Schnupfen Beim Baby: Begleiterscheinungen

Baby 9/10/11 Monate (Husten u. Schnupfen)

© PantherMedia / Phovoi R.

Ein Baby leidet viel häufiger und Schnupfen (Rhinitis) und Husten (Tussis) als Erwachsene. Das liegt an seinem noch nicht vollständig ausgebildeten Immunsystem. Nachdem 9 Monate (manchmal auch 10 Monate oder 11 Monate) vergangen sind, fällt der Nestschutz der Mutter weg. Die Folge sind häufige Infektionen.

Was der Nestschutz ist, warum Babys ab einem Alter von 9 Monaten besonders häufig krank werden und was beachtet werden sollte, soll im Folgenden erklärt werden.

Medizinische Fakten

Bei 9/10/11 Monate alten Babys deuten Husten und Schnupfen auf einen akuten Infekt der oberen Atemwege hin. Durch die entzündliche Schwellung der Schleimhäute in Hals-, Nasen- und Rachenraum kommt es zu einer verstopften Nase sowie zu Husten. Da Säuglinge nicht oder nicht gut durch den Mund atmen können, bekommen sie nur schwer Luft. Sie schreien viel und versorgen sich in diesem Zuge wieder mit ausreichend Sauerstoff.[1]

Wirkungsweise (Biologischer Zusammenhang)

Bei der Geburt bekommen Babys von ihrer Mutter bestimmte Faktoren mit, die sie in den ersten Wochen nach ihrer Geburt vor Infektionen schützen. Dieser physiologische Schutz wird als Nestschutz bezeichnet. Er hält allerdings nur für rein paar Monate an. Etwa ab dem 9. Lebensmonat muss das Baby langsam sein eigenes Immunsystem aufbauen, da hier der Nestschutz langsam wegfällt. Der Aufbau des Immunsystems geht aber nicht innerhalb weniger Minuten, sondern benötigt einige Wochen. In dieser Zeit bildet das Immunsystem Abwehrzellen, die später gegen Infektionen schützen sollen. Das bedeutet aber auch, dass das Baby in dieser Zeit extrem anfällig ist für alle Arten von Krankheitserregern und schädlichen Einflüssen. Husten und Schnupfen können dabei auf eine Erkältung oder auf eine Grippe hinweisen. Auch externe Faktoren wie Staub, Gase oder Chemikalien können durch eine Reizung der Schleimhäute Husten und Schnupfen verursachen.

Husten und Schnupfen kann weiterhin ein Anzeichen auf eine Allergie sein (zum Beispiel gegen Pollen oder Tierhaare). Ob eine Allergie vorliegt, kann beim Arzt durch den sogenannten Prick-Test bestimmt werden.[2]

Risiken

Husten und Schnupfen können aber nicht nur ein Anzeichen für eine (meist harmlose) Erkältung sein. Breiten sich die Viren oder auch Bakterien weiter im Körper aus, kann es zum Befall weiterer Organe kommen. Im schlimmsten Fall treten eine Entzündung der Bronchien (Bronchitis) oder eine Lungenentzündung (Pneumonie) auf. Um eine schwere Entzündung zu vermeiden bzw. früh behandeln zu können, sollte in folgenden Fällen auf jeden Fall der Arzt aufgesucht werden:

  • Fieber (Pyrexie)
  • Appetitverlust
  • Keine sichtbare Besserung der Symptome nach einer Woche

Auch chronische Erkrankungen wie Mukoviszidose oder Keuchhusten können hinter Husten und Schnupfen stecken. Auch in einem solchen Fall ist es besser, so früh wie möglich einen Arzt zu konsultieren. Je früher eine solche Erkrankung festgestellt und behandelt wird, desto besser ist die Prognose.[3]


Behandlungsmöglichkeiten bei Schnupfen