Erkältung: Klassische Arzneimittel

Erkältung trotz Antibiotika

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Eine Erkältung (common cold) ist eine zu 90% durch Viren verursachte Erkrankung des oberen Respirationstraktes, die häufig nach Verkühlungen auftritt. Da nur in seltensten Fällen Bakterien die Erkältungsursache darstellen, ist eine nur gegen Bakterien wirksame Therapie mit Antibiotika meist nicht sinnvoll.[1]

Der folgende Text erklärt die Wirkungsweise von Antibiotika und gibt weitere Therapiemöglichkeiten bei einem grippalen Infekt an.

Wirkungsweise

Antibiotika sind Substanzen, die auf unterschiedlicher Ebene in den Vermehrungszyklus von Bakterien eingreifen können oder direkt Strukturen auf der Oberfläche der Bakterien angreifen. So werden sie in bakteriostatische (wachstumshemmende) und bakterizide (abtötende) Gruppen eingeteilt. Dabei hängt ihre Wirksamkeit von der Konzentration im Blut und wesentlich auch von der Eignung der ausgewählten Substanz für den krankheitsverursachenden Keim ab. Bakterielle Infektionen, die zu einer Erkältung führen, werden meist von Streptokokken und Staphylokokken ausgelöst. Hier ist eine Antibiotikagabe sinnvoll, wobei auf das Einhalten der vorgeschriebenen Einnahmedauer zu achten ist. Falsche Anwendung kann zu Resistenzen führen. Die überlebenden Bakterien entwickeln dabei Mechanismen, durch welche die eingesetzen Antibiotika gegen sie unwirksam werden.[2]

Da Antibiotika gezielt auf bakterielle Strukturen wirken, bleibt eine meist viral verursachte Erkältung trotz Antibiotika bestehen. Eine Antibiotikatherapie ist aus diesem Grund nicht angezeigt, sie kann aber bei bakteriellen Superinfektionen mit gelb-eitriger Schleimbildung auf Boden einer viralen Infektion mit herabgesetzter Abwehrlage im Laufe einer Erkältung sinnvoll werden. [1]

Therapieoptionen

Bei viralen Erkältungen muss nicht gegen das Virus selbst therapiert werden. Es reichen meistens Maßnahmen aus, die die Beschwerden lindern. So führen DampfiInhalationen mit Meersalzlösungen oder ätherischen Ölen aus Kamille oft schon zur Symptombesserung. Unterstützend können bei verstopfter Nase für kurze Zeit des Weiteren Nasensprays (mit Xylometazolin/Oxymetazolin oder auf Meersalzbasis) gegeben werden. Gegen Halsschmerzen und Husten helfen Tees auf Salbeigrundlage und Lutschpastillen. Eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme führt zur erleichterten Sekretlösung. Bei Kopf- und Gliederschmerzen können auf Schmerzmedikamente wie Paracetamol oder Ibuprofen zurückgegriffen werden.[3]

Schwangere sollten weitesgehend auf Medikamente, auch pflanzliche, verzichten und lediglich konservative Methoden und Maßnahmen mit Meersalz in Anspruch nehmen.

Bei Fieber, Atemnot und starken, langanhaltenden Beschwerden ist zur adäquaten Therapie ein Arzt aufzusuchen.


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Erkältung