Husten Chronisch: Krankheitstypen

Ständiger Hustenreiz (ohne Erkältung)

© PantherMedia / Andriy Popov

Als Husten wird ein Schutzreflex des Körpers bezeichnet, der bei Versagen des primären Schutzmechanismus, der Reinigung der Atemwege durch kleine Härchen in der Schleimhaut, eintritt. Ausgelöst wird dieser Reflex durch verschiedene Stimuli, wie chemische Substanzen (Gase, Säuren) oder physikalische Reize (Rauch, Staub). Der Husten dient also der Befreiung der Atemwege von Fremdkörpern oder Schleim. In den meisten Fällen tritt das Symptom Husten im Zuge eines Atemwegsinfektes auf und bleibt häufig etwas länger als die anderen Erkältungssymptome bestehen. Überdauert der Husten mehrere Wochen, wird von chronischem Husten gesprochen, der auf mehrere Ursachen zurückzuführen sein kann. Die häufigsten werden hier näher beschrieben [1].

Ursachen

Rauchen, als häufigste Ursache des chronischen Hustens, kann durch Zerstörung der feinen Härchen in der Atemwegsschleimhaut zum Auftreten von lange anhaltendem Husten führen. Bei weiter fortgeschrittener Schädigung der Atemwege wird von einer chronischen Bronchitis gesprochen, die durch Husten und Auswurf über mindestens 3 Monate an den meisten Tagen der Woche über die letzen 2 Jahre definiert wird. Seltener kann dieses Krankheitsbild auch durch berufliche Exposition (einer Substanz ausgesetzt sein) gegenüber chemischen Substanzen oder anderen Giftstoffen auftreten. Die schwerste Form der Atemwegserkrankungen im Zuge des Rauchens ist die chronisch obstruktive Lungenkrankheit (COPD). Hier liegt neben der chronischen Bronchitis ein Lungenemphysem vor, eine Überblähung der Lunge im Zuge einer gestörten Belüftungsfunktion. Neben dem Husten treten Symptome wie Keuchen, Luftnot unter Belastung und eine verlängerte Ausatemdauer auf. Wichtig ist die Unterscheidung zwischen COPD und Asthma bronchiale. Während COPD erst ab dem 50. Lebensalter und fast immer mit einer positiven Rauchervorgeschichte auftritt, liegt Asthma bronchiale meist schon im Kindesalter vor und geht häufig mit einer Allergie einher. Die Atembeschwerden zeigen sich bei Asthma meist anfallartig, nachts und in den frühen Morgenstunden, wobei COPD-bedingte Atemnot chronisch und insbesondere unter Belastung auftritt [1].

Das Upper Airway Cough Syndrome (UACS) zählt zu den häufigsten Ursachen des chronischen Hustens und kann durch chronische Nasennebenhöhlenentzündungen hervorgerufen werden [1]. Auslöser des Hustenreflexes sind dabei der sogenannte „post nasal drip“ (dabei läuft chronisch Sekret aus dem Nasenraum die Rachenhinterwand hinunter und reizt in der Luftröhre und den oberen Bronchien die Hustenrezeptoren), eine erhöhte Schleimproduktion der Nasenschleimhaut und eine Übererregbarkeit der Hustenrezeptoren, beides ausgelöst durch die anhaltende Entzündungsreaktion [2].

Bei Vorliegen diverser Allergien kann der Hustenreflex durch eine Übererregbarkeit der Atemwege ausgelöst werden, es wird von einer bronchialen Hyperreagibilität gesprochen. Beschrieben wird ein andauernder trockener Husten [1].

Tritt trockener, unproduktiver Husten meist nach dem Essen oder nachts auf, deutet dies auf eine gastroösophageale Refluxkrankheit hin. Neben dem Hustenreiz können sowohl Sodbrennen, Schluckstörungen, Brustschmerz als auch Mundgeruch, Heiserkeit, Räuspern und eine erhöhte Speichelproduktion vorliegen [1]. Durch den inkompletten Schluss des Muskels am Übergang der Speiseröhre in den Magen kommt es zu einem Rückfluss der Magensäure in die Speiseröhre; diese chemische Reizung löst dann den Hustenreflex aus [3].

Es besteht eine Vielzahl an Medikamenten, welche durch das Eingreifen in bestimmte Stoffwechselvorgänge des Körpers einen Hustenreiz auslösen können; dies wird als medikamenteninduzierter Husten bezeichnet. Eines der meistverschriebenen dieser Arzneien sind die sogenannten ACE-Hemmer, die in der Therapie des Bluthochdrucks und bei Herzproblemen eingesetzt werden. Einige Wirkstoffe sind Captopril, Enalapril, Lisinopril, Ramipril. Der Husten ist meist nicht produktiv und mit kitzelnden, kratzenden Empfindungen im Hals verbunden. Betablocker (Atenolol, Carvedilol, Metoprolol), ein weiteres Mittel zur Therapie von Herzerkrankungen und Bluthochdruck sowie Antirheumatika (Acetylsalicylsäure, Ibuprofen, Diclofenac) zur Behandlung von entzündlichen Gelenkserkrankungen können ebenfalls zu einem Hustenreiz führen [1].

Heute meist mit mildem Verlauf und chronisch trockenem Husten, zeigt sich die Pertussis (Keuchhusten). Die Erkrankung verläuft in mehreren Stadien, die mit Husten, leicht erhöhter Temperatur und Nasenschleimhautentzündung (Schnupfen) beginnen. Nach 2–4 Wochen zeigt sich ein anfallartiger bellender Husten, der mit Erbrechen einhergehen kann. Fieber ist in diesem Stadium nicht mehr vorhanden. Da die Pertussis über 8 Wochen andauern kann, wird sie oft nicht mit den anfänglichen Symptomen in Verbindung gebracht. Wichtig ist eine schnelle Diagnose, um eine gezielte Therapie einleiten zu können [1].

Als weitere Ursache für chronischen Husten müssen bösartige Neubildungen in den Atemwegen (Bronchialkarzinom, Lungenkarzinom) mittels Thoraxröntgen (Röntgen des Brustkorbs) ausgeschlossen werden [1].

Behandlung

Da chronischem Husten oft eine ernsthafte Grunderkrankung zugrunde liegt, sollte in jedem Fall ein Arzt aufgesucht werden. Dieser kann dann die Erkrankung diagnostizieren und gezielt behandeln [1].

Wichtigster Bestandteil der Hustentherapie ist die Raucherentwöhnung, da die meisten Ursachen des chronischen Hustens mit Nikotinmissbrauch in Zusammenhang stehen und durch Rauchkarenz bedeutende Besserungen der meisten Atemwegserkrankungen erzielt werden [1]. 

Eine reichliche Wasserzufuhr stillt den Hustenreiz und sorgt für ausreichend feuchte Schleimhäute [1]. 

Als Hausmittel zur Lösung von Schleim in den Atemwegen kann die Inhalation von Wasserdampf mit zugesetzten pflanzlichen Stoffen durchgeführt werden [1]. Eine Kombination aus Honig und Kaffee führt laut Studien zu einer schnellen Linderung des akuten Hustenreizes [4]. 

Zur schnellen Symptomlinderung können Phytopharmaka (pflanzliche Wirkstoffe), die schleimlösend und bronchienentspannend wirken, eingesetzt werden. Myrtol, ein Präparat aus vier verschiedenen ätherischen Ölen, kann zur Behandlung der chronischen Bronchitis verwendet werden [5]. Auch Pflanzen wie Efeublätter oder Thymian fördern den Auswurf von Schleim und entspannen die Bronchien [6]. 

Besteht ein produktiver Husten mit erhöhter Schleimproduktion, etwa im Zuge einer chronischen Bronchitis, kann mit Expektorantien(Hustenlösern) wie Ambroxol versucht werden, den Schleim zu lösen [7]. 

Hustenstillende Mittel (Antitussiva) werden ausschließlich bei quälendem, trockenem Reizhusten verschrieben und dürfen nicht länger als 14 Tage eingenommen werden. Da sie allein den Hustenreiz stillen und nicht seine Ursache bekämpfen, sollten sie nur abends eingenommen werden, um eine ruhige Nacht zu gewährleisten [1]. Wichtig ist, bei der Einnahme von schleimlösenden Präparaten auf Antitussiva zu verzichten, da sonst der gelöste Schleim nicht abgehustet werden kann und es zur Ansammlung des Schleims in den Atemwegen kommt [8]. 

Bei Vorliegen eines gastroösophagealen Refluxes sollten nichtmedikamentöse Empfehlungen wie Gewichtsreduktion, körperliche Aktivität, Nahrungskarenz bis zu 4 Stunden vor dem Einschlafen, Ernährungsumstellung, Nikotinkarenz und langsames Essen kleiner Portionen einer medikamentösen Therapie vorgezogen werden [1]. 

Liegt Husten im Zuge einer Arzneimitteleinnahme vor, so sollte das hustenverursachende Medikament von dem behandelnden Arzt abgesetzt und ein neuer alternativer Therapieplan erstellt werden [1].

Zu beachten

Treten Blutbeimengungen im Auswurf auf, sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden, da dies auf mehrere ernste Krankheitsbilder hinweisen kann [1].

Besteht ein direkter Zusammenhang zwischen der Atemwegserkrankung beziehungsweise dem Husten und der beruflichen Tätigkeit, sollte der Kontakt mit den krankheitsauslösenden Substanzen dringend vermieden werden. Allenfalls sollte ein Berufswechsel in Betracht gezogen werden [1].