Husten: Lebensmittel

Olivenöl gegen Husten

© PantherMedia / TongRoASIA Lewis Lee

Kalt gepresstes (extra natives) Olivenöl galt schon in der Antike als Heilmittel. Neben seiner positiven Wirkung zum Beispiel auf den Cholesterinspiegel und den Blutdruck stellt es auch ein altbewährtes Hausmittel bei Husten (Tussis) dar. Doch welcher Wirkmechanismus steckt hinter dem heilenden Effekt? In welcher Form wird Olivenöl am besten angewandt und auf was muss bei der Verwendung von Olivenöl als Heilmittel geachtet werden? Im Folgenden werden diese Themen genauer erläutert.

Biologischer Prozess

Olivenöl enthält zwischen 55-88 % einfach ungesättigte Fettsäuren, vor allem Linolsäure. Daneben beinhaltet es aber noch weitere sehr gesunde Inhaltsstoffe. Zu diesen zählen unter anderem: [1]

  • Vitamin E
  • wertvolle Mineralien (Kalium, Kalzium, Magnesium, Phosphor)
  • Spurenelemente (z.B. Eisen)
  • 5 % sekundäre Pflanzenstoffe (Polyphenole, ß-Carotin, Squalen, Sterine, Oleocanthal, etc.)

Besonders die Polyphenole (Phenolsäuren und Flavonoide) sind sehr gesund. Sie besitzen eine antioxydative, entzündungshemmende (antiphlogistische), immunmodulatorische und antibiotische Wirkung. [2]
Oleocanthal wurde erst 2005 als wertvoller Inhaltsstoff von Olivenöl entdeckt: Durch eine ähnliche Wirkung wie Aspirin (Hemmung des Enzyms Cyclooxygenase COX) wirkt es Entzündungen entgegen (anti- inflammatorisch) und hat einen antioxydativen und durchblutungsfördernden Effekt.[3][4] Des Weiteren beeinflussen auch die Carotinoide des Olivenöls (ß-Carotin) das Immunsystem, wirken antioxydativ und entzündungshemmend.

Da Husten oft durch entzündliche Prozesse ausgelöst wird, können die entzündungshemmende und die immunstimulierende Wirkung des Olivenöls den Husten lindern und die Schleimhäute abschwellen lassen. Auch die gesteigerte Durchblutung hat einen positiven Effekt auf den Abtransport des Schleims aus dem Bereich der Atemwege, unterstützt die körpereigene Abwehr und unterstützt die Reinigungsfunktion. Olivenöl entspannt und beruhigt zudem die gereizten Schleimhäute und wirkt dadurch hustenstillend (antitussiv).

Anwendung und Dosierung

Damit das Olivenöl direkt auf die gereizten Atemwege wirken kann, sind Öl-Brustwickel besonders geeignet. Für die Wickel sollten folgende Schritte beachtet werden:

  • das Olivenöl leicht erwärmen
  • Brust und Rücken dick einölen
  • ein dünnes Baumwolltuch um den Brustkorb wickeln (das Öl sollte das Tuch dabei nicht durchtränken)
  • ein T-Shirt darüber ziehen
  • zusätzlich kann noch eine Wärmflasche (warm, nicht heiß) aufgelegt werden
  • Ölwickel mehrere Stunden oder über Nacht anwenden
  • das Tuch kann beim erneuten Einölen und Anlegen der Wickel mehrmals wiederverwendet werden

Als Folge der warmen Olivenöl-Wickel kann es zu starkem Abhusten des gelösten Schleims kommen. Diese Wirkung ist gewünscht, da das Atmen danach wieder leichter fällt und der Schleim abtransportiert wird. [5]

Da Olivenöl sehr gut über die Haut aufgenommen wird, kann es auch als sogenanntes Trägeröl für andere ätherische Öle, zum Beispiel Eukalyptus, Efeu, Thymian, Anis und Fenchel verwendet werden. Diese haben eine stark schleimlösende Wirkung und fördern so das Aushusten von Schleim (Expektoration). [6] Dafür einfach in das Olivenöl einige Tropfen des ätherischen Öls mischen.

Werden Brustwickel generell abgelehnt, kann alternativ auch eine Salbe mit Olivenöl und einem Konsistenzgeber (z.B. 2g Bienenwachs pro 30 ml Öl) aufgetragen werden. Dazu in das erwärmte flüssige Bienenwachs das Öl hineinrühren, erkalten lassen und in ein verschließbares Glas abfüllen. Auch hier können zusätzlich weitere ätherische Öle untergerührt werden. [7]

Zu beachten:

Bei direkter lokaler Anwendung von Olivenöl sind allergische Hautreaktionen möglich, ansonsten sind keine unerwünschten Wechselwirkungen oder Nebenwirkungen bekannt. Damit die Wickel möglichst effektiv gegen Husten wirken, sollte auch auf die Qualität des Öls geachtet werden, denn nur die kaltgepressten Olivenöle enthalten die gesunden Inhaltsstoffe in ausreichender Menge.

Bei einer Beimischung von ätherischen Ölen sollte bei der Anwendung bei Kindern beachtet werden, dass einige ätherische Öle, wie zum Beispiel Minzöle, nicht verwendet werden dürfen.