Husten Beim Kind: Krankheitstypen

Schleimiger Husten (Kind)

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Husten im Kindesalter ist eines der häufigsten Symptome, das Eltern zu einem Besuch beim Kinderarzt veranlasst. Der Husten selbst ist keine Krankheit, sondern ein wichtiger Schutzmechanismus des Körpers, um die Atemwege von körperfremden Partikeln, wie zum Beispiel Bakterien, Sporen und Viren, zu befreien. Diese bleiben in den kleinen Flimmerhärchen der Atemwege hängen und werden dann mit dem dort produzierten Schleim zusammen abgehustet. Das Auftreten von schleimigem Husten ist meist durch bakterielle oder virale Infektionen bedingt. Häufig tritt schleimiger Husten im Rahmen einer Erkältung (akute Bronchitis) auf, die durch einen Infekt der oberen Atemwege mit Viren verursacht wird. Bei Kindern treten Erkältungen besonders während der Eingewöhnungszeit in Gemeinschaftseinrichtungen gehäuft auf, da sie hier vermehrten Kontakt zu anderen Kindern haben. Im Durchschnitt macht ein Kind bis zu zehn Infekte pro Jahr durch. Der hierbei auftretende Husten wird auch als produktiver Husten bezeichnet, da bei einem Hustenanfall auch Sekret mit nach oben befördert wird (feuchter Husten). Bisweilen kann der Auswurf eitrig sein, da das Immunsystem auch Bakterien, die sich in den Atemwegen angesammelt haben (bakterielle Superinfektion), vernichtet und diese auf dem gleichen Weg nach draußen befördert.

Im Folgenden wird sowohl auf die Ursachen von schleimigem Husten bei Kindern als auch auf Behandlungsmöglichkeiten und wichtige Dinge, die beachtet werden sollten, eingegangen [1][4].

Ursachen von schleimigem Husten bei Kindern

Husten ist als eine Art Reinigungssystem für die Atemwege zu sehen. Eingeatmete Partikel, wie beispielsweise Bakterien, Vieren, Staub oder Pollen, bleiben in der Regel an den Flimmerhärchen der Schleimhaut in den Atemwegen hängen und werden von hier aus Richtung Rachen transportiert. Die Partikel werden dann entweder verschluckt oder ausgehustet. Durch infektbedingte Entzündungen kann dieser Transportmechanismus beeinträchtigt sein, weshalb der Körper mehr Schleim produziert, um die Krankheitserreger effektiver aus den Atemwegen eliminieren zu können. Dieser muss jedoch zusätzlich abgehustet werden, was häufig zu Beschwerden führt.

Erkältung (akute Bronchitis)

Eine Erkältung wird durch Tröpfchen, also durch Niesen, Sprechen oder Husten, übertragen. Besonders kleine Kinder stecken sich daher leicht durch engen sozialen Kontakt an, beispielsweise bei den Geschwistern oder im Kindergarten. Ausgelöst wird der Infekt in der Regel durch Viren, nur selten durch Bakterien. Nach einer Inkubationszeit von circa zwei Tagen haben sich die Viren auf den Schleimhäuten so weit ausgebreitet, dass die ersten Symptome auftreten. Dies äußerst sich meist in trockenem Husten, der von Schnupfen begleitet wird. Sobald die Viren die Atemwege verlassen haben, können sie sich im ganzen Körper ausbreiten und für weitere Symptome wie Fieber, Heiserkeit, Kopf-, Hals- und Gliederschmerzen sorgen. Häufig macht sich zusätzlich ein allgemeines Krankheitsgefühl bemerkbar. Nach einigen Tagen ändert sich die Qualität des Hustens. War dieser anfänglich noch trocken, so tritt nun ein meist zähflüssiger und weißlicher Auswurf auf (produktiver Husten). Es kann außerdem zu einer zusätzlichen Infektion der Atemwege mit Bakterien kommen (bakterielle Superinfektion), die in die bereits angegriffenen Schleimhäute leicht eindringen können. In diesem Fall hat der abgehustete Schleim dann eine gelblich bis grünliche Farbe [2][3].

Lungenentzündung (Pneumonie)

Anders als bei der Erkältung liegt bei einer Lungenentzündung keine Entzündung der Atemwegsschleimhäute, sondern eine Entzündung der Lungenbläschen (Alveolen) und/oder des Lungenbindegewebes vor. Auch diese Erkrankung wird durch Tröpfchen übertragen (Niesen, Sprechen, Husten), weshalb sich besonders Kinder leicht anstecken können. Neugeborene, Säuglinge und Kleinkinder sind hierfür besonders anfällig, da ihr Immunsystem noch nicht vollständig ausgereift ist und die Erreger daher nicht effektiv bekämpfen kann. In den Industrienationen (Nordamerika, Australien, Neuseeland, Europa und Japan) erkranken jährlich schätzungsweise 2,6 Millionen Kleinkinder an einer Lungenentzündung, davon muss mehr als die Hälfte im Krankenhaus behandelt werden. Circa 3000 Kinder versterben jährlich an den Folgen einer Pneumonie. Bei Säuglingen und Kleinkindern sind Viren die häufigsten Erreger der Lungenentzündung. Diese gelangen über den Nasen-Rachen-Raum in den Körper und wandern von dort aus über die Luftröhre in die Lunge. Die Viren schädigen auch die Schleimhäute der Bronchien, was eine zusätzliche bakterielle Infektion der Atemwege begünstigen kann [2][4][6]. Typische Symptome sind:
hohes Fieber: Dieses geht meist mit Schüttelfrost einher.Husten: Dies ist ein häufiges Symptom, tritt aber nicht immer auf.
Gerade Neugeborene und Säuglinge sind noch nicht in der Lage, den Schleim abzuhusten. Sie verschlucken ihn stattdessen und erbrechen ihn meist später wieder. Wenn Husten auftritt, dann ist er anfangs trocken und schmerzhaft und danach mit gelblich bis rötlichemAuswurf.Atemnot: Bei starkem Sauerstoffmangel können sich die Lippen und die Schleimhäute im Mund bläulich verfärben. Dies wird Blausucht (Zyanose) genannt. Die Atmung ist außerdem schnell und flach. Der Puls ist beschleunigt.Brust- und Bauchschmerzen: Diese werden vor allem durch das starke Husten verursacht.Aufstellen der Nasenflügel beim Einatmen („Nasenflügeln“)

Behandlung von schleimigem Husten bei Kindern

Erkältung (akute Bronchitis)

Eine Erkältung wird in der Regel immer symptomatisch behandelt. Das bedeutet, die Linderung der Symptome, wie zum Beispiel schleimiger Husten, steht im Vordergrund. Es ist wichtig, die Erkältung vollständig auszukurieren, um Rückfälle zu vermeiden. Kinder sollten daher Bettruhe halten, viel trinken (bei Kindern circa 1 Liter pro Tag) und auf den Besuch von Gemeinschaftseinrichtungen verzichten, bis sie wieder gesund sind. Bei schleimigem Husten können sowohl eine Reihe von Hausmitteln eingesetzt werden, die helfen können, den Schleim zu lösen, als auch spezielle Hustenlöser (Expektorantien) aus der Apotheke. Diese machen den Schleim dünnflüssiger und unterstützen so das Abhusten.
Die folgenden Hausmittel können unterstützend angewendet werden, um schleimigen Husten zu lindern und die Genesung zu fördern.

Hausmittel

Inhalation

Besonders bei starkem Husten und verschleimten Atemwegen kann die Inhalation von heißem Wasserdampf dazu beitragen, diese wieder zu öffnen.Für kleine Kinder ist es am einfachsten, auf dem Schoß eines Erwachsenen über einer Schüssel mit heißem Wasser zu inhalieren. Dem Wasser können verschiedene pflanzliche Extrakte beigefügt werden. Hierzu eigenen sich besonders gut ätherische Öle aus Eukalyptus, Tannenöl oder Latschenkiefer, da diese den Schleim gut lösen können. Wer keine Extrakte zu Hause hat, kann das Kind auch mit herkömmlichem Kamillentee inhalieren lassen, da dieser entzündungshemmend wirkt. Bei Babys oder sehr kleinen Kindern empfiehlt es sich, die Dusche warm aufzudrehen und mit dem Kind im Arm gemeinsam den wohltuenden Wasserdampf zu inhalieren. Diese Methode ist schonender für die Atemwege von Kleinkindern, aber genauso effektiv wie eine herkömmliche Inhalation. Generell sollte darauf geachtet werden, dass das Wasser nicht zu heiß ist, damit sich das Kind nicht verbrühen kann. Kinder unter 3 Jahren sollten außerdem nicht mit ätherischen Ölen inhalieren, da diese Schleimhautschwellungen auslösen können, was die Symptome einer Erkältung zusätzlich verschlimmern kann. Bei bekannten Allergien solle zuvor Rücksprache mit einem Arzt genommen werden [5].

Tee bei schleimigem Husten bei Kindern

Zur Lösung des Schleims kann ein Tee mit einer Mischung aus 10 bis 25 g Fenchelfrüchte(angestoßen), 25 bis 40 g Spitzwegerichkraut, 25 bis 35 g Süßholzwurzel und 10 bis 40 g Thymiankrauthelfen. Zu seiner Herstellung wird ein Esslöffel dieser Mischung mit 150 ml kochendem Wasser übergossen und für etwa 10 Minuten ziehen gelassen. Danach wird das Ganze abgeseiht und mit einem Löffel Honig gesüßt. Von diesem Tee können Kinder mehrmals täglich eine Tasse trinken. Allerdings sollte bei Säuglingen und Kindern unter 12 Monaten auf Honig verzichtet werden. Honig ist ein Naturprodukt und kann Spuren des Nervengifts Botulinumtoxin enthalten. Dieses Gift ist für Erwachsene ungefährlich. Bei Säuglingen jedoch wird noch zu wenig Magensäure gebildet, sodass das Gift nicht neutralisiert werden kann. Die Folge können gravierend Krämpfe (Säuglingsbotulismus) sein [5].

Honig-Zwiebel-Saft

Zwiebelsaft enthält Wirkstoffe, die antibakteriell und schleimlösend wirken können. Darüber hinaus sind auch Stoffe enthalten, die das Immunsystem unterstützen und so positiv zur Genesung beitragen können. Zur Zubereitung des Zwiebelsaftes wird eine große Zwiebel in kleine Stücke geschnitten und in ein Einmachglas oder Ähnliches gegeben. Die Stücke werden anschließend mit Honig übergossen und das Glas verschlossen. Den Saft über Nacht ziehen lassen und bei Bedarf drei Teelöffel morgens und abends verabreichen. Bei Säuglingen und Kindern unter 12 Monaten sollte aus oben genannten Gründen auf die Gabe von Honig verzichtet werden. Hier kann die Zwiebel beispielsweise mit etwas Zuckerwasser statt mit Honig übergossen werden [7].

Medikamente

Bei Bedarf können auch nicht rezeptpflichtige Medikamente zur Lösung des Schleims verabreicht werden.
Insbesondere bei kleinen Kindern muss unbedingt auf das Mindestalter, die Dosierungsempfehlungen auf dem Beipackzettel sowie die Nebenwirkungen geachtet werden. Auch wenn die folgenden Medikamente frei in der Apotheke erhältlich sind, sollten ungeklärte Fragen mit dem zuständigen Arzt oder Apotheker besprochen werden.

Schleimlösende Medikamente

Ambroxol: Ambroxol gehört zu den schleimlösenden Wirkstoffen. Es verflüssigt den zähen Schleim und erleichtert so dessen Abhusten. Dadurch klingt der Husten schneller ab. In Saftform eignet sich Ambroxol vor allem für kleinere Kinder. Für Kinder unter 2 Jahren werden zweimal täglich 1,25 ml Saft, für Kinder von 2 bis 5 Jahren dreimal täglich 1,25 ml Saft und für Kinder von 6 bis 12 Jahren zwei- bis dreimal täglich 2,5 ml Saft empfohlen.
Ambroxolsaft wird z. B. als Ambroxol ratiopharm®, Mucosolvan® oder Ambroxol AL Saft® im Handel angeboten [8].

Acetylcystein: Acetylcystein gehört gleichfalls zu den schleimlösenden Wirkstoffen. Durch die Auflösung des dichten Maschenwerks, das den Schleim zäh macht, erleichtert es das Abhusten des Schleims und lindert den Husten. Das Medikament ist für Kinder unter 2 Jahren nicht geeignet. Eine Tagesgesamtdosis von zwei- bis dreimal je einer Tablette ACC® akut junior wird für Kinder von 2 bis 5 Jahren empfohlen (das entspricht 200–300 mg Acetylcystein pro Tag).
Acetylcystein-Brausetabletten werden z. B. als ACC® akut junior, Acemuc® und Aeromuc® angeboten [9].

Lungenentzündung (Pneumonie)

Zeigt das Kind Symptome einer Lungenentzündung, so sollte diese nicht selbst behandelt, sondern immer ein Arzt aufgesucht werden, da es sich um eine ernsthafte Erkrankung handelt. Obwohl Lungenentzündungen bei Kleinkindern in der Regel durch Viren verursacht werden, wird der Arzt meist ein Antibiotikum verschreiben, um das Risiko einer zusätzlichen bakteriellen Infektion auszuschließen. Aufgrund ihres noch nicht ausgereiften Immunsystems gehören Kleinkinder zu einer Risikogruppe und müssen deshalb in schwerwiegenderen Fällen stationär behandelt werden. Bei einer milderen Verlaufsform kann der Arzt auch entscheiden, dass das Kind die Lungenentzündung zu Hause auskurieren darf. Hierbei sollten die Eltern besonders darauf achten, dass die verschriebenen Medikamente genau nach Verordnung eingenommen werden. Auch wenn die Symptome schon weitestgehend abgeklungen sind, müssen die Medikamente zu Ende genommen werden; dies gilt vor allem für Antibiotika! Nach Absprache mit dem behandelnden Arzt können auch die oben beschriebenen Hausmittel zum Einsatz kommen, um die Genesung zu unterstützen [6].

Zu beachten

Tritt beim Kind schleimiger beziehungsweise produktiver Husten auf, so sollte vorsorglich immer ein Arzt aufgesucht werden. Dieser kann durch verschiedene Untersuchungen feststellen, ob es sich um eine harmlose Erkältung oder eine ernstere Erkrankung handelt. Besonders wenn sich die Symptome über mehrere Tage hinweg nicht bessern oder gar schlimmer werden, sollte dies unbedingt ärztlich abgeklärt werden. Andernfalls besteht das Risiko, dass die kindlichen Atemwege dauerhaft geschädigt werden oder sich chronische Erkrankungen manifestieren. Im Allgemeinen sind besonders Ruhe und ausreichende Flüssigkeitszufuhr für die Genesung des Kindes sehr wichtig. Auch für genügend Frischluft sollte immer gesorgt werden, da trockene Luft oder Rauch zusätzlich die Atemwege reizen.

Da Lungenentzündungen unter anderem schwerwiegende Verläufe haben können, müssen diese immer durch einen Arzt behandelt werden. Auch hier muss auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet werden, da oftmals hohes Fieber auftritt, was den Körper austrocknen kann. Bei sehr hohem Fieber kann der Arzt beispielsweise fiebersenkende Mittel in Zäpfchenform verschreiben. Bisweilen kann es auch zu schmerzhaften Begleiterscheinungen, wie einer Rippenfellentzündung (Pleuritis) kommen [1][3][6].