Husten Beim Baby: Personengruppe

Husten Baby (10 Monate)

© PantherMedia / Wong Sze Fei

Husten (Tussis) gehört zu den Symptomen bestimmter Erkrankungen, wie beispielsweise einer Erkältung (Frigus), einer Grippe (Influenza) oder einer Bronchitis. Dabei werden ein produktiver Husten (mit Sekretabsonderung) und ein unproduktiver Husten (ohne Sekretabsonderung) unterschieden. Im Allgemeinen hat Husten eine die Bronchien reinigende Wirkung, weil dabei inhalierte Schadstoffe aus der Lunge hinausgefördert werden [1][2]. Anhaltender Husten und Husten ohne das Vorliegen einer Erkältung ist mit einem erhöhten Risiko, an Asthma (Asthma bronchiale) in der Kindheit zu erkranken, verbunden, vor allem wenn die Mutter schon Asthmatikerin ist [3]. Oftmals spielen hierbei auch Allergien gegen bestimmte Stoffe eine Rolle. Dabei kann das 10 Monate alte Baby eine Allergie gegen Allergene wie Schimmelsporen in der Luft, Hausstaubmilben, Tierhaare, und Pollen entwickeln. Auch Zigarettenrauch kann das Atmen erschweren und zu starken Hustenanfällen führen [4].

Behandlung eines Babys (10 Monate) mit Husten

Da Husten das bei einem Infekt ohnehin schon geschwächte Kind erschöpft und es dadurch nicht zur Ruhe kommt, um den Infekt zu bekämpfen, ist es wichtig, Abhilfe zu schaffen. Die Möglichkeiten, Husten bei einem 10 Monate alten Baby zu behandeln, werden im Folgenden aufgezeigt.

Allgemeine Maßnahmen

Im Allgemeinen sollte dafür gesorgt werden, dass das Baby viel trinkt. Neben dem Stillen, das wichtig für die Ausbildung des Immunsystems des Babys ist, kann man bei 10 Monate alten Babys auch schon Kräutertees geben. Dabei eignen sich am besten Thymian, Anis und Schlüsselblume. Sie lösen den Husten. Eibisch, Spitzwegerich oder Efeu wirken hustenreizlindernd, sind aber mit Vorsicht zu verwenden, da viele Kräuter allergische Reaktionen bei Kindern auslösen können. Durch die Flüssigkeitszufuhr wird einer Austrocknung der Schleimhäute entgegengewirkt und dem Kind wird das Abhusten erleichtert. Des Weiteren kann eine Schale mit Wasser in den Raum gestellt werden, damit das Raumklima eher feucht ist und die Schleimhäute nicht weiter belastet.

Hausmittel/Anwendungen

Nachstehend werden einige Hausmittel vorgestellt, die sich nicht nur durch ihre hustenstillende Wirkung, sondern auch durch ihre Verträglichkeit für Kinder auszeichnen.

Balsam mit ätherischen Ölen

  • Salbei wirkt antibakteriell und beruhigend auf den Hustenreiz
  • Da Inhalationen bei Babys noch nicht gut durchführbar sind, ist es ratsam, die ätherischen Öle einfach in Form eines Balsams auf Brust und Rücken des Kindes aufzutragen und leicht einzumassieren. Hierbei ist von mentholhaltigen und stark riechenden Ölen abzuraten, da sie einen Atemstillstand bewirken können [5].

Warme Mullwindel

  • Liefert Wärme und beruhigt durch eine entkrampfende Wirkung.
  • Mullwindel über der Heizung erwärmen und um den Brustkorb des Kindes wickeln, danach das Kind ganz normal anziehen.

Fencheltee

  • Wird gut vertragen und wirkt beruhigend auf die Bronchien.
  • 1/2 Teelöffel Fenchel auf ¼ Liter kochendes Wasser geben und 5 Minuten ziehen lassen [6].

Holundersaft

  • Stärkt die Abwehrkräfte und hat einen reinigenden und desinfizierenden Effekt bei Erkältungskrankheiten.
  • Kann ab dem sechsten Lebensmonat gegeben werden.
  • Holunderbeeren in einem Topf mit etwas Wasser erhitzen und etwa 15 Minuten kochen. Danach ausdrücken, mithilfe eines Tuchs filtern und den Saft ein anderes Gefäß füllen, das sich gut verschließen lässt [7].

Medikamente

Bei Säuglingen und Kleinkindern ist eine Eigentherapie mit Medikamenten immer fraglich. Besser ist es, einen Arzt um Rat zu fragen. Ansonsten sind vor allem pflanzliche Präparate geeignet, Husten bei einem 10 Monate alten Baby zu lindern.

Thymiankraut

  • Wirkt schleimlösend und beruhigt die Bronchien; entzündungshemmend und entkrampfend sowie antibakteriell und antiviral.
  • Nebenwirkungen: Da es sich um ein rein pflanzliches Präparat handelt, sind keine Nebenwirkungen bekannt.
  • Wechselwirkungen: Es sind keine Wechselwirkungen bekannt.
  • Dosierung: Säuglinge zwischen 6 und 10 Monaten bekommen 1 ml 6-mal täglich. Kleinkinder zwischen 1 und 4 Jahren 2,5 ml 6-mal täglich und Erwachsene 7,5 ml 4-mal täglich.
  • Medikamente: Bronchicum® Elixir (Kinder ab 6 Monaten), Bronchicum® Saft (Kinder ab 1 Jahr, nach Absprache mit einem Arzt eventuell auch vorher), Bronchicum® Tropfen (erst ab einem Alter von 6 Jahren zu verabreichen) [8]

Noscapin [9]

  • Wirkt schleimlösend und wandelt unproduktiven Husten in produktiven um.
  • Nebenwirkungen: Noscapin kann Kopfschmerzen, Schwindel, Bauchschmerzen, Übelkeit sowie Haut- und Überempfindlichkeitsreaktionen hervorrufen [10][11].
  • Wechselwirkungen: Abgeraten wird von einer gleichzeitigen Einnahme mit Beruhigungsmitteln, Schlafmitteln, Neuroleptika, Antidepressiva, Opioiden oder Alkohol [12].
  • Dosierung: Bei Säuglingen ab 6 Monaten 2-mal ein halber Teelöffel am Tag
  • Medikamente: Capval®, Tussanil N®, Demo Tussil®

Zu beachten

Bei Neugeborenen und Kleinkindern ist immer besondere Vorsicht geboten. Am besten wäre es, direkt nach Auftreten der Symptome einen Arzt aufzusuchen. Die Behandlung von Kindern ist eine andere als die von Erwachsenen. Kleinkinder reagieren auf bestimmte Wirkstoffe und Medikamente anders und die Dosierung ist auch eine andere. Beispielsweise können bestimmte ätherische Öle, die Erwachsenen bei Husten Linderung verschaffen, wie zum Beispiel Menthol, bei Kindern Atemnot auslösen. Daher sollte besser eine Abklärung mit einem Arzt erfolgen, bevor eine Selbstbehandlung eingeleitet wird.