Husten: Krankheitstypen

Leichter Husten

Husten kann in ganz verschiedenen Ausprägungen auftreten. Dabei kommt es sehr auf die zugrunde liegende Erkrankung an, auf welche Art und Weise der Husten symptomatisch wird. Denn Husten ist in den meisten Fällen keine eigenständige Krankheit, sondern als Symptom nur Ausdruck einer solchen.[4]

Leichter Husten betrifft sehr viele Menschen, vor allem in der kalten Jahreszeit, und geht meist schnell und folgenlos vorüber. Er wird besonders oft durch leichte virale Infekte ausgelöst. Die weiteren typischen Erkältungssymptome, wie Schnupfen, Heiserkeit und Halsschmerzen, können, müssen aber nicht, begleitend auftreten. Für viele Menschen und insbesondere Kinder ist es nicht ungewöhnlich, mehrmals im Jahr unter Husten zu leiden.[1][3][4]

Deswegen stellt der folgende Artikel kurz die wichtigsten Ursachen und die entsprechenden Behandlungsmöglichkeiten zusammen.

Ursachen von leichtem Husten

Husten kann in unterschiedlichen Formen auftreten. Eine wichtige Frage zur Beurteilung des Hustens ist dabei die Dauer. Dauert eine Hustenperiode länger als acht Wochen an, spricht man definitionsgemäß von chronischem Husten. Des Weiteren lässt sich Husten in unproduktiven, trockenen Husten und produktiven Husten mit Auswurf einteilen.[4]

Doch welche natürliche Funktion hat Husten eigentlich? Unsere Atemwege, das heißt Nasen-Rachen-Raum, Luftröhre und Bronchien, sind mit einer Schleimhaut ausgekleidet. Diese ist von einer Schicht aus Schleim (Mucus) überzogen, in dem sich Fremdkörper wie Staub oder Krankheitserreger (Pathogene) verfangen, kleben bleiben und durch die Bewegung abertausender kleinster Härchen (Zilien) wieder hinausbefördert werden.

Sind diese Fremdkörper jedoch zu groß oder in zu großer Menge eingedrungen, braucht dieser Mechanismus, der in der Fachsprache auch „mukoziliäre Clearance“ genannt wird, Unterstützung durch einen Hustenstoß, der die Fremdkörper samt Schleim durch einen kräftigen, abrupten Luftstoß auswirft. Husten hat also eine natürliche Schutzfunktion.[3] Krankhafter Husten entsteht, wenn die Hustenfühler (Hustenrezeptoren) der Schleimhaut überreizt sind, wie es beispielsweise bei einer Entzündung der Schleimhaut der Fall ist. Dann werden die Rezeptoren sensibilisiert, das heißt, sie reagieren auch auf schwache Reize, bei denen eigentlich kein Hustenreflex ausgelöst werden sollte.

Die häufigste Ursache für akuten Husten stellen leichte virale Infekte der oberen Atemwege dar. Die Erreger sind unter anderem Rhino- oder Adenoviren.[3] Diese verursachen eine Entzündung der Schleimhaut der Atemwege und lösen somit auch die typischen Symptome einer Erkältung aus. Oft leidet der Patient aber lediglich unter einer Entzündung des Rachenraumes, was sich durch Halsschmerzen, Heiserkeit und Reizhusten bemerkbar machen kann. Weitere mögliche Begleitsymptome sind Schnupfen, tränende Augen und leichtes Fieber.[3][4]

Eine Erkältung beginnt mit trockenem Husten, der nach zwei bis drei Tagen in produktiven Husten mit grünlichem Auswurf übergeht. Die Ausprägung des Hustens kann dabei von sehr leicht bis hin zu einer manifesten Bronchitis reichen.[3] Tritt Fieber auf, sollte allerdings in jedem Falle ein Arzt zur weiteren Abklärung hinzugezogen werden. Ebenfalls häufig kommen Reizungen der Schleimhaut durch Reizstoffe, wie Zigarettenrauch, Autoabgase oder sogenannte Aerosole, einer Mischung aus winzigen festen oder flüssigen Teilchen und Luft, vor.[4][6] Das entsprechende Symptom ist ein plötzlich auftretender Reizhusten, der meist schnell wieder abklingt. Nicht zuletzt stellt auch zu trockene Raumluft für manchen schon einen Hustenreiz dar. Eine weitere Ursache für leichten Husten stellen Allergien und Überreaktionen des Immunsystems, wie Asthma (Asthma bronchiale), dar. Sie sind schwer von viralem Husten zu unterscheiden, lassen sich aber häufig mit bestimmten Umwelteinflüssen in Zusammenhang bringen. Nicht selten leiden Betroffene gleichzeitig unter weiteren Allergien, wie beispielsweise Heuschnupfen (allergische Rhinitis) oder Hausstaubmilbenallergie.[3][6]

Chronischer Husten dauert definitionsgemäß länger als acht Wochen an.[4] Sehr häufig ist er durch Rauchen verursacht. Der Zigarettenrauch reizt die Atemwege und schädigt die feinen Härchen, die normalerweise für den Abtransport des Schleimes sorgen (mukoziliäre Clearance). Dementsprechend muss diese Funktion durch Husten ersetzt werden. Rauchen führt in den meisten Fällen zu einer chronischen Bronchitis mit starkem Reizhusten. Eine daraus resultierende schwere Lungenerkrankung ist die chronische obstruktive Lungenerkrankung (COPD), wie sie bei langjährigen Rauchern auftritt.[3][4][6] Husten kann außerdem die Nebenwirkung einiger Medikamente (z. B. ACE-Hemmer zur Senkung des Blutdruckes) sein.[4] Die Ursachen für chronischen Husten sind aber sehr weit gestreut und bedürfen der Betreuung durch einen fachkundigen Arzt.

Behandlung von leichtem Husten

Akuter, leichter Husten bedarf in der Regel keiner spezifischen Therapie. Er klingt meist ohne Behandlung nach wenigen Tagen bis hin zu drei Wochen folgenlos ab.[2][3] Zur Symptomlinderung sind am besten Allgemeinmaßnahmen geeignet. Dazu zählen neben Ruhe eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, Wasserdampfinhalationen und Rachenspülungen mit 0,9-prozentiger Kochsalzlösung.[2][3]

Außerdem empfiehlt sich eine nicht zu trockene Raumluft, sodass die Atemwege nicht austrocknen. Nicht selten lässt sich der unangenehme Hustenreiz auch durch Hustenbonbons oder Lutschpastillen (z. B. Isländisch Moos) gut unterdrücken.

Vielen sind auch Hustenstiller (Antitussiva) bekannt. Dies sind Medikamente, welche die Wirkstoffe Codein, Dextromethorphan oder Pentoxyverin enthalten. Sie können die Entstehung des Hustenreizes im Hustenzentrum hemmen. Von ihrer Verwendung wird aber aufgrund der Nebenwirkungen allgemein abgeraten. Bei leichtem Husten werden sie keine merkliche Verbesserung bringen.[2][3]

Spezifische Behandlungsmethoden:

Bei Reizung der Atemwege

Bei einfachem Reizhusten steht die Beseitigung der Noxe, also des schädlichen Einflusses auf die Schleimhaut, im Vordergrund. Dies kann durch Vermeidung von Zigarettenrauch und Autoabgasen bis hin zu einem Mundschutz bei Tätigkeiten mit reizenden Stoffen führen. Neben Hustenbonbons und Hustentee ist Honig ein bewährtes Hausmittel.[7] Eine spezifische Behandlung ist aber meist nicht notwendig.

Viraler Infekt der oberen Atemwege

Viele Menschen klagen gerade im Winter über Erkältungskrankheiten und virale Infekte der Atemwege. Die Symptome werden aber, je nach Ausprägung, über kurz oder lang von selbst zurückgehen.[2][3] Eine medikamentöse Therapie ist in den meisten Fällen deshalb nicht notwendig. Wer nichts unversucht lassen möchte, kann zu diversen Hausmitteln greifen. Bewährt haben sich dabei Honig mit warmer Milch, Hustentees, warme Halswickel oder Zwiebelsirup. Diese Methoden können die oben genannten Allgemeinmaßnahmen sinnvoll ergänzen. Zudem gibt es eine ganze Reihe pflanzlicher Mittel, die nebenwirkungsarm sind und somit Anwendung finden können. Dazu zählen Tees und Sirups, die Thymian, Spitzwegerich, Efeu oder Isländisch Moos enthalten.[3]

Allergie/Asthma

Besteht der Verdacht auf eine Allergie oder Asthma, sollten alle Maßnahmen auf jeden Fall mit einem Arzt besprochen werden. Auch hier gilt es in erster Linie, die auslösende Substanz ausfindig zu machen. Lässt sich diese wie bei Heuschnupfen nur schwer vermeiden, kommen sogenannte Antihistaminika zum Einsatz, welche die Rezeptoren (Fühler) für Histamin, einen Botenstoff des überreagierenden Immunsystems, blockieren und so die Symptome unterdrücken. In Absprache mit einem Arzt sind zum Teil auch Sprays, die Kortisol oder Salbutamol, ein sogenanntes Beta-2-Sympatomimentikum, enthalten. Sie sollen ebenfalls das Immunsystem lokal unterdrücken und die Atemwege weiten.[3]

Raucherhusten

Im Mittelpunkt der Behandlung steht natürlich ein Verzicht auf Tabakkonsum. Zusätzlich sollte ein Arzt zurate gezogen werden, der die Folgen und den Verlauf der Erkrankung einschätzen kann.

Zu beachten

Husten, im Speziellen leichter Husten, ist in den meisten Fällen ein Symptom ohne hohen Krankheitswert. Es gibt aber einige Warnzeichen, die nichtsdestotrotz beachtet werden und zum Besuch eines Arztes führen sollten. Dazu zählen Husten, der länger als eine Woche anhält oder sich verschlechtert, hohes Fieber (über 38,5 °C), Schmerzen beim Atmen, Luftnot oder blutiger Auswurf.[3][4] Ein chronischer Husten, der länger als acht Wochen besteht, ist jedoch immer behandlungsbedürftig.

Da Husten häufig viral bedingt ist, sollte die Ansteckungsgefahr für weitere Personen so klein wie möglich gehalten werden. Effektive Mittel sind, nicht in die Hände, sondern in die Armbeugen zu husten, und regelmäßiges Händewaschen.[2]