Erkältung: Klassische Arzneimittel

"Aspirin Plus C" gegen Erkältung

© PantherMedia / Peter Bernik
  • Hersteller: Bayer Vital GmbH
  • Wirkstoffe: Acetylsalicylsäure und Vitamin C (Ascorbinsäure)
  • Darreichungsform: Brausetablette
  • Rezeptfrei: Ja
  • Hilft bei Erkältung: Ja

Einleitung

Aspirin Plus C kann eine symptomatische Linderung bei einer Erkältung verschaffen. Es handelt sich dabei um ein Präparat, das sowohl Acetylsalicylsäure als auch Vitamin C (Ascorbinsäure) enthält. Das Medikament ist rezeptfrei und üblicherweise als Brausetablette erhältlich. Aspirin Plus C wirkt durch Hemmung spezieller Proteine(Prostglandin-H2-Synthasen), die an der Produktion von Prostaglandinen (Gewebshormonen) beteiligt sind. Dadurch können weniger Prostaglandine die Sensibilisierung der Nervenreizleitung (Schmerz) verursachen oder als Entzündungsmediator oder Fiebererzeuger wirken. Bei der Einnahme von Acetylsalicylsäure sollte neben der fiebersenkenden, schmerzlindernden und entzündungshemmenden Wirkung aber auch immer die gerinnungshemmende Wirkung beachtet werden. Vor allem Personen, die bereits gerinnungshemmende Medikamente einnehmen, sollten mit Vorsicht vorgehen. Bei Kindern und Jugendlichen kann das Reye-Syndrom (schwere Störungen der Leber- und Hirnfunktion) ausgelöst werden. Beim Reye-Syndrom handelt es sich um eine lebensbedrohliche Erkrankung. Hauptcharakteristika sind eine fettige Degeneration der Leber und eine akute Hirnschädigung.

Medizinische Fakten

Aspirin Plus C kann bei einer Erkältung zur symptomatischen Behandlung der Beschwerden eingesetzt werden. Es handelt sich bei dem Medikament um ein Präparat mit den Wirkstoffen Acetylsalicylsäure und Vitamin C (Ascorbinsäure). Das vom Hersteller Bayer Vital GmbH vertriebene Aspirin Plus C ist ein rezeptfreies Medikament und wird üblicherweise in Tablettenform verkauft. Acetylsalicylsäuregehört zur Klasse der nichtsteroidalen (nicht der chemischen Stoffklasse der Fette bzw. Steroide angehörend und Cortison-freien) entzündungshemmenden (antiinflammatorischen) Arzneimittel. Zu dieser Gruppe gehören auch die Wirkstoffe Acetaminophen, Indomethacin und Ibuprofen. Der Wirkstoff Acetylsalicylsäure wirktfiebersenkend, schmerzlindernd und entzündungshemmend. Allerdings ist bei der Einnahme von Acetylsalicylsäure auch immer an die gerinnungshemmende Wirkungzu denken. Besondere Vorsicht gilt bei Personen, die bereits blutgerinnungshemmende Medikamente aufgrund einer anderen Erkrankung einnehmen müssen.

Bei Vitamin C handelt es sich um ein wasserlösliches Vitamin. Es kann vom Körper nicht selbst hergestellt werden und muss daher über die Nahrung zugeführt werden. In hohen Dosen (über 1 g pro Tag) kann Vitamin C die Dauer eines grippalen Infektes verkürzen. Bei einer Überdosierung kann Vitamin C aber Durchfall auslösen.[1][2][3]

Wirkungsweise bei einer Erkältung

Auch gegen eine Erkältung kann Aspirin durch seine fiebersenkende, schmerzlindernde und entzündungshemmende Wirkung helfen. Die enthalteneAcetylsalicylsäure wird über das Blut im gesamten Körper (systemisch) verteilt undhemmt die Prostglandin-H2-Synthasen Cyclooxygenase 1 (COX1) und Cyclooxygenase 2 (COX2). Diese Enzyme sind unter anderem an entzündlichen Prozessen beteiligt. COX1 wird konstant in den Zellen erzeugt und schon eine geringe Dosis Acetylsalicylsäure hemmt dieses Enzym. Wenn Entzündungsprozesse entstehen wird auch COX2 in den Zellen produziert, um den Entzündungsprozess durch die Produktion von Prostaglandinen zu verstärken. COX2 wird bei etwas höheren Konzentrationen gehemmt als COX1. Die Hemmung dieser Enzyme erfolgtirreversibel durch Acetylierung eines Serinrestes. Dabei wird die Acetyl-Gruppe der Acetylsalicylsäure auf eine bestimmte Aminosäure (Serin) im Enzym übertragen.

Prostaglandine (Gewebshormone) gehören zur Klasse der Eicosanoide, die wiederum nur einen Teil aller Entzündungsmediatoren ausmachen. Von COX2 produzierte Prostaglandine führen zu Entzündung und Fieber. Durch Acetylsalicylsäure wird deren Konzentration im Körper gesenkt und Fieber sowie Entzündungsprozesse nehmen ab. Die Schmerzlinderung erfolgt durch Reduktion der Reizentstehung. Durch Prostaglandine kommt es zu einer erhöhten Sensibilität der Schmerzrezeptoren in afferenten (sensorischen, zum Gehirn führenden) Nerven. Eine geringere Konzentration an Prostaglandinen durch die Einnahme von Acetylsalicylsäure führt daher zu einer Desensibilisierung.Der zweite, in Aspirin Plus C enthaltene Wirkstoff ist die wasserlösliche organische Verbindung Ascorbinsäure (Vitamin C). Vitamin C gehört zu den wasserlöslichen Vitaminen, die sich nicht im Körper ansammeln können. Vom Körper kann Vitamin C allerdings nicht selbst hergestellt werden und muss aus diesem Grund mit der Nahrung aufgenommen werden. Vitamine sind essenziell für das richtige Funktionieren des Körpers. Vitamin C übernimmt im Körper die Funktion einesRadikalfängers und verhindert damit die Zerstörung von Zellstrukturen durch verschiedene Radikale. Wenn der Vitamin-C-Spiegel zu niedrig wird sind schlechte Wundheilung, Infektanfälligkeit und das Auftreten entzündlicher Erkrankungen die Folge. Daher ist es sinnvoll auf eine ausreichende Vitamin-C-Versorgung zur Stärkung des Immunsystems zu achten.[3] [2]

Anwendung & Dosierung bei Erkältung

Aspirin Plus C ist kein verschreibungspflichtiges Medikament. Die Dosierung sollte sich im Rahmen der Angaben des beiliegenden Beipackzettels halten. Bei einer Erkältung wird Aspirin Plus C oral aufgenommen. Die Brausetablette wird in einem Glas Wasser aufgelöst und gleich anschließend der gesamte Inhalt des Glases getrunken.Acetylsalicylsäure kann dabei in einer Dosierung zwischen 0,5 und 1 g bis zu 3-mal täglich in Abständen von 4 – 8 Stunden eingesetzt werden. Die Brausetabletten enthalten üblicherweise zwischen 400 mg und 600 mg Acetylsalicylsäure und 200 mg bis 250 mg Ascorbinsäure. Ohne ärztliche Anweisung soll Aspirin Plus C nicht länger als 4 Tage eingenommen werden. Da es sich sowohl bei Acetylsalicylsäure als auch bei Vitamin C (Ascorbinsäure) um Säuren handelt, ist es nicht empfehlenswert Aspirin Plus C auf nüchternen Magen einzunehmen. Dies gilt ganz besonders für Personen, die unter einem empfindlichen Magen leiden. Diese Angaben können keinesfalls die Dosierungsanweisungen eines Arztes ersetzen.

Kinder und Jugendliche sollen Acetylsalicylsäure nicht zu sich einnehmen, da es zu schweren Störungen der Leber- und Hirnfunktion (Reye-Syndrom) kommen kann.[4]

Nebenwirkungen & Wechselwirkungen

Wie bei jedem Arzneimittel kann es auch bei Aspirin Plus C zu Nebenwirkungen und Wechselwirkungen mit anderen Substanzen kommen. Bei folgenden Substanzen kann es zu Wechselwirkungen kommen:

  • Alkohol
  • Digoxin (Arzneimittel zur Stärkung des Herzmuskels)
  • blutzuckersenkende Arzneimittel
  • Kortison oder kortisonähnliche Substanzen (mit Ausnahme von Präparaten, die auf die Haut aufgetragen werden und bei Kortisonersatztherapie bei Morbus Addison)
  • Thrombozytenaggregationshemmer (verhindern das Verklumpen von Blutplättchen)
  • blutgerinnungshemmende und blutgerinnselauflösende Arzneimittel
  • andere schmerz- und entzündungshemmende Arzneimittel (wenn die Tagesgesamtdosis an Acetylsalicylsäure überschritten wird)
  • Methorexat (Arzneimittel zur Krebsbehandlung bzw. von bestimmten rheumatischen Erkrankungen)
  • Valproinsäure (Behandlung von Epilepsie)
  • Selektive-Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (Behandlung von Depressionen)

Folgende Nebenwirkungen wurden bei der Einnahme von Aspirin Plus C beobachtet:

Häufig:

  • Magen-Darm-Beschwerden wie Sodbrennen, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen

Gelegentlich:

  • Überempfindlichkeitsreaktionen wie beispielsweise Hautreaktionen

Selten:

  • Schwerwiegende Blutungen wie z. B. Hirnblutungen, besonders bei Patienten mit nicht eingestelltem Bluthochdruck und/oder gleichzeitiger Behandlung mit blutgerinnungshemmenden Arzneimitteln wurden beobachtet, die in Einzelfällen möglicherweise lebensbedrohlich sein können
  • Magen-Darmblutungen, die in manchen Fällen zu einer Eisenmangelanämie führen können. Schwarzer Stuhl oder blutiges Erbrechen können Zeichen einer schweren Magenblutung sein und müssen sofort mit einem Arzt abgeklärt werden
  • Magen-Darmgeschwüre, die sehr selten zu einem Durchbruch führen können
  • Überempfindlichkeitsreaktionen der Atemwege, des Magen-Darm-Bereichs und des Herz-Kreislauf-Systems, vor allem bei Asthmatikern.Symptome können beispielweise Anfälle von Atemnot, Blutdruckabfall, Entzündungen der Nasenschleimhaut, verstopfte Nase, allergischer Schock, Schwellungen von Gesicht, Zunge und Kehlkopf (Quincke-Ödem) sein
  • Magen-Darm-Entzündungen
  • Überempfindlichkeitsreaktionen wie schwere Hautreaktionen (bis hin zu schweren fieberhaft verlaufenden Hautausschlägen mit Schleimhautbeteiligung [Erythema exsudativum multiforme])

Sehr selten:

  • Erhöhung von Leberwerten

Häufigkeit nicht bekannt:

  • Beschleunigter Abbau bzw. Zerfall der roten Blutkörperchen und eine bestimmte Form der Blutarmut bei Patienten mit schwerem Glukose-6-Phosphat-Dehydrogenasemangel
  • Nierenfunktionsstörungen und Nierenversagen
  • Blutungen wie z. B. Nasenbluten, Hautblutungen, Zahnfleischblutungen oder Blutungen der harnableitenden Wege und der Geschlechtsorgane mit einer möglichen Verlängerung der Blutungszeit. Diese Nebenwirkungen können über 4 bis 8 Tage nach der Einnahme anhalten.
  • Kopfschmerzen, Schwindel, gestörtes Hörvermögen, Ohrensausen (Tinnitus) und geistige Verwirrung können Anzeichen einer Überdosierung sein

Wenn eine der oben genannten Nebenwirkungen beobachtet wird, sollte Aspirin Plus C nicht weiter eingenommen werden. Es empfiehlt sich in jedem Fall einen Arzt zu informieren, um den Schweregrad zu erfassen und möglicherweise erforderliche weitere Maßnahmen einzuleiten. [5]

Gegenanzeigen & Warnhinweise

Unter bestimmten Bedingungen ist besondere Vorsicht bei der Einnahme von Aspirin Plus C angebracht.

  • bei eingeschränkter Leberfunktion
  • bei Überempfindlichkeit gegen andere Schmerzmittel / Entzündungshemmer / bestimmte Arzneimittel gegen Rheuma oder andere allergieauslösende Stoffe
  • bei gleichzeitiger Einnahme von blutgerinnungshemmenden Arzneimitteln
  • bei Bestehen von Allergien, Asthma, Heuschnupfen, Nasenschleimhautschwellungen (Nasenpolypen) oder chronischen Atemwegserkrankungen
  • bei Magen- oder Darmgeschwüren oder Magen-Darmblutungen in der Vorgeschichte.
  • vor Operationen (auch kleinen Eingriffen)
  • bei Patienten mit einem schweren Glukose-6-Phophat-Dehydrogenasemangel
  • bei Patienten mit Neigung zu oder wiederkehrenden Calcium-Oxalat-Nierensteinen
  • bei Eisen-Speichererkrankungen (Hämochromatose) und Blutarmut (Thalassämie)
  • bei eingeschränkter Nierenfunktion oder verminderter Herz- und Gefäßdurchblutung
  • [5] Kinder und Jugendliche sollten Aspirin Plus C nicht einnehmen, da eine schwere lebensbedrohliche Störung der Leber- und Hirnfunktion (Reye-Syndrom) ausgelöst werden kann.

Alternativen

Weitere Mittel, welche bei Erkältung Abhilfe schaffen können, sind das Immunstimulans Infludoron® von WELEDA sowie das WICK® DayMed Erkältungs-Getränk.


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Erkältung