Husten: Krankheitstypen

Rasselnder Husten

© PantherMedia / Markus Guhl

Jede Sekunde, jede Minute, jede Stunde, Tag für Tag atmen wir wie selbstverständlich vor uns hin, um unseren Körper mit Sauerstoff zu versorgen, ohne darüber nachzudenken. Wie empfindlich und fragil diese wichtige Funktion unseres Körpers ist, merken wir aber erst, wenn wir krank werden. Sind Fieber und Husten erst einmal da, ist die Verschleimung unserer Lunge nicht weit – und mit ihr auch die Rasselgeräusche. Warum es genau dazu kommt und wie die zugrunde liegenden Erkrankungen behandelt werden können, wird im Folgenden erläutert.

Ursachen von rasselndem Husten

Rasselgeräusche in der Lunge entstehen durch Schleim und Lungensekret, wenn Luft die Atemwege passiert, am Schleim vorbeiströmt und diesen in Schwingung versetzt. In der Lunge selbst, genauer in den Alveolen (Lungenbläschen), entstehen die Rasselgeräusche auch, wenn sich diese beim Einatmen entfalten und der Schleim dadurch in Bewegung gerät. Hier sind die Rasselgeräusche aber dann eher „feinblasig“ und als feines Knistern mit dem Stethoskop wahrnehmbar. Sind die Bronchien betroffen, fallen die Rasselgeräusche eher „grob“ aus, man spricht daher auch von „grobblasigen“ Rasselgeräuschen. Je kleiner also das Lumen (der Durchmesser) des Lungenabschnitts, in dem sich der Schleim oder das Sekret ansammeln, desto feiner werden die Geräusche. Dadurch lässt sich die Verschleimung und damit auch die Erkrankung meist einem bestimmten Lungenabschnitt zuordnen.

Grobblasige Rasselgeräusche, die eher der bronchialen Region zuzuweisen sind, können aufgrund folgender Erkrankungen auftreten:

akute Bronchitis – Diese kann durch eine Vielzahl von Bakterien und Viren verursacht werden. Es handelt sich hier um eine Entzündung der Bronchiolen mit grippaler Symptomatik (Fieber, Husten, Halsschmerz, Schnupfen, Kopf- und Gliederschmerzen) [1].

Lungenödem – oft bei einer Linksherzinsuffizienz. Durch eine verminderte Pumpleistung der linken Herzkammer staut sich das Blut zurück in die Lunge. Die Folge ist eine Flüssigkeitsansammlung, die durch den Druck auf die Lungenbläschen in die Lunge abgepresst wird. Die Folge sind Atemnot und Rasselgeräusche [2].

Bei feinblasigen Rasselgeräuschen, wenn also nicht die Bronchien, sondern die Lungenlappen selbst betroffen sind, kann eine Lungenentzündung (Pneumonie) vorliegen. Diese kann als Komplikation bei nahezu allen Infektionen mit grippaler Symptomatik auftreten, also zusätzlich zur Erkältung. Wenn z. B. eine akute Bronchitis vorliegt (mit grobblasigen Rasselgeräuschen), kann eine Lungenentzündung (mit feinblasigen Rasselgeräuschen) noch hinzukommen, entweder als Zweitinfektion anderer Erreger oder die Keime wandern aus den Bronchien in die Lungen ab.

Eine typische Lungenentzündung (meist durch Bakterien verursacht) verläuft oft mit hohem Fieber, Schüttelfrost, Husten mit Auswurf, Atemnot und eben den feinblasigen Rasselgeräuschen über den Lungenflügeln. Sichtbar wird eine Lungenentzündung im Röntgenbild des Brustkorbs; erkennbar sind deutlich die Stellen, an denen sich die Flüssigkeit (Infiltrat) angesammelt hat.

Eine atypische Lungenentzündung kann hingegen sehr symptomarm und fast unbemerkt ablaufen, oft ohne Fieber, grippaler Symptomatik oder Rasselgeräuschen in der Lunge. Der Befund im Röntgenbild steht hier meist im krassen Gegensatz zur fehlenden Symptomatik, denn die Infiltrate sind hier dennoch deutlich sichtbar [3].
Aber nicht nur als Folgeinfektion kann eine Lungenentzündung auftreten, auch Infektionskrankheiten können sie von vornherein auslösen.

Die häufigsten Erreger sind:

Legionellen (Legionella pneumophila): Diese Bakterien vermehren sich in stehenden Gewässern und werden dann, wenn das Wasser in Bewegung kommt, in feinen Tröpfchen an die Umwelt abgegeben und von uns eingeatmet (Aerosole). Klimaanlagen (auch in Kliniken), Schwimmbäder, Whirlpools sind häufige Erregerreservoirs für Legionellen. Eine Legionellose kann sowohl fulminant (sehr heftig) als auch in einer leichten Variante (als sogenanntes Pontiac-Fieber) ablaufen [4].

Pneumokokken: Dies sind ebenfalls Bakterien (Streptococcus pneumoniae), die über Tröpfchen (Husten, Niesen) übertragen werden und eine schwere Lungenentzündung auslösen können. Vor allem Kinder, alte und kranke Menschen können davon betroffen sein. Das Immunsystem Gesunder kann die Erreger normalerweise gut abwehren [3].

Influenza-Viren: Obwohl es sich um Viren handelt, kann die Lungenentzündung bei einer richtigen Grippe einen schweren Verlauf nehmen. 40 °C hohes Fieber und ein ausgeprägtes Schwächegefühl über mehrere Wochen sind typische für eine echte Grippe [5].

Chlamydien: Von diesen Bakterien gibt es sehr viele Unterarten; die Lungenentzündung wird aber meist von Chlamydophila pneumoniae und Chlamydophila psittaci (durch Vögel übertragen, sogenannte Ornithose) verursacht. Vor allem Chlamydophila pneumoniae ist ein sehr häufiger Erreger für Erkrankungen der Atemwege. Neben einer Lungenentzündung können auch eine Bronchitis und eine Rachenentzündung auftreten [6].

Lungentuberkulose: Der Erreger ist ebenfalls ein Bakterium (Mycobacterium tuberculosis). Die Tuberkulose kann unterschiedlich verlaufen, z. B. auch still, ohne dass sie bemerkt wird (bei guter Abwehrkraft). Bei einer Streuung der Erreger kann beispielsweise auch eine Lungenentzündung entstehen [7].

Bei Asthma und bei einer chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung(COPD) kommt es oft zu „trockenen“ Rasselgeräuschen. Im Gegensatz zu Infekten bildet sich hier ein eher zähflüssiges Sekret, vor allem in den Bronchien. Die Geräusche sind daher auch mehr ein trockenes Brummen, Giemen oder Pfeifen als ein „Blubbern“ und treten meist beim Einatmen auf, häufig auch in Kombination mit Atemnot [9]. Sowohl bei Asthma als auch bei der COPD kommt es zu einer Verengung der Bronchien mit Schleimbildung – beim Asthma zeitweise (Anfall) und bei der COPD progredient (fortschreitend) durch die Schädigung der Lungen nach langjährigem Zigarettenrauchen.

Behandlung von rasselndem Husten

Da dem Husten meist eine Grunderkrankung zugrunde liegt, muss vornehmlich diese behandelt werden. Bei bakteriellen Infektionen kommen meist Antibiotika zum Einsatz, bei viralen Infekten (die nicht fulminant verlaufen) wird meist symptomatisch behandelt. Grundsätzlich können die von der STIKO (Ständige Impfkommission des Robert Koch-Instituts) empfohlenen Impfungen schweren und lebensbedrohlichen Erkrankungen vorbeugen [1][3].

Einem Lungenödem durch eine Linksherzinsuffizienz muss ebenfalls gründlich auf den Grund gegangen werden. Eine Linksherzinsuffizienz ist meist kein akuter Zustand, sondern oft die Folge von gravierenden Vorerkrankungen. Ein Herzinfarkt, eine Erkrankung der Herzkranzgefäße oder jahrelanger hoher Blutdruck (Hypertonie) können eine Linksherzinsuffizienz zur Folge haben. Entscheidend für die Diagnose ist hier die gesamte Krankengeschichte (Vorerkrankungen in der Vergangenheit) [2].

Bei Asthma und COPD kommen Medikamente zum Einsatz, welche die Bronchien erweitern bzw. auch die Empfindlichkeit der Bronchien (Hyperreagibilität) herabsetzen. Für die Behandlung von Asthma werden Beta-2-Sympathomimetika (z. B. Salbutamol AL®, Symbicort®, Aerodur Turbohaler®) und Cortison (z. B. Seretide®, Avamys®, flutiform®) eingesetzt, für die COPD Bronchodilatatoren (z. B. Spiriva®, Respimat®, Eklira®) [8].

Wenn kein schwerwiegender Verlauf mit sehr hohem Fieber besteht, kann zur Linderung des rasselnden Hustens auch auf Hausmittel zurückgegriffen werden. Tees und Teezubereitungen aus z.B. Thymian, Spitzwegerich, Ingwer, Fichte oder Königskerze können helfen, die Verschleimung zu lösen und damit das Abhusten zu unterstützen. Dampfbäder oder Inhalationen mit Eukalyptus und Campher wirken ebenfalls schleimlösend. Genügend trinken – dies kann den Stoffwechsel der Schleimhäute anregen und so ebenfalls den Abtransport des Schleims fördern [9].

Zu beachten

Husten und Rasselgeräusche sollten bei grippalen Infekten nach spätestens 2–3 Wochen abgeklungen sein. Es kann sein, dass danach noch einige Zeit lang ein trockener Husten besteht (bis zu 4 Wochen). Hält die Symptomatik aber länger an, sollte dringend ein Arzt aufgesucht werden. Zweitinfektionen sind nicht selten und können unter Umständen sogar eine chronische Lungenerkrankung auslösen.

Durch unsere schnelllebige Berufswelt wird oft viel zu früh das Bett verlassen und so fehlt wichtige Zeit zur vollständigen Regeneration der Lunge. Bei einer Influenza z.B. kann bis zu 6 Wochen nach der Genesung eine Immunschwäche und damit eine besondere Anfälligkeit für eine erneute Infektion bestehen.

Sollte sich im Auswurf des Hustens Blut finden, ist sofort ein Arzt zu konsultieren!