Husten Beim Kind: Krankheitstypen

Trockener Husten (bei Kindern)

© PantherMedia / Hannes Eichinger

Husten (lat. Tussis) ist ein sehr häufiges Symptom, das auch bei Kindern oft vorkommt und auf die verschiedensten krankhaften Prozesse in den Atemwegen hindeuten kann. Als eigenständige Krankheit ist Husten dabei nicht zu bewerten, sondern vielmehr als Reinigungs- und Schutzmechanismus des Körpers. Der folgende Artikel behandelt die möglichen Ursachen von trockenem Husten bei Kindern, weist auf mögliche Behandlungsoptionen hin und zeigt einige beachtenswerte Punkte auf, bei denen ein Arzt konsultiert werden sollte.

Ursachen von trockenem Husten bei Kindern

Die Ursachen von trockenem Husten können sehr vielfältig sein; generell liegt aber immer eine mehr oder minder gravierende Veränderung in den Atemwegen des Kindes vor, die den Hustenreiz auslöst. In den Bronchien, also den Luftwegen in der Lunge, und in der Luftröhre selbst liegen freie Nervenendigungen in der Schleimhaut, die auf verschiedene Reize reagieren und reflexartig Husten auslösen. Diese Hustenrezeptoren registrieren z. B. schleimhautreizende Substanzen wie Zigarettenrauch oder bestimmte Gase, sind aber auch bei entzündlichen Vorgängen sensibilisiert, etwa im Rahmen von Infekten oder Allergien. Es wird akuter Husten von chronischem unterschieden, der bereits über längere Zeit (3–6 Wochen) hindurch besteht. Außerdem wird trockener Reizhusten ohne Auswurf vom sogenannten produktiven Husten mit schleimigem Auswurf abgegrenzt [1].

Eine der häufigsten Ursachen für Husten ist eine Erkältung bzw. ein grippaler Infekt. Dabei handelt es sich um eine zumeist viral bedingte Infektion der Atemwege, die eine Entzündungsreaktion mit anschließendem Hustenreiz auslöst. Vor allem Adeno-, Rhino-, Parainfluenza-, Coxsackie- und RS-Viren, die in der kalten Jahreszeit weit verbreitet sind, stecken häufig hinter den Beschwerden. Sie werden mittels Tröpfcheninfektion, also z. B. über Niesen und Husten, übertragen und setzen sich in den Atemwegen des Betroffenen fest. Vor allem Kinder, deren Immunsystem noch nicht vollständig entwickelt ist und viele Erreger schlichtweg noch nicht kennt, machen derartige Infekte sehr häufig durch. Oft überlappen mehrere Erkältungen einander und führen zu lang anhaltenden Beschwerden, die nicht auf die kalte Jahreszeit beschränkt sein müssen [2].

Typischerweise beginnt ein grippaler Infekt mit trockenem Husten, der auch von Halsweh begleitet sein kann. Im weiteren Verlauf entwickelt sich meist aber auch ein klar-schleimiger Auswurf, eventuell gemeinsam mit Schnupfen, Fieber oder Mattigkeit. Abhängig vom Erreger und davon, ob das Immunsystem des Kindes schon Kontakt mit ihm hatte, kann der Krankheitsverlauf sehr unterschiedlich sein. Generell sind grippale Infekte selbstlimitierend, bessern sich also auch ohne Behandlung binnen weniger Tage und sollten nach spätestens drei Wochen gänzlich verschwunden sein. Eine Antibiotikagabe ist nur bei bakteriellen Infektionen wirksam und nützt bei viralen Infekten überhaupt nicht. Leidet das Kind aber unter Fieber (mehr als 38,5 °C) oder starker Abgeschlagenheit, sollte ein Arzt konsultiert werden, um gegebenenfalls das Fieber zu senken [2].

In manchen Fällen kann zum viralen Infekt eine sogenannte bakterielle Superinfektion auftreten, wenn Bakterien es schaffen, das durch die Viren bereits geschwächte Immunsystem zu überwinden. Der Krankheitsverlauf ist in diesen Fällen gravierender (Fieber, starkes Krankheitsgefühl, Kopf- und Gliederschmerzen). Ein von Eiter stark gelb gefärbter Hustenauswurf kann einen ersten Hinweis geben. Auch in diesem Fall empfiehlt es sich, einen Arzt aufzusuchen.
Von der Erkältung ist die echte Grippe (Influenza) zu unterscheiden. Hierbei handelt es sich ebenfalls um eine virale Infektion, die aber – gerade bei Kindern – einen schweren Krankheitsverlauf ähnlich wie bei einer bakteriellen Infektion nehmen kann. Eine Grippeimpfung schützt vor Influenza, nicht aber vor herkömmlichen grippalen Infekten. Eine Behandlung mit Antibiotika ist – da die Krankheit von einem Virus ausgelöst wird – nicht möglich [4].

Außerdem kommt bei Kindern eine Reihe von Kinderkrankheiten infrage, die trockenen Husten und eventuell einen starken Krankheitsverlauf auslösen können. Dazu zählen etwa Pseudokrupp, Mukoviszidose oder Pfeiffer-Drüsenfieber, die ebenfalls ärztlich abgeklärt werden sollten [3].

Abgesehen von Infektionen können aber auch andere Erkrankungen zu trockenem Husten führen. Wenn der Husten vermehrt saisonal auftritt oder ein bestimmter Auslöser (z. B. Pollen, bestimmte Nahrungsmittel oder körperliche Anstrengung) erkennbar ist, können Allergien oder Asthma bronchiale die Ursache sein. Die Überempfindlichkeitsreaktion des Immunsystems führt in diesen Fällen ebenfalls zu einer Entzündung der unteren Atemwege mit Husten als Begleiterscheinung. Gerade in der Anfangsphase der Erkrankung kann sich Asthma primär über trockenen Reizhusten zeigen, der oft über Wochen hinweg anhält. Für eine adäquate Behandlung, spätestens aber, wenn Atemprobleme oder die typischen pfeifenden Atemgeräusche auftreten, sollte ein Lungenfacharzt aufgesucht werden. Je früher allergisch bedingtes Asthma bei Kindern erkannt wird, desto besser sind die Behandlungsmöglichkeiten [5].

Schließlich führen auch schleimhautreizende Substanzen und Luftschadstoffe zu Reizhusten, wenn sie in hoher Konzentration in der Atemluft vorliegen. Dazu zählen etwa lokal erhöhte Smog-oder Ozonwerte, die trockenen Husten verursachen können. In diesem Zusammenhang ist Passivrauchen zu erwähnen, auf das besonders Kinder sehr empfindlich reagieren. Im Zigarettenrauch befinden sich unzählige schleimhautreizende und -schädigende Stoffe, die langfristig auch bei Passivrauchen zu ernsthaften Folgeschäden bis hin zu Lungenkrebs führen können [5].

Behandlung von trockenem Husten bei Kindern

Husten selbst ist keine Krankheit, sondern erfüllt eine wichtige Schutz- und Reinigungsfunktion. Deshalb sollte im Rahmen einer Behandlung auch nicht primär der Husten unterdrückt, sondern die zugrunde liegende Ursache behandelt werden. Gerade bei Kindern sollte der Gang zum Arzt sehr früh in Erwägung gezogen werden, um Asthma oder Kinderkrankheiten ausschließen zu können und, wenn nötig, eine rechtzeitige Behandlung einzuleiten.

Bei sehr starkem Husten steht dem Arzt eine Reihe von verschreibungspflichtigen Medikamenten zur Verfügung, um den Hustenreiz stillen zu können. Diese sogenannten Hustenstiller (Antitussiva) haben aber ein relativ breites Nebenwirkungsprofil, das von Verstopfung bis hin zu Abhängigkeit reicht, und werden deshalb, gerade bei Kindern, nur sehr zögerlich eingesetzt [6].

Zur Linderung der Hustenbeschwerden empfehlen sich bei Kindern bewährte Hausmittel. Um die Atemwege zu befeuchten und zu wärmen, können Inhalationen mit feuchtem Dampf versucht werden. Dazu wird Wasser in einem großen Topf zum Sieden gebracht und der entstehende Wasserdampf anschließend intensiv eingeatmet. Zur stärkeren Sättigung der Luft mit Dampf kann ein sauberes Tuch über Kopf und Topf geschlagen werden. Der Zusatz von ätherischen Ölen aus Kräutern wie Salbei, Melisse oder Pfefferminze schafft einen angenehmen Geruch und kann durch entzündungshemmende Inhaltsstoffe der Kräuter zudem positive Effekte auf den Krankheitsverlauf nehmen [6].

Kräutertees, etwa mit Lindenblüten, Holunder und Kamille, Efeublättern, Pfefferminze oder Baldrianwurzel, können die Beschwerden ebenfalls lindern. Auch diese Kräuter enthalten entzündungshemmende Stoffe, wirken zudem allgemein beruhigend und können das Immunsystem im Rahmen einer Erkältung unterstützen. Ebenfalls bewährt hat sich Isländisches Moos, eine in Europa weitverbreitete Strauchflechte, die in Apotheken in Form von Tees, Hustensäften oder Pastillen (z. B.Luuf® Halspastillen, Isla-Moos®, Isla-Pastillen von Sanova®) erworben werden kann [7].

Zu beachten

Trockener Husten bei Kindern hat zumeist recht harmlose Ursachen. Hält er aber über mehrere Wochen hindurch an oder wird er von ernsthaften Krankheitssymptomen wie Fieber oder starker Abgeschlagenheit begleitet, sollte zur Ergründung der Ursache und um eine ursächliche Therapie einleiten zu können, ein Kinderarzt konsultiert werden. Warnhinweise sind, wenn der trockene Husten plötzlich in produktiven Husten mit schleimigem Auswurf übergeht, der von Eiter stark gelb oder von Blut rot gefärbt ist. Auch in diesen Fällen sollte ein Arzt aufgesucht werden. Das gleiche gilt für plötzlich einsetzende Atemprobleme.