Husten Reizhusten: FAQ

Unproduktiver Husten (Hausmittel)

© PantherMedia / Markus Guhl

Der Husten (Tussis) entsteht, nachdem die Stimmritzen kurz durch einen Reiz beim Einatmen reflexartig geschlossen werden. Der dabei aufgebaute Druck führt dazu, dass die Atemluft explosionsartig entweicht. Der Hustenreflex wird durch Reizung der sogenannten Hustenrezeptoren vermittelt, die sich insbesondere in der Schleimhaut des Rachens (Pharynx) und an den Brochienaufteilungen befinden.

Der Husten ist ein Reinigungs- und Schutzmechanismus der Atemwege und der Lunge. Die Ursachen für den Husten können sehr vielseitig sein, so beispielsweise physikalische Reize wie Staub, Rauch, Fremdkörper, entzündliche Reize, Viren, Bakterien, Allergene oder Erkrankungen der Lunge.

Bei dem Husten handelt es sich um kein eigenständiges Krankheitsbild, sondern um ein Symptom, das durch verschiedene Krankheiten oder Reize ausgelöst wird.

Je nach zeitlichem Ablauf des Hustens wird zwischen einem akuten Husten, der bis zu circa 3 Wochen dauern kann, und einem chronischen Husten, der länger als 6-8 Wochen besteht, unterschieden.

Zusätzlich wird der Husten je nach Hustenart in den unproduktiven (trockenen) Reizhusten ohne Auswurf und den produktiven Husten mit Auswurf unterteilt.

Häufige Ursachen für den akuten unproduktiven Husten sind Erkältungskrankheiten (grippale Infekte), akute Bronchitis, Grippe (Influenza) oder Allergien.

Hausmittel beim unproduktiven Husten

Eine Erkältung ist die häufigste Ursache für einen trockenen, unproduktiven Husten bei sonst gesunden Menschen. Er tritt meistens zusammen mit anderen Symptomen einer Erkältung wie Schnupfen (Rhinorrhoe), Halsschmerzen (Pharyngitis) Kopf-, Glieder- und Muskelschmerzen auf. Der Husten sowie die anderen Erkältungssymptome gehen in der Regel auch ohne Medikamenteneinnahme innerhalb von 1-2 Wochen zurück, seltener kann der Husten bis zu 3 Wochen andauern.

Wenn der Husten plötzlich auftritt und es keine Hinweise auf eine Erkältung gibt und zusätzliche Symptome wie Herzrasen (Tachykardie), Atemnot (Dyspnoe), Kurzatmigkeit (Tachypnoe), sehr hohes Fieber über 38,5 Grad Celsius bestehen, sollte dringend ein Arzt aufgesucht werden.

Um den Erkältungshusten zu lindern, werden häufig verschiedene Hausmittel verwendet, beispielsweise:

Warme Getränke

Bei einem Husten ist auf eine ausreichende Trinkmenge zu achten; vor allem geeignet sind warme Getränke (Kräutertees). Zur Linderung des Hustenreizes können Teeaufgüsse aus Thymian, Anis, Fenchel, Anis, Kamille oder Pfefferminze getrunken werden. Diesen Kräutern wird eine entzündungshemmende und krampflösende Wirkung nachgesagt und können zur Linderung der Beschwerden verwendet werden. Außer Allergien gegen diese Kräuter spricht nichts gegen ihre Anwendung.

Honig

Zusätzlich kann in die warmen Getränke Honig dazugegeben werden oder pur eingenommen werden. Der Honig wird sehr häufig zur Minderung der Hustenbeschwerden verwendet. Wissenschaftlich belegt ist die Wirkung von Honig bei Husten bei Kindern, wobei sich insbesondere die Episoden des nächtlichen Hustens verbessern. Aufgrund der Gefahr einer Lebensmittelvergiftung mit dem vom Bakterium Clostridium tetani freigesetzten Botulinumtoxin, das im Honig vorkommen kann, darf Honig bei Säuglingen unter 1 Jahr nicht verwendet werden. Hintergrund für den sogenannten Säuglingsbotulismus ist das noch nicht vollständig ausgebildete Immunsystem.

Für Erwachsene ist die geringe Menge des Toxins im Honig ungefährlich. Vorsicht bei der Anwendung von Honig ist dennoch geboten, wenn Allergien oder Kreuzallergien bei einer bestehenden Pollenallergie (Heuschnupfen) vorhanden sind.

Auch Malvenblüten haben eine entzündungshemmende und schleimlösende Wirkung und werden bei Halsschmerzen und Husten als Tee getrunken. Für die Zubereitung des Malventees 3 Esslöffel getrocknete Malvenblüten, die in der Apotheke erhältlich sind, auf eine Kanne Wasser (circa 1 Liter) geben und für 10 Minuten ziehen lassen. Dieser Tee kann in kleinen Mengen über den Tag verteilt getrunken werden.

Huflattich wird häufig aufgrund der ihm nachgesagten entzündungshemmenden und hustenstillenden Wirkung zur Beschwerdelinderung verwendet, beispielsweise als Tee. Um den Teeaufguss herzustellen, 1-2 Teelöffel fein geschnittene, getrocknete Blätter mit einer Tasse heißem Wasser übergießen und 5 Minuten ziehen  lassen und absieben. Dieser Tee kann mehrmals täglich je eine Tasse getrunken und bei Bedarf mit Honig gesüßt werden. Den Tee sollte jedoch nicht länger als vier Wochen pro Jahr getrunken werden und ist während einer Schwangerschaft oder Stillzeit nicht empfohlen.

Weitere Hilfsmittel zur Hustenlinderung

Wirsingkompressen

Auch Wirsing kann zur Hustenlinderung angewendet werden. Den Wirsing waschen und die Mittelrippen entfernen. Die Wirsingblätter danach mit einem Nudelholz auswalzen, bis der Saft austritt. Die Blätter auf die Brust legen und mit einer Mullbinde für 60 Minuten fixieren.

Quarkwickel

Ein weiteres Hausmittel, das bei trockenem sowie produktivem Husten verwendet wird, sind Quarkwickel. Für die Anwendung den Quark in die Mitte eines Tuchs geben und in der Mitte falten. Den Wickel mit einer Wärmflasche erwärmen, auf die Brust legen und darüber einen Wollschal tragen. Der Wickel kann bis zu zehn Stunden aufliegen.

Zwiebelsirup

Die Zwiebeln haben eine entzündungshemmende und hustenstillende Wirkung. Sie werden häufig als Zwiebelsirup bei Erkältungshusten verwendet. Dafür eine Zwiebel fein schneiden und in 150 ml Wasser aufkochen. Nachdem sie etwas abgekühlt ist, 1-2 Esslöffel Honig dazugeben. Diese Mischung dann für 30 Minuten ziehen lassen und danach durchsieben. Nach der Aufbereitung den Sirup im Kühlschrank aufbewahren und mehrmals täglich, jeweils einen Teelöffel davon einnehmen.

Rettichsirup

Der Rettich enthält neben Vitamin B und C, viele Mineralstoffe und Spurenelemente sowie Senf- und Schwefelöle und besitzt eine desinfizierende und antibakterielle Wirkung. Um den Rettichsirup herzustellen, wird ein Rettich ausgehöhlt und Honig hineingegeben. Nach circa drei Stunden den Rettich in einer Schüssel abtropfen lassen und den dabei entstandenen Sirup in einer Flasche oder Glas füllen. Zweimal täglich nach dem Essen kann ein kleines Glas getrunken werden.

Dampfinhalationen

Dampfinhalationen mit Meersalz werden häufig zur Linderung des Hustens verwendet. Sie befeuchten die Schleimhäute in Nase und Rachen und wirken somit abschwellend auf diese, was den Husten mindern kann.  Dafür 2 Teelöffel Meersalz (oder Kochsalz) in 1 Liter Wasser auflösen und aufkochen. Die dabei entstehenden Dämpfe können bis zu circa 20 Minuten mit einem Handtuch über den Kopf eingeatmet werden. Wichtig ist, mit dieser Anwendung vorsichtig umzugehen, um Verbrühungen zu vermeiden.
Dampfinhalationen können auch anstelle von Salz mit Kamille, Pfefferminze, Anis, Eukalyptus, Minze oder Thymian durchgeführt werden. Dampfinhalationen mit Pflanzen, die starke ätherische Öle freisetzten, wie beispielweise Eukalyptus, dürfen bei Kindern und Asthmatikern nicht verwendet werden.

Zu beachten

Da es sich bei den Hausmitteln gegen Husten meistens umpflanzliche Produkte handelt, die Allergien auslösen oder gegen die Allergien bestehen können, sollten diese mit Vorsicht verwendet werden.

Da dem chronischen Husten, der länger als 6-8 Wochen besteht, chronische Lungen- oder Herzerkrankungen, oder auch Sodbrennen (Refluxkrankheit) oder Nasennebenhöhlenentzündung (Sinisitis) zugrunde liegen können,muss der chronische Husten unbedingt von einem Arzt abgeklärt werden.