Schnupfen Beim Baby: Personengruppe

Schnupfen (Baby 5 - 6 Monate)

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Schnupfen tritt häufig im Rahmen einer Erkältung auf und ist besonders in den kalten Jahreszeiten eine weit verbreitete Beschwerde. Zu den Leitsymptomen bei einem 5-6 Monate alten Baby gehören häufiges Niesen, eine laufende oder verstopfte Nase und ein allgemeines Unwohlbefinden. Besonders belastend für die Eltern können Fütterungs- und Schlafprobleme sein, die dann auftreten, wenn das Baby Schwierigkeiten hat, durch die Nase zu atmen. Ein Grund zur Besorgnis besteht dennoch nicht, da ein Schnupfen meist nur Ausdruck einer guten körperlichen Abwehr bei Erkältung ist und in der Regel innerhalb weniger Tage von alleine ausheilt.[1][2]

Behandlung bei Schnupfen (Baby 5-6 Monate)

Ein Infekt-bedingter Schnupfen im Rahmen einer Erkältung kann durch eine Vielzahl von Erregern ausgelöst werden, wobei Viren zu den häufigsten Auslösern zählen. Sie werden durch Tröpfcheninfektion direkt von Mensch zu Mensch oder über gegenseitig genutzte Gegenstände übertragen. Um das Infektionsrisiko zu minimieren, sollte auf eine ausreichende Handhygiene geachtet werden. Außerdem sollte der Kontakt zu erkrankten Personen gemieden werden. Ein allergischer Schnupfen kann auch schon bei Säuglingen auftreten und unterscheidet sich vom infektiösen Schnupfen durch seine Dauer, seine Häufigkeit und seine Intensität je nach Allergenbelastung. Ist das Baby gegen Hausstaubmilben allergisch, sind die Symptome am Morgen am schlimmsten und bessern sich, sobald es an die frische Luft gelangt. Die laufende Nase kann mit tränenden Augen und juckender Haut einhergehen. Bei Verdacht auf einen allergischen Schnupfen sollte ein Kinderarzt hinzugezogen werden. Im Folgenden wir nur auf die Behandlung von akutem infektiösen Schnupfen eingegangen.[1][3]

Allgemeine Maßnahmen:

Im Alter von knapp einem halben Jahr können sich viele Babys bereits hin und her wälzen und auf den Unterarmen abstützen. Das kann bei der Lockerung des Schleimes hilfreich sein und das Atmen erleichtern. Die Eltern können dies zusätzlich unterstützen, indem sie das Baby rittlings auf die Oberschenkel setzen und sanft seinen Rücken massieren oder klopfen. Das austretende Nasensekret sollte regelmäßig mit einem weichen Papiertaschentuch entfernt werden. Bei starker Verschleimung oder häufig wiederkehrenden Erkältungen kann auch ein Nasensauger eingesetzt werden. Diese Geräte werden elektrisch oder manuell betrieben und saugen durch Erzeugung von Unterdruck das Sekret aus der Nase. Allerdings werden sie nicht von allen Babys akzeptiert und müssen besonders gründlich gereinigt werden, um nicht selbst zum Keimüberträger zu werden. Ein verschnupftes Baby sollte stets warm gehalten, jedoch nie überhitzt werden. Spaziergänge an der frischen Luft tragen zur Genesung bei. Auch in geschlossenen Räumen sollte auf genügend frische und feuchte Luftgeachtet werden. Um die Selbstheilungskräfte zu fördern, sollte das Baby ausreichend schlafenund viel Flüssigkeit in Form von Muttermilch oder Milch-Ersatznahrung zu sich nehmen.[1][5]

Hausmittel/Anwendungen:

Als besonders einfach in der Anwendung und schnell wirksam erweisen sich isotone Kochsalzlösungen oder Muttermilch, die mit einer Pipette direkt in die Nasengänge des Babys geträufelt werden können und den dort festsitzenden Schleim verdünnen. Außerdem existieren einige Naturheilmittel, die sanft sind und gleichzeitig wirksam den Schnupfen bekämpfen. Zum Beispiel können schnupfenlindernde Kräuter wie Thymian, Majoran, Kamille und Lavendel dem Badewasser zugesetzt oder mit heißem Wasser aufgegossen in die Nähe des Babys gestellt werden, so dass es die Dämpfe einatmen kann. Auch homöopathische Mittel können schon bei Babys angewendet werden. Ihre Anwendung und Dosierung sollte mit einem Kinderarzt abgesprochen und der Beipackzettel besonders ausführlich gelesen werden, bevor eine Behandlung begonnen wird. Im Folgenden eine Auswahl an Wirkstoffen, die bei Säuglingsschnupfen infrage kommen:

  • Dulcamara: Bei verstopfter Nase und häufigem Niesen. Das Baby verträgt Wetterwechsel sowie kaltes, feuchtes Wetter schlecht. Sein Zustand bessert sich unter Wärmezufuhr.
  • Nux vomica: Bei plötzlich auftretendem Schnupfen mit Niesen, laufender Nase und Reizhusten bei unklarer Ursache oder allergisch bedingt. Bei behinderter Atmung eines überreizten Babys. Nachts ist die Nase verstopft, tagsüber läuft sie.
  • Sambucus nigra: Bei einem ausgereiften Schnupfen, der schon einige Tage besteht und der sich an der frischen Luft bessert. Aus der Nase läuft dicker, gelber Schleim. Bei trocken verstopfter Nase, die das Baby am Trinken und Schlafen hindert. Besserung tritt durch Wärme und Bewegung ein.
  • Euphorbia: Bei plötzlich auftretendem Schnupfen mit Niesen, laufender Nase und Reizhusten bei unklarer oder allergischer Ursache.
  • Pulsatilla: Bei einem ausgereiften Schnupfen, der schon einige Tage besteht und der sich an der frischen Luft bessert. Aus der Nase läuft dicker, gelber Schleim.[2][3][4]

Medikamente:

In der Regel ist die Gabe von Medikamenten wieAntibiotika, Fiebersenkern oder Schleimlösern nicht nötig und sollte vermieden werden. Viele Präparate sind für Babys nicht geeignet, da sie bei ihnen unvorhergesehene Nebenwirkungen auslösen können. Wenn sich ein einfacher Schnupfen trotz sanfter Maßnahmen nicht kurieren lässt oder sogar verschlimmert, sollte ein Kinderarzt aufgesucht werden. Dieser kann bei Bedarf Mittel verschreiben, die für Babys entwickelt oder getestet wurden und eine angepasste Dosierung enthalten.[3][5]

Zu Beachten

Ältere Säuglinge können in der Regel problemlos zu Hause gepflegt werden, da sie im Vergleich zu Neugeborenen bereits an Gewicht zugenommen und begonnen haben, ein eigenes Immunsystem zu entwickeln. Die Konsultation eines Arztes sollte in Erwägung gezogen werden, wenn das Baby anhaltenden Appetitverlust, Durchfall, hohes Fieber, Schwäche und/oder Ohrenschmerzen vorzeigt. In einem solchen Fall ist es möglich, dass sich das erkältete Baby zusätzlich mit Bakterien oder dem RV-Virus (Respiatory Syncytical Virus) infiziert hat. Es kann zu einer Mittelohrentzündung, Lungenentzündung oder Bronchitis kommen, wenn nicht rechtzeitig eingegriffen wird.[6]


Behandlungsmöglichkeiten bei Schnupfen