Erkältung: Klassische Arzneimittel

"Paracetamol" gegen Erkältung

© PantherMedia / Leung Cho Pan
  • Hersteller: z. B. Ratiopharm
  • Wirkstoff: Paracetamol
  • Darreichungsform: Tablette
  • Rezeptfrei: ja
  • Hilft bei Erkältung: ja

Einleitung

Zu den meist angewandten Medikamenten zur Bekämpfung von Erkältungssymptomen gehört Paracetamol. Es ist belegt, dass es Fieber senkt und Schmerzen lindert; somit werden unangenehme Beschwerden einer Erkältung für einige Stunden beseitigt. Kopf-, Glieder- und Muskelschmerzen sowie fiebrige Phasen werden nach Einnahme des Medikamentes rasch verringert. Jedoch ist zu beachten, dass Paracetamol nicht an der Abwehr gegen die Krankheitserreger beteiligt ist. Das Medikament ist rezeptfrei in jeder Apotheke erhältlich.

Medizinische Fakten

Paracetamol ist ein fiebersenkendes (antiphlogistisch) undschmerzstillendes (analgetisches) Arzneimittel. Es ähnelt in seinem Effekt der Acetylsalicylsäure (ASS, Aspirin), wirkt allerdings kaum entzündungshemmend. Die beiden Wirkstoffe unterscheiden sich in dem Mechanismus, wie sie ihre Wirkung erzielen. ASS blockiert bestimmte Enzyme, die für das Schmerzempfinden zuständig sind. Paracetamol erzielt seine Wirkung dagegen eher über Nervenzellen im Gehirn. Zusammen mit Aspirin ist Paracetamol ein häufig eingesetztes Medikament zur Linderung von Erkältungssymptomen.[1] Beide werden jedoch nur zursymptomatischen Behandlung verwendet. Die Krankheitsdauer kann durch Schmerzstillung und Fiebersenkung nicht vermindert werden.[2]

Wirkungsweise bei Erkältungen

Nach oraler Einnahme wird der Wirkstoff Paracetamol rasch über die Schleimhäute des Verdauungstrakts aufgenommen (resorbiert) und verteilt. Es entfaltet im ganzen Körper seine Wirkung und wird danach über die Leber verstoffwechselt. Die Ausscheidung erfolgt innerhalb von 24 Stunden über die Nieren.

Der genaue Mechanismus der schmerzlindernden und fiebersenkenden Wirkung von Paracetamol ist noch nicht eindeutig geklärt. Es wird vermutet, dass es sowohl zentral (über Nervenzellen des Rückenmarks und des Gehirns), als auch peripher (abseits des Zentrums in den restlichen Geweben wie im Verdauungstrakt) Effekte erzielt. Belegt ist die Hemmung der zentralen Synthese (Herstellung) von Prostaglandinen. Diese Moleküle sind für verschiedene Abwehrreaktionen im Körper verantwortlich. Zudem blockiert Paracetamol die Wirkung von hormonellen Fieberfaktoren (Pyrogene) auf das Regulationszentrum für Temperatur im Hypothalamus (wichtige Regulationsstelle im Gehirn).[3]Peripher (z. B. im Verdauungstrakt) besetzt Paracetamol bestimmt Rezeptoren (Andockstellen auf Zelloberflächen) und verhindert damit die Schmerzentstehung.[4]

Die Therapie mit Paracetamol ist eine symptomatische Behandlung. Das bedeutet, dass in diesem Fall Symptome wie Schmerzen und Fieber gelindert, jedoch die Dauer der Erkrankung nicht verkürzt wird.

Anwendung und Dosierung bei Erkältungen

Folgende Angaben ersetzen keinesfalls die Dosierungsanweisungen eines Arztes:

  • Kinder unter 4 Jahren ( unter 17 kg Körpergewicht): Einnahme von Paracetamol nicht empfohlen, da die Dosisstärke für diese Personengruppe nicht geeignet ist
  • Kinder zwischen 4 und 8 Jahren (17 bis 25 kg Körpergewicht): Einzeldosis besteht aus einer halber Tablette; max. Tagesdosis beträgt zwei Tabletten, wobei mindestens sechs Stunden zwischen den einzelnen Einnahmen liegen sollten
  • Kinder zwischen 8 und 11 Jahre (26 bis 32 kg Körpergewicht): Einzeldosis beträgt eine halbe Tablette. Einnahme darf in Ausnahmefällen alle vier Stunden wiederholt werden. Tagesgesamtdosis sollte maximal drei Tabletten betragen
  • Kinder zwischen 11 und 12 Jahre (33 bis 43 kg Körpergewicht): Einzeldosis entspricht einer Tablette; darf bei Bedarf im Abstand von vier Stunden wiederholt werden, dabei darf die Gesamtdosis vier Tabletten nicht überschreiten
  • Kinder, Jugendliche und Erwachsene ab 43 kg Körpergewicht: Einzeldosis darf zwei Tabletten nicht überschreiten, wobei diese alle vier Stunden wiederholt eingenommen werden darf. Die max. Gesamtdosis pro Tag beläuft sich auf acht Tabletten
  • Personen mit Leber-/Nierenstörungen: Dosis muss vermindert und Intervall zwischen einzelnen Einnahme muss verlängert werden
  • Max. drei Tage bei Beschwerden einnehmen. Bei länger anhaltender Erkrankung sollte ein Arzt um Rat gefragt werden

Die Tabletten sollten mit reichlich Flüssigkeit oral unzerkaut eingenommen werden.[5]

Nebenwirkungen und Wechselwirkungen

Zu den Beschwerden, die nach Einnahme von Paracetamol vorkommen können, gehören allergische Reaktionen gegen den Wirkstoff (Hautreaktionen bis hin zum allergischen Schock), eine verringerte Zahl von Blutplättchen (Thrombozytopenie) oder von bestimmten weißen Blutzellen (Agranulozytose) und eine erhöhte Menge an bestimmten Leberenzymen (Serumtransaminasen). Bei einer Überdosierung können Kopfschmerzen auftreten, die nicht durch weitere Einnahmen des Schmerzmittels behandelt werden dürfen. Eine dauerhafte Einnahme kann zu Nierenschädigung und sogar Nierenversagen führen.

Zusammen mit leberschädigenden Medikamenten sollte Paracetamol erst nach Verschreibung durch einen Arzt angewandt werden. Weitere Wechselwirkungen sind zu Blutgerinnungshemmern (Antikoagulanzien), Arzneimitteln gegen Gicht, Medikamenten gegen Übelkeit (Metoclopramid und Domperidon), Colestyramin (senkt erhöhte Blutfettwerte) und zu Zidovudin (Arznei gegen HIV-Infektion) bekannt.

Zur Vermeidung möglicher Nebenwirkungen und schädlicher Wechselwirkungen sollte Paracetamol erst nach Absprache mit einem Arzt eingenommen werden.[6]

Gegenanzeigen und Warnhinweise

Paracetamol darf nicht eingenommen werden:

  • wenn Allergien gegen den Wirkstoff vorliegen
  • gemeinsam mit dem Genuss von Alkohol

Vorsicht und Rücksprache mit dem behandelnden Arzt sind in folgenden Fällen erforderlich:

  • bei chronischer Alkoholkrankheit
  • wenn eine Nieren-/Lebereinschränkung vorliegt
  • während der Schwangerschaft oder in der Stillzeit[7]

Alternativen

Weitere Pharmafirmen, welche Paracetamol herstellen sind unter anderem BAYER und HEXAL.


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Erkältung