Halsschmerzen: Häufige Fragen

Bonbons gegen Halsschmerzen

© PantherMedia / Alice Day

Wenn sich ein erstes Kratzen im Hals bemerkbar macht und wenig später Halsschmerzen auftreten, greifen viele Betroffene schnell zu Lutschbonbons gegen Halsschmerzen und Husten. Mittlerweile gibt es eine unüberschaubare Vielzahl von Produkten, die sich in Drogerie- oder Supermarktregalen türmen.

Dabei ist die Wirksamkeit von Halsbonbons durchaus umstritten. Von den Kritikern wird angeführt, dass die enthaltenen Wirkstoffe, wie Salbei, Eukalyptus, Pfefferminz oder Thymian, nur in so geringer Konzentration enthalten seien, dass sie keine Wirkung entfalten könnten. Genauer betrachtet handelt es sich bei ihnen aufgrund ihrer geringen Wirkstoffkonzentration auch nicht um Arzneimittel.[8]

Nichtsdestotrotz handelt es sich um ein sehr beliebtes Mittel gegen Halsschmerzen, das, bis auf Kleinkinder, von allen Altersgruppen verwendet werden kann. Zudem sind Lutschbonbons schnell und rezeptfrei erhältlich und kommen so nicht selten als erste Hilfe bei Halsschmerzen zum Einsatz.

Medizinische Fakten

Grundsätzlich eignen sich Halsbonbons gut als Bestandteil der Selbsttherapie bei Halsschmerzen.[1][2] Ihre Wirksamkeit ist wissenschaftlich jedoch mehr als umstritten beziehungsweise wenig erforscht.[2] Dass die Bonbons aufgrund ihrer Inhaltsstoffe, den Heilkräutern, wirken, wird zunehmend kritisch gesehen.[8] Halsschmerzen beruhen meist auf einer Entzündung des Halses, die in tieferen Schichten der Schleimhaut stattfindet. Die genannten Wirkstoffe gelangen aber kaum so tief in die Schleimhaut, als dass sie dort ihre Wirkung entfalten könnten.[2]

Trotzdem sind die Bonbons keine schlechte Therapieoption für den Anfang.[1][2][3] Nicht jeder Anflug von Halsschmerzen muss direkt mit Medikamenten aus der Apotheke oder mit Antibiotika behandelt werden. Bei antibiotischen oder örtlich betäubenden Mitteln überwiegen sogar oft die Nebenwirkungen.[2] Bei den klassischen Halsbonbons sieht dies anders aus, sie schaden also zumindest nicht.

Die meisten Halsschmerzen haben einen selbstlimitierenden Verlauf, klingen also ganz von alleine nach kurzer Zeit ab. Daher eigenen sich Halsbonbons, Tees und Inhalationen gut zur symptomatischen Selbsttherapie.[2] Es sollte aber erwähnt werden, dass Tees in der Regel eine bessere Wirksamkeit aufweisen, denn sie enthalten den entsprechenden Wirkstoff in höherer Konzentration und führen dem Körper zudem Flüssigkeit zu. Diese ist wichtig, um festsitzenden Schleim zu verdünnen, damit dieser besser abgehustet werden kann.[3]

Neben den Extrakten der verschiedenen Heilkräuter, wie Salbei, Eukalyptus oder Pfefferminz, enthalten die Bonbons vor allem Zucker. Wenn es sich um die zuckerfreie Variante handelt, wird der Zucker meist durch den Austauschstoff Isomalt ersetzt. Des Weiteren enthalten viele Produkte Vitamin C und Zitronensäure als sogenannte Antioxidantien, einer Art Konservierungsmittel.

Wirkungsweise bei Halsschmerzen

Die Hustenbonbons entfalten ihre Wirkung auf unterschiedliche Art und Weise. Die Hersteller führen die Wirkung häufig auf die enthaltenen Heilkräuter zurück. Tatsächlich wird beispielsweise Salbei oder Pfefferminze eine antibakterielle Wirkung zugeschrieben.[4][8]

Einige Bonbons, zum Beispiel Isländisch Moos, enthalten zudem Schleimdrogen, Wirkstoffe, die sich wie ein Schutzfilm über die gereizten Areale der Rachenschleimhaut legen.

Des Weiteren beinhalten die Kräuter ätherische Öle. Eukalyptusöl (Hauptbestandteil Cineol), Menthol oder Campher, wie es in Salbei enthalten ist, wird eine Reihe von Wirkungen auf den Körper beschrieben. Sie sollen antibakteriell und beruhigend auf die Schleimhäute wirken.[4][8] Ihre Wirksamkeit ist allerdings umstritten.

Etwas besser erforscht ist die Wirkung von Pfefferminzbonbons. Eine Studie aus Philadelphia bescheinigt ihnen tatsächlich eine Wirksamkeit.[5][6] Zum einen soll dies am Menthol liegen, das eine kühlende Wirkung hat und so die gereizten Schmerzfühler (Rezeptoren) kurzzeitig betäubt. Erstaunlich ist aber, dass offenbar der enthaltene Zucker eine noch stärkere Wirksamkeit aufwies.[5]

Eine letzte Wirkung, die jedem bekannt vorkommen dürfte, ist, dass das Lutschen eines Bonbons die Speichelbildung fördert. Der Speichel befeuchtet den Rachen und die Atemwege und stellt so in sich ein kurzzeitiges Mittel gegen Halsschmerzen und Husten dar.[3][8] Es ist nicht unwahrscheinlich, dass sich damit ein Großteil der Wirkung von Halsbonbons erklären lässt, denn die Entzündung, welche die Halsschmerzen verursacht, läuft meist in tieferen Schichten der Schleimhaut ab, in welche die genannten Wirkstoffe kaum eindringen.[2]

Anwendung und Dosierung bei Halsschmerzen

Grundsätzlich gibt es bei frei verkäuflichen, also nicht apothekenpflichtigen Bonbons keine Anwendungsbeschränkung. Greift der Patient zu zuckerhaltigen Halsbonbons, sollte er sich bewusst sein, das diese nicht wenige Kalorien enthalten. Zudem ist übermäßiger Zuckerverzehr die Ursache für Karies und die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus). Dementsprechend sollten diese Lutschbonbons nicht dauerhaft über den ganzen Tag hinweg gelutscht werden. Besonders bei Kindern sollten Eltern auf diesen Punkt achten.

Nebenwirkungen und Wechselwirkungen

Es sind keine schwerwiegenden Nebenwirkungen bekannt. Einzig der Zuckeranteil kann zu Karies führen. Viele Bonbons sind aber auch zuckerfrei erhältlich.

Gegenanzeigen und Warnhinweise

Husten- oder Halsbonbons sind allgemein gut verträglich. Vorsicht ist jedoch bei Kindern unter drei Jahren geboten.[7] Sie können die Bonbons eventuell verschlucken, sodass diese in die Atemwege gelangen und sie verschließen können. Dabei handelt es sich um eine potenziell lebensgefährliche Situation. Des Weiteren enthalten die Bonbons zuweilen ätherische Öle. Normalerweise sind diese in der gegebenen Konzentration nicht gefährlich, können in seltenen Fällen aber die Atemwege reizen und so Atemnot hervorrufen.

Halten die Halsschmerzen länger als eine Woche an oder treten Schwierigkeiten beim Atem auf, sollte unbedingt ein Arzt um Rat gefragt werden.[9]


Behandlungsmöglichkeiten bei Halsschmerzen