Schnupfen Beim Baby: Personengruppe

Schnupfen (Baby 1 - 2 Monate)

© PantherMedia / Mitar gavric

Schnupfen ist eine häufig vorkommende Krankheit. Auch Säuglinge erkranken häufig daran und leiden unter einer verstopften oder laufenden Nase. Das kann ihr Allgemeinbefinden beeinträchtigen und ihnen das Trinken erschweren. Ansonsten verläuft diese Erkrankung meist völlig harmlos und zeigt nichts weiter als eine gute Abwehrreaktion des Körpers. Keime, die sonst durch die Atemwege in den Körper gelangen würden, werden schon in der Nase eliminiert und mit Sekreten wieder ausgeschieden. Mit einigen Tagen Geduld und der Unterstützung von sanften Hausmitteln lässt sich ein Schnupfen meistens schnell kurieren [1].

Ein Schnupfen kann viele mögliche Ursachen haben. Bei Babys im Alter von 1–2 Monaten sind die Nasengänge noch wesentlich enger als bei größeren Kindern und Erwachsenen, weshalb sie schon durch kleinste Reize zuschwellen oder verstopfen können. Die häufigste Ursache für Schnupfen sind Viren, die über Tröpfchen aus der Umgebung aufgenommen werden und eine Infektion auslösen. Auch trockene Heizungsluft oder andauerndes Schreien können reichen, um die Nasengänge eines Babys stark anschwellen zu lassen. Hat das Baby ungewöhnlich häufig eine laufende Nase, die morgens schlimmer ist und mit trockenem Husten oder Hautausschlag einhergehen kann, so leidet es eventuell an einer Hausstaubmilben-Allergie. Auch Pollenallergien können schon bei Babys auftreten. Diese Diagnosen können allerdings nur durch einen Besuch beim Kinderarzt gesichert werden. Tritt die verstopfte Nase ganz plötzlich auf, dann könnte es sein, dass ein Fremdkörper (eine kleine Spielfigur oder eine Murmel) hineingelangt ist. Im folgenden Abschnitt wird nur auf die Behandlung eines infektiösen Schnupfens eingegangen [1][2].

Allgemeine Maßnahmen

Normalerweise heilt ein Schnupfen innerhalb von 2 bis 10 Tagen von ganz alleine aus. Einige Maßnahmen können jedoch helfen, den Heilungsprozess zu beschleunigen. Durch die vermehrte Flüssigkeitsaufnahme durch häufiges Stillen bleibt z. B. das Nasensekret flüssig und klar und kann besser ablaufen. Es sollte weiterhin darauf geachtet werden, dass die Raumluft nicht zu trocken ist. Dazu hilft es, regelmäßig zu lüften und, wenn nötig, einen Raumluftbefeuchter zu verwenden. Beim Lüften sollte sich das Baby nicht im gleichen Raum aufhalten, damit es nicht der Zugluft ausgesetzt ist. Die Eltern sollten darauf achten, ihr Baby von Anstrengung und Aufregung fernzuhalten und es viel schlafen zu lassen. Zum Schlafen ist eine Raumtemperatur um die 20 °C empfehlenswert. Zum direkten Entlasten der Schnupfnase kann sie mit weichen Papiertaschentüchern abgewischt werden, die danach sofort hygienisch entsorgt werden sollten. Damit die Haut an der Nase nicht wund und rissig wird, sollte sie regelmäßig mit einer unparfümierten Heilsalbe eingecremt werden. Ist die Verschleimung schon bis in die unteren Atemwege vorgedrungen, so kann sanftes Klopfen oder Massieren des Rückens helfen, den Schleim zu lösen [1][3].

Hausmittel/Anwendungen

Beeinträchtigt die Schnupfnase das Baby sehr, so kann die Anwendung eines Nasensaugers sinnvoll sein. Diese strohhalmähnlichen Geräte erzeugen, je nach Modell elektronisch oder manuell, einen Sog, der den Schleim aus der Nase zieht. Sie müssen unbedingt sehr gründlich gereinigt werden, um nicht selbst zu Keimträgern zu werden. Mit kleinen Pipetten können Kochsalzlösung, Muttermilch oder homöopathische Nasentropfen direkt in die Nasengänge getropft werden. Homöopathische Tropfen oder Globuli können bei Babys gute Wirkungen erzielen und sind eine sanfte Alternative zu stärkeren Medikamenten. Einige Präparate, die bei Babys mit 1–2 Monaten angewendet werden können sind:

  • Allium cepa: bei wässrigem Schnupfen
  • Pulsatilla: bei mildem Schnupfen mit dickem, gelbem Schleim, der sich an der frischen Luft bessert
  • Dulcamara: bei Erkältung nach Durchnässung
  • Nux vomica: bei behinderter Atmung eines überreizten Babys. Nachts ist die Nase verstopft, tagsüber läuft sie.
  • Sambucus nigra: bei trocken verstopfter Nase, die das Baby am Trinken und Schlafen hindert. Besserung tritt durch Wärme und Bewegung ein.

Obwohl homöopathische Mittel in der Regel gut verträglich sind, sollte die Anwendung bei einem so jungen Baby vorher mit dem Kinderarzt abgesprochen und der Beipackzettel besonders aufmerksam gelesen werden [1][3][4].

Medikamente

Je jünger das Baby ist, desto vorsichtiger sollten die Eltern bei der Verwendung von Medikamenten sein, da es schnell zu Unverträglichkeiten kommen kann. Nasentropfen oder Sprays, welche die Wirkstoffe Oxymetazolin oder Xylometazolinhydrochlorid enthalten, dürfen nur in säuglingsgerechter Dosierung verwendet werden (z. B. Olynth 0,025%, Otriven 0,025% Nasentropfen, Nasivin® ohne Konservierungsstoffe Dosiertropfer), da diese Stoffe beim Baby in zu hoher Dosierung zu Atemaussetzern oder komatösen Zuständen führen können. Wenn das Kind fiebert, kann der Kinderarzt Paracetamol-Zäpfchen in gewichtsangepasster Dosierung verschreiben. Falls unbedingt erforderlich, sollten weitere Medikamente von einem erfahrenen Kinderarzt mit Bedacht ausgewählt und dosiert werden [1][5].

Zu beachten

Unter bestimmten Umständen kann ein Schnupfen ernste Folgen haben. Wenn sich zu der Virusinfektion noch Bakterien ausbreiten, dann kann es ein, dass das Baby hohes Fieber bekommt, keuchend atmet und reichlich grün-gelblichen Schleim absondert. Außerdem ist es eventuell appetitlos und hat Durchfall. Bei jedem dieser Anzeichen sollte sofort ein Kinderarzt aufgesucht werden, um eine Bronchitis, eine Lungenentzündung oder eine Respiratory-Syncytical-Virus-Infektion abklären und eventuell behandeln zu lassen. Bei Durchfall muss außerdem eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr gesichert werden, um eine Dehydrierung (Austrocknung) zu vermeiden [3][5].


Behandlungsmöglichkeiten bei Schnupfen