Husten Beim Baby: Personengruppe

Husten bei Baby (8 Monate)

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Husten ist einer der häufigsten Gründe, weshalb Babys beim Kinderarzt vorgestellt werden.Ganz isoliert betrachtet, handelt es sich um einen angeborenen und sehr starken Schutzreflex, der dazu dient, die Atemwege frei zu halten. Er kann ausgelöst werden, wenn das Baby Nahrung oder Fremdkörper verschluckt und diese in die Luftröhre gelangen. Im Rahmen einer Krankheit tritt Husten am häufigsten bei Erkältungen auf. Diese sind in der Regel harmlos und werden vom Immunsystem des Babys innerhalb einiger Tage erfolgreich bekämpft. In selteneren Fällen kann der Husten durch Kinderkrankheiten wie Masern oder Keuchhusten ausgelöst werden. Auch Allergien oder frühkindliches Asthma können Husten-Auslöser sein [1][2].

Die mit Abstand häufigste Ursache für Atemwegsinfekte sind Viren, die durch kleinste Tröpfchen von Mensch zu Mensch übertragen werden. Die Infektionsgefahr ist dabei umso höher, je jünger das Baby ist und umso mehr Kontakt es zu anderen Kindern hat. Zu Beginn einer Erkältung entwickelt das Baby meistens einen trockenen (unproduktiven) Husten. Zusätzlich kann es zu Abgeschlagenheit, Fieber, vermehrtem Schreien und Schnupfen kommen. Im späteren Stadium einer Erkältung wird der Husten meistens produktiv. Das heißt, dass sich klarer Schleim löst und abgehustet werden kann. Wenn der Schleim gelb-grünlich ist, spricht das für eine Infektion mit Bakterien. Im Rahmen einer Bronchitis, einer Lungenentzündung, bei Asthma oder Pseudokrupp kann der Husten sowohl trocken als auch feucht sein. Im Unterschied zum Erkältungshusten dauert er wesentlich länger an. Bei einer Hustendauer von über 8 Wochen sollten beim Kinderarzt oben genannte Ursachen abgeklärt werden [1][3].

Allgemeine Maßnahmen

Im Alter von 8 Monaten ist ein Baby schon so beweglich, dass es von selbst den Oberkörper heben kann, um sich die Atmung zu erleichtern. Außerdem hat es wahrscheinlich schon einmal eine Erkältung durchgemacht, was den Umgang damit für Eltern und Kind erleichtert. Ein einfacher Virusinfekt sollte vom Immunsystem des Babys innerhalb weniger Tage so gut bekämpft werden, dass die Symptome deutlich abklingen. Die Eltern können diesen Selbstheilungsprozess unterstützen, indem sie auf eine ausreichend frische und feuchte Raumluftachten. Dazu sollte die Wohnung mindestens einmal täglich gelüftet werden und zusätzlich können nasse Handtücher über die Heizkörper gehangen oder der Wäscheständer im Kinderzimmer platziert werden. Solange das Baby fieberfrei ist, tun ihm regelmäßige Spaziergänge gut. Leichtes Klopfen oder Massieren von Rücken und Brust können helfen, tief sitzenden Schleim zu lösen. Weiterhin sollte auf eine erhöhte Flüssigkeitszufuhr geachtet werden. Diese kann bei 8 Monate alten Babys in Form von Muttermilch, Milchersatznahrung, Wasser oder ungesüßten Tees erfolgen. Honig darf erst ab dem 2. Lebensjahr gegeben werden, da er bei jungen Babys im Einzelfall zu Vergiftungen führen kann [1][4].

Hausmittel/ Anwendungen

Eine Inhalation mit Kochsalzlösung oder Kamillentee unterstützt die Verflüssigung des Bronchialsekrets und erleichtert somit das Abhusten. Ätherische Öle sind für die Inhalation bei Babys ungeeignet, da sie Atemkrämpfe auslösen können. Homöopathische Globuli oder frei verkäufliche Medikamente auf homöopathischer Basis sind eine gute Alternative zur Schulmedizin bei Husten bei Babys. Sie enthalten nur sehr gering dosierte Wirkstoffe und rufen deshalb keine Nebenwirkungen hervor. Im Folgenden sind einige Wirkstoffe aufgelistet, die häufig angewandt werden. Es empfiehlt sich in jedem Fall, mit dem behandelnden Arzt abzusprechen, welche Arznei und welche Dosierung ausgewählt werden sollen.

  • Bryonia: quälender, trockener Reizhusten, der sich durch vermehrte Flüssigkeitszufuhr und Frischluft bessert. Er geht häufig mit Brustschmerzen einher.
  • Pulsatilla: Bei trockenem Husten nach Anstrengung, der sich aber über Nacht zu einem produktiven Husten mit viel gelblichem Schleim am Morgen entwickelt. Das Baby kann beim Husten einen Würgereiz entwickeln. Besserung tritt an der frischen Luft ein und das Baby verspürt wenig Durst.
  • Belladonna: Wenn die Erkältung schon voll ausgereift ist und das Baby zusätzlich auch noch hohes Fieber entwickelt. Außerdem bei trockenem, bellendem Husten, der vor allem abends und nachts auftritt und durch Bewegung oder tiefes Einatmen ausgelöst wird.
  • Ipecacuanha: Bei erstickenden Hustenanfällen, die zu einer Blaufärbung der Haut und Lippen führen und abends beim Schlafengehen verstärkt auftreten. Der Husten kann Übelkeit und eventuell Erbrechen auslösen [2][3][5].

Medikamente

Theoretisch kommt die Gabe von Hustenstillern, Schleimlösern und/oder bronchienerweiternden Mitteln in Frage. Viele Medikamente enthalten keine säuglingsgerechten Dosierungen der Wirkstoffe und können bei Babys unerwünschte Nebenwirkungen auslösen. Daher sollte NIEMALS etwas aus der Hausapotheke ohne ärztliche Absprache verabreicht werden! Da Husten aber ein wichtiger Schutzreflex ist und zudem die Atemwege reinigt, sollte er gar nicht medikamentös unterdrückt werden. Hustenstiller wirken überdies meistens schlecht, da der Hustenreflex außerordentlich stark ist. Schleimlöser wirken nur, wenn auch genügend Flüssigkeit zugeführt wurde, um den Bronchialschleim zu lockern. Wenn das der Fall ist, ist das Medikament in der Regel überflüssig. Bronchienerweiternde Mittel können bei asthmatischen Beschwerden sinnvoll sein. Bevor sie zum Einsatz kommen, muss aber eine genaue Diagnostik der Krankheitsursache erfolgt sein [2].

Zu beachten

Wenn ihr Baby ganz plötzlich einen Hustenanfall entwickelt und ansonsten frei von Krankheitsanzeichen ist, kann es sein, dass es einen Fremdkörper verschluckt oder eingeatmet hat. Das passiert häufig beim Essen, wenn Nahrung verschluckt wird oder wenn das Kind Zugang zu kleinen Gegenständen hat, die es sich in den Mund stecken kann und welche dann in die Luftröhre gelangen. In einem solchen Fall muss der Fremdkörper schnellstmöglich entfernt werden, da sonst akute Erstickungsgefahr besteht! Befindet sich der Gegenstand oder Nahrungsrest so weit oben im Rachen, dass man herankommt, dann kann man ihn direkt entfernen. Wenn das nicht der Fall ist, so kann das Baby mit dem Oberkörper leicht nach unten gelagert werden und dann zwischen seine Schulterblätter geklopft werden. Der Kopf sollte dabei leicht überstreckt werden. Wenn diese Maßnahmen nicht helfen und wenn das Kind unter akuter Atemnot leidet oder sogar bewusstlos geworden ist, muss sofort ein Notarzt verständigt werden [3]!