Husten Beim Baby: Personengruppe

Husten bei Baby (12 Monate / 1 Jahr)

© PantherMedia / Markus W. Lambrecht

Husten selbst ist keine Krankheit, sondern ein angeborener Schutzreflex. Das schnelle Ausstoßen der Luft aus den Atemwegen sorgt dafür, dass diese von Dreck, Fremdkörpern oder Schleim gereinigt werden. Auslöser für den Hustenreflex können verschluckte Nahrung oder Gegenstände sein. Aber auch Zigarettenrauch oderandere Gase in der Luft können Husten beim Baby verursachen. Als Krankheitszeichen tritt er meistens bei Erkältungen oder grippalen Infekten auf. Da das Immunsystem bei Babys und Kleinkindern noch nicht vollständig entwickelt ist, sind sie besonders häufig betroffen und können bis zu 8-mal im Jahr eine Erkältung bekommen [1][3].

Behandlung: Husten bei Baby (12 Monate)

Erkältungen und grippale Infekte werden meistens durch Viren ausgelöst, die über kleinste Tröpfchen von Mensch zu Mensch oder über Gegenstände übertragen werden. Der Husten ist in diesem Fall zu Anfang häufig trocken (unproduktiv)und kann gemeinsam mit anderen Krankheitsanzeichen wie Schnupfen, Fieber und Abgeschlagenheit auftreten. Die einzelnen Symptome können auch zeitlich versetzt in Erscheinung treten. Im weiteren Verlauf des Infekts wird der Husten in der Regelfeucht (produktiv). Das heißt, dass der Schleim beginnt, sich zu lösen, und abgehustet werden kann. Nach ein bis zwei Wochen sollte der Infekt auch ohne großes Zutun abklingen. Husten kann jedoch, gerade in der kalten Jahreszeit, auch hartnäckiger sein. Bein einer Dauer bis zu acht Wochen wird von einem akuten Husten gesprochen, danach wird er als chronisch bezeichnet. Bei einem lang andauernden Husten müssen andere Krankheitsursachen in Erwägung gezogen werden. Die einfache Erkältung könnte sich zu einer Bronchitis oder Lungenentzündung weiterentwickelt haben. Andere mögliche Ursachen sind frühkindliches Asthma, Allergien, Mukoviszidose und Keuchhusten[2][3].

Allgemeine Maßnahmen

Mit 12 Monaten sind Babys schon sehr agil, was es ihnen erleichtert, den Schleim in ihrer Lunge zu lösen und abzuhusten. Trotzdem kann es sein, dass sie während einer Erkältung besonders unruhig sind, Probleme beim Schlafen haben oder auch sehr erschöpft wirken. Um das allgemeine Wohlbefinden zu steigern und die gereizten Atemwege zu beruhigen, helfen einige einfache Maßnahmen. Ganz wichtig ist viel frische und feuchte Luft in den Wohnräumen. Mindestens einmal täglich sollte gelüftet werden. Wenn das Raumklima durch Heizen zu trocken ist, helfen ein Raumluftbefeuchter oder nasse Handtücher über den Heizkörpern. Ebenso gut kann der Wäscheständer im Kinderzimmer platziert werden. Solange das Kind fieberfrei ist, sind tägliche Spaziergänge sehr wohltuend. Weiterhin sollte das Kind ausreichend trinken, da sich der Schleim in den Bronchien dadurch verflüssigt und besser löst. Im Alter von einem Jahr sind warme Kräutertees bei Husten am besten geeignet. Um tief sitzenden Schleim zu lösen, kann dem Kind leicht auf den Rücken oder die Brust geklopft werden [1][5].

Hausmittel/ Anwendungen

Ein altbekanntes Hausmittel bei Husten ist Zwiebelsaft. Um diesen zu erhalten, muss eine Zwiebel aufgeschnitten und mit etwas Zucker bestreut werden. Der Saft, der sich nach einer Zeit absetzt, wird mit einem Löffel verabreicht. Wenn das Kind keinen Zwiebelsaft mag, kann auch ein Zwiebelsäckchen über seinem Bett aufgehängt werden, damit es die Dämpfe einatmet. Inhalationen und Dampfbäder helfen, den Schleim zu lösen und die gereizten Atemwege zu beruhigen. Als Zusatzstoffe geeignet sind zum Beispiel Kamille oder etwas Salz. Ätherische Öle sind unter Umständen gefährlich für Babys, das sie ihre Atemwege zusätzlich reizen. Sie sollten somit nicht verwendet werden! Homöopathische Globuli und andere Medikamente auf homöopathischer Basis werden gerne gegeben, da sie sehr sanft wirken und auch bei Kleinkindern bedenkenlos verabreicht werden können. Trotzdem sollten ein geeignetes Präparat und seine korrekte Dosierung nur in Absprache mit einem Arzt ausgesucht werden. Einige häufig verwendete Wirkstoffe bei Husten sind die Folgenden:

  • Ferrum phosphoricum: Wird bei den ersten Anzeichen einer Erkältung gegeben.
  • Bryonia: Wird bei quälendem, trockenem Reizhusten, der durch vermehrte Flüssigkeitszufuhr und Frischluft gebessert werden kann, verabreicht. Häufig geht er mit Brustschmerzen einher.
  • Pulsatilla: Wird bei trockenem Husten nach Anstrengung gegeben, der sich über Nacht zu einem produktiven Husten wandelt, der mit viel gelblichem Schleim am Morgen einhergeht. Beim Husten kann das Baby einen Würgereiz entwickeln. An der frischen Luft tritt Besserung ein. Das Baby verspürt wenig Durst.
  • Belladonna: Ist die Erkältung bereits voll ausgereift und entwickelt das Baby zusätzlich hohes Fieber, wird dieses Mittel verabreicht. Weitere Anwendungen sind ein trockener, bellender Husten, der vor allem abends und nachts auftritt und durch Bewegung oder tiefes Einatmen ausgelöst wird.
  • Ipecacuanha: Wird bei erstickenden Hustenanfällen gegeben, die eine Blaufärbung von Haut und Lippen verursachen und verstärkt abends beim Schlafengehen auftreten. Durch den Husten können Übelkeit und eventuell Erbrechen ausgelöst werden [2][4][5].

Medikamente

Bei einer Erkältung ist eine Medikamentengabe meistens überflüssig. Antibiotika würden nicht wirken, da sie gegen Bakterien gerichtet sind, bei einer Erkältung aber in über 90% der Fälle Viren die Auslöser des Infekts sind. Hustenblocker sind ungeeignet, da Husten die Atemwege reinigt und von Krankheitserregern befreit. Er sollte also gar nicht unterdrückt werden. Außerdem sind viele der handelsüblichen Wirkstoffe nicht für Kleinkinder geeignet, da sie bei ihnen einerseits viel zu hoch dosiert wären und andererseits unerwünschte Nebenwirkungen auftreten können. Es darf niemals ohne ärztliche Rücksprache etwas aus der Hausapotheke bei Babys angewendet werden! Wenn die Ursache des Hustens woanders liegt und die Symptome sehr stark oder langanhaltend sind, dann wird der Arzt ein speziell zur Krankheitsursache passendes Mittel verschreiben, was verträglich für Kinder mit 12 Monaten ist [3][4].

Zu beachten

Entwickelt das Baby ganz plötzlich einen Hustenanfall und zeigt ansonsten keine weiteren Krankheitsanzeichen, hat es möglicherweise einen Fremdkörper verschluckt oder eingeatmet. Dies geschieht häufig beim Essen, wenn Speichel oder Nahrungsbestandteile in die Luftröhre gelangen. Hat das Kind Zugang zu kleinen Gegenständen, kann es diese in den Mund stecken und verschlucken. Dadurch kann ebenfalls ein Hustenanfall und eventuell sogar Atemnot ausgelöst werden. Der Fremdkörper muss schnellstmöglich entfernt werden, da eine akute Erstickungsgefahr besteht!

Steckt der Nahrungsrecht oder Fremdkörper weiter oben im Rachen, kann er vorsichtig entfernt werden. Ist das nicht möglich, kann das Baby mit dem Oberkörper leicht nach unten gelagert werden (z. B. auf dem eigenen Oberschenkel). Sein Kopf wird dabei leicht überstreckt. Dann wird zwischen seine Schulterblätter geklopft. Sind diese Maßnahmen nicht hilfreich und leidet das Kind unte akuter Atemnot, läuft es blau an oder wird es sogar bewusstlos, muss sofort ein Notarzt hinzugezogen werden[3][5]!