Husten Chronisch: Krankheitstypen

Ständig trockener Husten (chronisch)

© PantherMedia / Tom Baker

Um Fremdstoffe und Schleim aus der Lunge und den Bronchien zu entfernen, sind wir in der Lage, durch eine starke Kontraktion der Atemmuskeln und stoßartiges Auspressen der Atemluft zu husten. Dies ist ein lebenswichtiger Reflex unseres Körpers.

Husten tritt in verschiedenen Formen auf. Es gibt z.B. trockenen Husten (Husten ohne Auswurf, Reizhusten), produktiven Husten (Husten mit Auswurf), bellenden Husten (z.B. beim Keuchhusten), nächtlichen Husten oder Husten als Reaktion auf bestimmte Lebensmittel und Medikamente [1].
Ständig trockener Husten (Reizhusten), der über längere Zeit anhält, kann durch infektiöse und auch nichtinfektiöse Faktoren bedingt sein. Einige Ursachen sowie ihre Behandlungsmöglichkeiten werden im Folgenden vorgestellt.

Ursachen von ständig trockenem Husten (chronisch)

Beim trockenen Husten bildet sich normalerweise kein Schleim oder Sekret in der Lunge bzw. den Bronchien, welche den Hustenreflex auslösen. Er kann akut durch Fremdpartikel wie Staub oder trockene Raumluft initiiert werden, aber auch Vorbote einer beginnenden Infektion sein. Nach einer durchlaufenen Infektion, wenn Schnupfen und Fieber bereits abgeklungen sind, kann trockener Husten ebenfalls noch hartnäckig und wochenlang anhalten. Dieser postinfektiöse (nach einer Infektion) Husten sollte sorgfältig beobachtet werden. Er könnte auch als Begleiterscheinung einer Chronifizierung auftreten. Vor allem chronisch entzündete Nasennebenhöhlen oder Mittelohrentzündungen können nach vorangegangenen, eventuell nicht ganz ausgeheilten Infektionen trockenen Husten mit verursachen [1].

Hinter einem ständig trockenen Husten kann sich ebenso Asthmaverbergen. Auch wenn keine weiteren asthmatypischen Symptome wie Atemnot und zähglasiger Auswurf auftreten, gibt es dennoch Formen von leichtem Asthma, die über Jahre als Reizhusten abgetan werden können [2].

Rippenfellentzündungen (Pleuritis) treten häufig im Rahmen einer bakteriell bedingten Lungenentzündung auf, können aber auch durch Viren ausgelöst werden (z. B. durch Coxsackie-Viren). Sie können ferner auf einen Tumor hinweisen, der ins Lungengewebe einwächst. Zum trockenen Husten kommt hier noch ein stechender Schmerz im Rippenbereich dazu, der meist beim Einatmen auftritt (atmungsabhängiger Schmerz), wenn der Brustkorb sich dabei ausdehnt und das entzündete Gewebe sich mitbewegt [3].

Ebenfalls stechende Schmerzen beim Atmen verursacht eine Lungenembolie. Hier gelangt ein Blutgerinnsel, meist aus den tiefen Bein- und Beckenvenen, in ein Lungengefäß und verschließt dieses. Beim fulminanten (plötzlichen, schnellen und schwerwiegenden) Verlauf einer Lungenembolie kommt es schlagartig zu Schmerzen in der Brust, starker Atemnot, Herzrasen und Husten.

Ständig trockener Husten kann aber auch durch kleine Embolien ausgelöst werden, die zuerst nicht als solche erkannt werden, da nur sehr kleine Gerinnsel in die Lunge eindringen und keine großen Gefäße verschließen. Dieser Form der Lungenembolie können auch bösartige Erkrankungen zugrunde liegen, welche die Blutzusammensetzung beeinflussen und so die Mini-Gerinnsel bilden [4].

Bei der Einnahme bestimmter Herzmedikamente (ACE-Hemmer), nichtsteroidaler Antirheumatika (spezielle Schmerzmittel, z. B. Acetylsalicylsäure oder Ibuprofen), Cortison und einiger anderer Arzneien kann als Nebenwirkung ständig trockener Husten auftreten.

Behandlung von ständig trockenem Husten (chronisch)

Vor einer Behandlung steht die genaue Ursachenforschung.

Bei Infektionen durch Bakterien kommen meist Antibiotika zum Einsatz. Bakteriell verursachte Rippenfellentzündungen werden ebenfalls mit Antibiotika behandelt; sind Viren die Ursache, wird eine Rippenfellentzündung symptomatisch therapiert.

Die Behandlung von Asthma benötigt je nach Ausprägung Medikamente, welche u. a. das übermäßige Zusammenziehen der Bronchien (Hyperreagibilität) vermindern. Cortison in Form von Inhalationssprays (z. B. Seretide®, Avamys®, flutiform®) wird hier zur Dauermedikation eingesetzt, da es bei regelmäßiger Anwendung die Empfindlichkeit der Bronchien herabsetzt und so dem Zusammenkrampfen vorbeugt. Bei phasenweise, akut einsetzendem Asthma – wenn der trockene Husten bei Asthma immer wieder auftritt – können kurzwirksame Beta-2-Sympathomimetika (ebenfalls als Inhalationsspray; z. B. Salbutamol AL®, Symbicort®, Aerodur Turbohaler®) innerhalb weniger Minuten den Husten lindern. Sie haben eine ähnliche Wirkung auf die Bronchien wie Cortison-Sprays, nur wesentlich schneller [2].

Der fulminante Verlauf einer Lungenembolie ist ein Notfall und muss umgehend klinisch behandelt werden. Bei kleineren, wiederkehrenden (rezidivierenden) Embolien werden (neben der Behandlung der Grunderkrankung) Medikamente eingesetzt, welche die Blutgerinnung vermindern und so der Bildung der Thromben vorbeugen (z. B. Marcumar®, Xarelto®, Mono-Embolex®) [4].

Generell kann trockener Reizhusten durch allgemeine Maßnahmen wie eine ausreichende Raumbefeuchtung (z. B. bei trockener Heizungsluft) gemildert werden, auch eine erhöhte Trinkmenge kann den Husten lindern. Dadurch wird die Stoffwechselaktivität der Schleimhäute angeregt, sodass diese vermehrt Sekret zur Befeuchtung der Atemwege produzieren. Folgende Heilkräuter können in Form von Tees oder Inhalationen besonders bei trockenem Husten hilfreich sein, da sie Schleim- oder Gerbstoffe enthalten. Diese können sich schützend auf trockene Schleimhäute (Schleimstoffe) legen oder regen die Sekretbildung in den Atemwegen an (Gerbstoffe):

  • Huflattich (Tee, nicht geeignet in Schwangerschaft und Stillzeit durch darin enthaltene Alkaloide)
  • Königskerze (Tee und Inhalation)
  • Leinsamen (als Tee: geschroteten Leinsamen mit etwas Wasser einige Zeit quellen lassen und dann kurz erwärmen)
  • Malvenblätter (Tee)Meerrettich (als Sud: frisch gerieben mit Honig und Wasser kurz aufkochen)[5]

Zu beachten

Jeder Husten, der länger als 4 Wochen anhält, muss grundsätzlich ärztlich abgeklärt werden. In vielen Fällen steckt eine harmlose Ursache dahinter; es können sich aber auch Krankheiten anderer Organe durch einen Husten als einziges Symptom äußern (z. B. Lungenmetastasen). Ständig trockener Husten kann ferner mit einer Tuberkulose einhergehen, die in manchen Fällen unerkannt bleibt, aber dennoch ansteckend ist [6].