Erkältung: Klassische Arzneimittel

Antibiotika bei Erkältung notwendig?

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Hervorgerufen wird eine Erkältung (grippaler Infekt, österreichisch Verkühlung) durch verschiedene Arten von Viren, seltener auch von Bakterien. Ob bei einer Erkältung Antibiotika notwendig sind, hängt ausschließlich von der Ursache der Erkältung ab.

Wie eine Erkältung hervorgerufen werden kann, wann Antibiotika sinnvoll sind und wann andere Behandlungsmöglichkeiten gewählt werden sollten, soll im Folgenden erklärt werden.

Medizinische Fakten

In den meisten Fällen ist die Gabe von Antibiotika bei einer Erkältung überflüssig. Das erklärt sich aus der Tatsache, dass Erkältungen in 95 % der Fälle durch Viren ausgelöst werden, Antibiotika aber ausschließlich gegen Bakterien wirken.

Eine Antibiotika Therapie ist nur dann sinnvoll, wenn die Erkältung entweder durch Bakterien verursacht wurde oder wenn es im Rahmen der viral bedingten Erkältung zu einer Sekundärinfektion mit Bakterien gekommen ist.[1]

Biologischer Zusammenhang

Während einer Erkältung ist der Körper stark beansprucht und das Immunsystem ist mit der Abwehr der Krankheitserreger beschäftigt. So haben es andere Krankheitserreger, wie Bakterien, leichter, ebenfalls in den Körper einzudringen. Bei einer Erkältung ist also die Gefahr einer bakteriellen Zusatzinfektion sehr hoch.

Diese Gefahr ist noch größer bei Menschen, die bereits andere Erkrankungen haben oder die unter einer Schwäche des Immunsystems leiden. Zu einer Schwächung des Immunsystems kann es zum Beispiel durch chronische Erkrankungen (wie HIV) oder durch eine immunsuppressive Therapie (zum Beispiel eine Kortison-Therapie) kommen.[2]

Tipps zur Behandlung

Wer sich nicht sicher ist, ob eine Erkältung durch Viren oder Bakterien hergerufen wurde, sollte zunächst selber versuchen, die Symptome zu lindern. Erkältungssymptome wie Schnupfen (Rhinitis), Husten (Tussis) und Heiserkeit (Dysphonie) lassen sich durch folgende Hausmittel mindern:

  • Warme Halswickel aus Kartoffeln, Kleie oder Leinsamen
  • Dampfbäder mit Kamille
  • Inhalationen mit Meersalz
  • Hustenpastillen

Bleiben die Symptome länger als 10 Tage bestehen, werden die Beschwerden stetig schlimmer oder kommt es zu weiteren Auffälligkeiten, wie zum Beispiel hohem Fieber oder einer dramatischen Verschlechterung des Allgemeinzustands, sollte vorsichtshalber ein Arzt aufgesucht werden. Dieser kann bei Bedarf auch bestimmen, ob es sich bei den Verursachern der Beschwerden um Viren oder Bakterien handelt. Im Falle einer bakteriell verursachten Erkrankung kann er dann Antibiotika verschreiben.[3]


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Erkältung