Husten: Lebensmittel

Rettich gegen Husten

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Altbewährte Hausmittel gegen unangenehme Hustenbeschwerden gibt es viele. Ein gutes Beispiel dafür stellen Produkte wie der Saft oder der Sirup aus Rettich (Raphanus sativus) dar, der laut einer alten Bauernweisheit in den „R“-Monaten bei regelmäßiger Einnahme vorbeugend gegen Husten (Tussis) und Erkältung wirkt. Warum der Rettich eine heilende Wirkung besitzt, wie er ganz einfach zubereitet werden kann und welche Alternativen es gibt, soll hier genauer dargelegt werden.

Biologischer Prozess

Der Rettich (syn. Radi, Bierwurz, Bierrettich, Furzwurzel, Retwurzel) beinhaltet gleich mehrere unterschiedliche Inhaltsstoffe, die den Husten durch verschiedene Wirkmechanismen lindern können. Zu den Wichtigsten zählen dabei:

  1. ätherische Öle, v.a. Senfölglykoside: sie sind hauptverantwortlich für den bitteren Geschmack von Rettich. Daneben besitzen Senfölglykoside gegen 13 verschiedene Bakterienstämme eine nachgewiesene keimhemmende Wirkung. Sogar gegen multiresistente Erreger sollen sie eingesetzt werden können. [1]
  2. Scharfstoffe, v.a. das schwefelhaltige Raphanol: Dieses schwefelhaltige Senföl besitzt durch die Schärfe eine schweißtreibende und schleimlösende Wirkung. Außerdem wird die Durchblutung der Schleimhäute angeregt, Bakterien und Erkältungsviren abgewehrt und entzündliche Prozesse gehemmt. [2][3]
  3. Vitamin C: Durch seine antioxydative Wirkung und die Stimulation des Immunsystems hilft dieses Vitamin in einem gewissen Maß zum einen als Präventivmaßnahme gegen die Entstehung eines grippalen Infekts und zum anderen, die Dauer einer Erkältung etwas zu verkürzen und somit auch die Beschwerden wie Schnupfen und Husten zu lindern. [4]
  4. Glucoraphanin: Auch hier handelt es sich um ein Senföl, das sowohl antioxydative wie auch antibakterielle Eigenschaften besitzt. Daneben sorgt es für eine Hemmung inflammatorischer/entzündlicher Prozesse durch Herunterregulation (Downregulation) bestimmter Proteine und Enzyme, die an Entzündungsprozessen beteiligt sind. [5]

Da Husten meist durch entzündete Schleimhäute im Hals-Rachen-Bereich (Laryngitis, Pharyngitis) bedingt ist, helfen die antibakterielle und antivirale Wirkung der Inhaltsstoffe sowie der entzündungshemmende Effekt des Rettichs die Hustenbeschwerden zu lindern. Des Weiteren wirkt Meerrettich im akuten Krankheitsfall schleimlösend und auswurffördernd. Daneben unterdrückt die Wurzel den Hustenreiz.[6] Der schwarze Rettich (Raphanus sativus var. niger) ist dabei besonders zu empfehlen, da er eine höhere Konzentration an gesunden Inhaltsstoffen aufweist.

Anwendung und Dosierung

Rettich kann entweder verarbeitet zu Rettich-Sirup, Rettichsaft oder roh mit Honig zusammen eingenommen werden. Das Prinzip ist bei jeder Zubereitungsart dasselbe: Durch den Zucker/Honig soll dem Rettich der Saft mitsamt der wertvollen Inhaltsstoffe entzogen werden.

Für den Sirup wird ein schwarzer Rettich, Kandiszucker oder Honig, eine Kanne oder Glas und eine Schraubflasche (100 ml) benötigt: [7]

  • Zunächst oben am Rettich eine Scheibe abschneiden, sodass der Rest mit einem scharfen Löffel ausgehöhlt werden kann. Dabei sollte ein 1cm breiter Rand stehen bleiben.
  • Am Boden des Rettichs ein kleines Loch (circa 2-3 mm breit) reinstechen.
  • Die herausgeholten Rettichstücke klein schneiden und mit der gleichen Menge Zucker oder Honig vermischen.
  • Möglichst viel dieser Füllung sollte nun wieder in den ausgehöhlten Rettich gegeben werden.
  • Den anfangs abgeschnittenen „Deckel“ wieder draufsetzen und das Ganze auf das Glas gesetzt stehen lassen.
  • Mit der Zeit kommen aus dem zuvor reingestochenen Loch Sirup-Tropfen heraus. Wird das Gemisch über Nacht stehen gelassen, sind am nächsten Tag um die 100 ml pro verwendeter Rettichknolle im Glas. In der Flasche abgefüllt hält, sollte er nur 1-2 Tage verwendet werden.
  • Es sollte mehrmals am Tag ein Esslöffel davon zu sich genommen werden, bis die Beschwerden sich bessern.

Der Rettichsaft ist etwas einfacher herzustellen. Dafür ein paar Stücke Rettich in eine Tasse geben, mit Rohrzucker überstreuen und über Nacht stehen lassen. Bis zum nächsten Tag hat sich ein Saft an der Oberfläche gebildet, der über den Tag verteilt schlückchenweise getrunken werden kann. [8]

Wer keine Zeit für langes Warten hat, vermengt einfach frisch geriebenen Meerrettich mit etwas Honig und nimmt fünfmal täglich einen Esslöffel davon oral ein.

Zu beachten

Obwohl Rettich sehr gesund ist, darf er nicht bei Magen- und Darmentzündungen konsumiert werden, da er zusätzlich die Schleimhaut reizen kann. Auch bei bestimmten Nierenerkrankungen sollte darauf verzichtet werden, da er stark harntreibend wirkt. [9]