Schnupfen Beim Baby: Personengruppe

Schnupfen (Baby 3 - 4 Monate)

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Die Leitsymptome eines Schnupfens sind eine laufende oder zugeschwollene Nase sowie allgemeine Müdigkeit und Abgeschlagenheit. Er tritt meistens im Rahmen einer Erkältung auf, die durch bestimmte Viren ausgelöst wird. Viele Erwachsene erkranken noch regelmäßig an Schnupfen. Da ist es kein Wunder, das Babys mit ihrem unausgereiften Immunsystem im Durchschnitt 7 bis 10 Mal im Jahr einen Schnupfen haben. In den meisten Fällen ist Schnupfen nicht gefährlich und heilt innerhalb einiger Tage auch ohne die Gabe von Medikamenten wieder aus [1].

​Behandlung bei Schnupfen (Baby 3-4 Monate)

Die Viren, die meistens Auslöser eines Schnupfens sind, werden durch Tröpfcheninfektion (Husten, Niesen, Sprechen) übertragen. Eine schlechte Handhygiene und der Kontakt zu erkrankten Personen fördern daher das Risiko einer Ansteckung enorm und sollten vermieden werden. Babys im Alter von 3-4 Monaten sind diesen Umgebungskeimen gegenüber noch sehr empfindlich, da ihr Immunsystem noch in der Entwicklung ist und ihre Nasengänge so eng sind, dass die Symptome schon bei geringer Sekretbildung auftreten. Einige Babys schreien vermehrt, wenn sie nicht durch die Nase atmen können. Andere trinken schlechter oder sind sehr müde. Andere Begleitsymptome, die die Aufmerksamkeit der Eltern erwecken und einen Gang zum Kinderarzt zur Folge haben sollten, finden sich unter „Zu beachten“. Neben dem infektiösen Schnupfen kann auch schon beim Baby einallergischer Schnupfen auftreten. Dieser kann aufgrund vonHausstaubmilben, Pollen oder Tierhaaren ausgelöst werden und geht oftmals mit tränenden Augen oder juckender Haut einher, sobald das Kind gegenüber dem Allergen exponiert ist. Wenn ein solcher Verdacht besteht, sollte er ärztlich abgeklärt werden. Letztlich kann die Nase eines Babys auch dann schon anschwellen, wenn es sich stark aufregt und viel schreit [1][2].

Allgemeine Maßnahmen:

Die erste Maßnahme sollte darin bestehen, den Schleim von der Nase so gut es geht zu entfernen, um die Atmung zu erleichtern und die empfindlich Haut zu schonen. Das kann mit weichen Papiertaschentüchern erfolgen oder auch mit einem Nasensauger. Nasensauger werden nicht von jedem Baby akzeptiert und sind potentielle Keimfänger, wenn sie nicht ordnungsgemäß gereinigt werden. Allerdings können sie bei stark verschleimter Nase oder häufig wiederkehrendem Schnupfen eine effektive Hilfe bieten. Zusätzlich sollte die Haut um die Nase regelmäßig mit parfümfreier Heilsalbe eingecremt werden, bevor sie trocken und rissig wird. Hat sich auch schon Schleim in den unteren Atemwegen angesammelt, so kann das Abhusten und Abschnauben durch Massieren oder leichtes Klopfen des Babyrückens erleichtert werden. Um die Selbstheilungskräfte bestmöglich zu aktivieren, sollte das Baby häufig gestillt werden. Das ist gut für die Psyche, gibt Nährstoffe und durch die Flüssigkeit kann das Nasensekret besser abfließen. Außerdem sollte es viel Ruhe und Schlaf bekommen. Eventuell müssen geplante Reisen oder Besuche abgesagt werden. Die optimale Raumtemperatur liegt um die 20°C, wobei auf eine ausreichend hohe Luftfeuchtigkeit geachtet werden sollte [1][3].

Hausmittel/ Anwendungen:

Eine sehr einfach und schnell wirksame Anwendung ist das Träufeln von Muttermilch oder Kochsalzlösung in die Nasengänge des Kindes. Dazu kann man beispielsweise eine Pipette verwenden. Außerdem gibt es eine Reihe von homöopathischen Wirkstoffen in Form von Globuli oder Tropfen, die eine sehr gute Verträglichkeit haben. Eine kleine Auswahl ist hier aufgeführt:

  • Allium Cepa: bei wässrigem Schnupfen Euphorbia: bei plötzlich auftretendem Schnupfen mit Niesen, laufender Nase und Reizhusten bei unklarer Ursache oder allergisch bedingt.
  • Nux vomica: bei behinderter Atmung eines überreizten Babys. Nachts ist die Nase verstopft, tagsüber läuft sie.
  • Pulsatilla: bei mildem Schnupfen mit dickem, gelbem Schleim, der sich an der frischen Luft bessert.
  • Sambucus nigra: bei trocken verstopfter Nase, die das Baby am Trinken und Schlafen hindert. Besserung tritt durch Wärme und Bewegung ein.

Die Auswahl des Präparats sowie seine Dosierung sollten mit einem Homöopathen oder Kinderarzt abgestimmt werden [2][3][4].

Medikamente:

Medikament aus der Hausapotheke ohne ärztliche Anweisung zu geben wäre bei einem Baby eine grobe Fahrlässigkeit und sollte unbedingt unterlassen werden. Zum Beispiel können normale Nasentropfen oder Sprays, die die Wirkstoffe Oxymetazolin oder Xylometazolinhydrochlorid enthalten, bei Babys zu Atemaussetzern oder komatösen Zuständen führen. Die Wirkstoffe sind viel zu hoch dosiert und außerdem hat sich beim Säugling noch keine komplette Barriere zwischen Blut und Gehirn ausgebildet, sodass die Wirkstoffe zentralnervöse Schäden anrichten können. Sollte eine Behandlung mit abschwellenden Nasentropfen, Fiebersenkern oder schleimlösenden Mitteln unbedingt notwendig werden, dann wird der Kinderarzt geeignete Präparate in gewichtsadaptierter Dosierung, zum Beispiel Paracetamol-Zäpfchen, verschreiben [1].

Zu beachten

Laut den deutschen Empfehlungen für Impfungen bei Säuglingen sollen diese am Ende des 2. Lebensmonats und nochmals am Ende des 3. Lebensmonats eine Grund- beziehungsweise Aufbauimmunisierung gegen Tetanus, Hepatitis, Krupphusten und andere Krankheiten erhalten. Wenn das Baby zu dem Zeitpunkt verschnupft ist, kann es ratsam sein, den Impftermin aufzuschieben, bis das Baby wieder vollkommen gesund ist. Auch wenn ein Schnupfen normalerweise ganz harmlos verläuft, so gibt es doch Ausnahmen, die unbedingt rechtzeitig erkannt werden sollten. Generell sollten Frühgeborene und immungeschwächte Babys immer einem Arzt vorgestellt werden. Für alle anderen gilt: Sobald anhaltender Appetitverlust, Durchfall, hohes Fieber, Schwäche und/oder Ohrenschmerzen auftreten muss sofort der Arzt besucht werden. Der normale Schnupfen könnte sich mit Bakterien superinfiziert haben oder das Kind könnte sich ein RV-Virus (Respiratory Syncytical Virus) eingefangen haben [2][5].


Behandlungsmöglichkeiten bei Schnupfen