Schnupfen Beim Baby: Personengruppe

Schnupfen (Neugeborenes)

© PantherMedia / Ruslan Olinchuk

Schnupfen gehört zu den typischen Symptomen einer Erkältung. Bei Neugeborenen tritt Schnupfen besonders häufig auf, da die Nasenschleimhaut bereits in geringen Stresssituationen anschwillt und die millimeterdünnen Nasengänge erheblich verstopfen kann. Stark verstopfte Nasengänge sind für Neugeborene (Säuglinge im Alter von 1-28 Tagen) oftmals gefährlicher als für ältere Kinder. Dies liegt vor allem darin begründet, dass Neugeborene noch ausschließlich durch die Nase atmen und die Mundatmung erst später erlernen.[1][2] Der folgende Text soll verschiedene Ursachen des Neugeborenen-Schnupfens beleuchten und Behandlungsvorschläge liefern.

Behandlung von Schnupfen (Neugeborenes)

Als erstes Symptom einer verstopften Nase zeigt sich häufig ein schnorchelartiges Atemgeräusch. Die Atmung des Babys erweist sich als überdurchschnittlich erschwert und geräuschvoll. Körperlicher und psychischer Stress lässt die Schleimhaut anschwellen und fördert die Schleimproduktion. Da Säuglinge sich noch nicht eigenständig des Nasensekrets entledigen können, verbleibt dieses oftmals an seinem Ursprungsort, wo es eindickt und die Nase verstopft. Schnupfen oder Ausfluss aus der Nase kann auch durch das Aufstoßen von Muttermilch entstehen, wenn die Milch durch das Aufstoßen in die Nasengänge gerät. Die Milch verklebt dort auf Grund ihres hohen Eiweiß- und Zuckergehalts und lässt den Ausfluss weißlich erscheinen. Obwohl Säuglinge auf Grund der Antikörper in der Muttermilch meist über eine gute Immunabwehr verfügen, können auch sie sich erkälten, wenn sie vor allem in den kalten Monaten mit Erregern in Kontakt kommen. Im Rahmen einer bakteriellen Infektion verfärbt sich das Schnupfensekret gelblich oder grünlich. Zu den weiteren Symptomen des Schnupfens beim Baby zählt ein gestörter Schlaf und eine verminderte Trinkleistung.[3]

Allgemeine Maßnahmen:

In der Regel schafft es der Körper eigenständig innerhalb von 2-10 Tagen, den Schnupfen zu bekämpfen. In dieser Zeit ist es wichtig, optimale Bedingungen für die Genesung des Babys zu schaffen. Viel frische Luft und eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr sind wichtige Grundvoraussetzungen, um den Schleim zu verflüssigen und somit seine Beförderung zu erleichtern. Trockene Heizungsluft in überhitzten Räumen sowie der Kontakt zu Rauchern sollte gemieden werden, da Zigarettenrauch die Schleimhaut der Atemwege eines Neugeborenen schädigen kann.

Hausmittel/Anwendungen:

Besonders geeignete Wirkstoffe bei Schnupfen (Neugeborenes):

  • Salzwassertropfen:
    • Besonders bei vermehrter Schleim- oder Milchrestansammlung in der Nase wirksam
    • Mehrmalige Gabe von physiologischen Salzwassertropfen (NaCl 0,9%, ohne Konservierungsstoffe) pro Tag, so lange die Nase verstopft ist.
    • Befeuchten die Schleimhaut und beschleunigen somit den Schleimabfluss, außerdem spülen sie die Nasengänge und befreien von Fremdsubstanzen.
  • Nasensauger:
    • Besonders bei zähflüssigem Schleim
    • Da sich Kleinkinder noch nicht selbst die Nase schnäuzen können, erleichtert der Sauger den Abtransport des Nasensekrets. Dazu das freie Nasenloch zu halten, das andere absaugen.
    • Anwendung so oft wie notwendig, vor allem vor dem Trinken und Schlafen.
    • Kann in Kombination mit allen anderen Therapiemaßnahmen genutzt werden.
  • Nasse Tücher im Raum verteilen:
    • Besonders bei trockenen Schleimhäuten
    • Anwendung vor allem im Schlafzimmer des Kindes vor dem Schlafengehen
    • Durch die erhöhte Luftfeuchtigkeit werden die Schleimhäute vor dem Austrocknen geschützt und der Schleim kann besser transportiert werden.
    • Keine Nebenwirkungen bekannt, allerdings sollten keine ätherischen Öle in Verbindung mit den feuchten Tücher benutzt werden.[3]

Medikamente:

  • Wirkstoff Xylometazolin/Oxymetazolin HCl:[4]
    • Besonders bei einer starken Verstopfung der Nase, die die Lebensqualität des Kindes einschränkt.
    • Die Dosierung sollte nach Bedarf und bis zu höchstens dreimal täglich mit 1 Tropfen geschehen, kann aber je nach Körpergewicht variieren.
    • Gefäßverengende Wirkung, die Schleimhaut schwillt ab und das Sekret kann besser abfließen.
    • Es sind kaum Wechselwirkungen bekannt, außer einer Erhöhung des Blutdrucks bei der gleichzeitigen Einnahme von blutdrucksteigernden Medikamenten.
    • Im Handel: Olynth 0,025% ®, Otriven 0,025% ®, Nasivin 0,01% ®

Zu beachten

Auch harmlos wirkende Erkältungen bei Neugeborenen sollten beobachtet werden, da sich ein unbehandelter infektiöser Schnupfen im Säuglingsalter schnell verschlimmern und zu einer Bronchitis oder einer Mittelohrentzündung entwickeln kann. Wird der Schnupfen für das Kind zu einer derartigen Belastung, dass die Trinkleistung nachlässt, kann er den Entwicklungsprozess stören. Da das Atemzentrum des Säuglings noch nicht vollständig ausgebildet ist, kann es bei verstopfter Nase und gleichzeitigem Trinken zu Atempausen, sogenannten Apnoe-Phasen, kommen.

Mit Nasentropfen sollte vorsichtig umgegangen werden. Wenn möglich sollten diese nur im Notfall angewendet werden, da sie zum einen auf Dauer die Schleimhaut schädigen und zum anderen das Aufsteigen der Erreger in z. B. Mittelohr oder Nasennebenhöhlen erleichtern können. Naturheilkundliche Ratschläge, Muttermilch als Abwehrverstärkung in die Nase zu träufeln, sollten mit Vorsicht genossen werden, da Milch auch gegenteilig wirken und die Nasenwege zusätzlich verkleben kann.


Behandlungsmöglichkeiten bei Schnupfen