Schnupfen Beim Baby: Begleiterscheinungen

Baby hat Schnupfen und Schreit

© PantherMedia / Kasia Bialasiewicz

Schnupfen ist auch bei Säuglingen ein klassisches Symptom eines Infekts der oberen Atemwege. Dabei treten bei Kindern in den ersten Lebensjahren unkomplizierte Atemwegsinfektionen häufig auf.[1] Babys schreien besonders viel, wenn sie von einem Schnupfen betroffen sind. Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Bedeutung von Schnupfen für ein Baby, dessen Entstehung und seinem biologischem Hintergrund.

Medizinische Fakten

Babys, die von einem Schnupfen geplagt werden, schreien häufig. Dies liegt zum einen daran, dass das Allgemeinbefinden gestört ist. Zum anderen sind Babys in den ersten Lebensmonaten ausschließlich Nasenatmer und können nur schlecht durch den Mund Luft holen. Werden sie durch einen Schnupfen gezwungen, durch den Mund Luft zu holen, gelingt ihnen das meist nicht richtig. Die Sauerstoffzufuhr wird verringert, die Kinder beginnen reflektorisch zu schreien und holen in diesem Zuge wieder ausreichend Luft.

Als Erreger von Atemwegsinfekten spielen Viren eine besondere Rolle. Rhino-, Adeno-, Corona- oder (Para-)Influenzaviren verursachen die meisten Infekte. Überwiegend ist die Prognose gut und ein schwerer Verlauf mit Bronchitis oder Lungenentzündung bei Babys selten. Eine Entzündung der Nasensachleimhäute führt zum Schnupfen (Rhinitis) und manifestiert sich bei fast allen Virusinfektionen der Atemwege als Begleitsymptom.[2]Schnupfen tritt selten als isoliertes Symptom auf und wird oft begleitet von Husten, Heiserkeit oder Fieber[3]. Geht beim älteren Säugling ein eitriger Schnupfen zusätzlich einher mit Fieber, Husten und Kopfschmerzen, ist eine Entzündung der Nasennebenhöhlen (einfache akute Sinusitis) wahrscheinlich[4].

Die Inkubationszeit Atemwegsinfekt-verursachender Viren beträgt zwischen 1-3 Tagen. In einem anschließenden Vorstadium sind typische Symptome wie Frieren, Frösteln, Abgeschlagenheit, häufiges Schreien und Appetitlosigkeit zu beobachten. Subfebrile Temperaturen oder Fieber können hinzukommen. Der Übergang in das darauffolgende katarrhalische Stadium wird häufig durch eine Verschlimmerung der allgemeinen Symptomatik markiert, die mit einer wässrigen Sekretion aus der Nase und einer Behinderung der Nasenatmung einher geht. Nach wenigen Tagen schließt sich das muköse Stadium an. Die Allgemeinsymptome lassen nach, der Nasenschleim wird dickflüssig und innerhalb von 5-10 Tagen ist ein Ausheilen wahrscheinlich[5].

Biologischer Zusammenhang

Durch Nase und Mund gelangen Krankheitserreger in den Körper. Hier vermehren sie sich und können einen Infekt verursachen. Durch den Erregerbefall der Atemwegsschleimhäute kommt es zu einer Gefäßerweiterung (Vasodilatation) und Ödembildung in der Submukosa-Schicht der Schleimhaut mit bedingt veränderter Sekretproduktion[6]. Die Schleimhäute sind geschwollen, das Atmen fällt schwer und die Nase läuft. Häufiges Wiederkehren von Infekten liegt oft darin begründet, dass die Infektionen nur zu einer kurzen Immunität führen[7].

Zu beachten

Bei Säuglingen ist das Auftreten von jährlich 3 bis 8 unkomplizierten Atemwegsinfekten normal[8]. Risikofaktoren für Kinder mit rezidivierenden Atemwegserkrankungen sind u.a. Rauchen in der häuslichen Umgebung, eine kurze Stillzeit oder der Aufenthalt in Gemeinschaftseinrichtungen[9]. Eine verstopfte Nase ist oft auf Rückstände von Muttermilch zurückzuführen. Anatomisch ist der Nasen-Rachenraum des Kindes noch nicht ausgereift, Milch kann durch die Nase zurückfließen und sich hier als Ablagerung festsetzen. Vorsichtiges Entfernen des eingetrockneten Nasensekrets erzielt gute Ergebnisse. Die Therapie banaler Atemwegsinfekte orientiert sich also ausschließlich an symptomatischen Maßnahmen.


Behandlungsmöglichkeiten bei Schnupfen