für eine Beteiligung der Mandeln sein.

Die Angina tonsillaris wird in den meisten Fällen durch Viren hervorgerufen und äußert sich durch geschwollene und gerötete Mandeln, Schluckbeschwerden (häufig einseitig) und bis zum Ohr ausstrahlende Schmerzen.

Seltener können auch Bakterien (Streptokokken der Gruppe A) die Ursache der Angina sein, wobei man hier zusätzlich weiß- gelbliche Beläge auf den Tonsillen und einen deutlich schlimmeren Verlauf vermerkt.[1]

Während die virale Angina sehr leicht verlaufen kann, gibt es auch schwerwiegendere Formen bzw. Komplikationen:

  1. Die Angina Plaut Vincent stellt die ulzeröse Form der Tonsillitis dar und betrifft vorwiegend Erwachsene. Sie wird durch die gleichzeitige Infektion mit den Erregern Fusobacterium fusiforme und Borellia vincentii ausgelöst. Typisch ist eine einseitige Ulzeration auf der Tonsille, welche zu starken, einseitigen Schluckbeschwerden, Mundgeruch sowie Lymphknotenschwellungen führt. Das Allgemeinbefinden ist nur gering eingeschränkt.[2]
  2. Eine Komplikation der bakteriellen Angina stellt das Peritonsillarabszess dar. Hierbei breitet sich die lokale Mandelentzündung in das umliegende Gewebe aus und kapselt sich dort zu einem mit Eiter gefüllten Abszess ab. Folgen sind starke einseitige Halsschmerzen und Schluckbeschwerden, häufig auch Kieferklemme oder Ohrenschmerzen. Bei geöffnetem Mund kann machmal eine Vorwölbung erkennbar sein.[3]

Biologischer Zusammenhang

Halsschmerzen sind Ausdruck entzündlicher Veränderungen in der Schleimhaut des Respirationstraktes. Im Falle der oben genannten Erkrankungen kommt es zum Festsetzen von Erregern in den Schleimhäuten, worauf der Körper mit immunologischen Reaktionen antwortet:

Die Durchblutung wird lokal erhöht, wodurch einerseits große Mengen an weißen Blutzellen (Leukozyten) eingeschwemmt werden können, andererseits Erreger besser abtransportiert werden. Leukozyten sind für die Erregerelimination zuständig, ihre vermehrte Anwesenheit führt zu Schleimhautschwellung, diese wiederum erregt Nervenzellen und führt damit zum Auslösen von Schmerz. Die Rötung entsteht durch die vermehrte Durchblutung des Gewebes.

Schluckbeschwerden kommen durch die entzündliche Schwellung der Schleimhaut zu Stande, jedoch können auch vergrößerte Mandeln oder Lymphknotenschwellungen ein Grund sein.

Zu beachten

Virale Infektionen des oberen Atemtraktes sind in der Regel nicht besorgniserregend und heilen meist auch ohne therapeutische Maßnahmen von alleine aus.

Bei Hinweisen auf das Vorliegen einer bakteriellen Erkrankungen sollte jedoch immer ein Arzt aufgesucht werden, um möglichst schnell die richtige Therapie zu finden und somit Komplikationen (zB. Peritonsillarabszess) zu verhindern.

Allgemein ist zu beachten, dass bakterielle sowieso virale Atemwegsinfektionen durch Tröpfcheninfektion übertragen werden, weshalb der Kontakt zu den Mitmenschen einzuschränken ist.[4]


Behandlungsmöglichkeiten bei Halsschmerzen