Halsschmerzen: Häufige Fragen

Rezeptfreie Medikamente gegen Halsschmerzen

© PantherMedia / Wavebreakmedia ltd

Halsschmerz ist vielmehr ein Symptom als eine Krankheit, an welchem die meisten Menschen mehrmals jährlich erkranken. Halsschmerzen treten meist zusammen mit einer typischen Erkältung auf und sind somit in den meisten Fällen harmlos und gut kontrollierbar. Halsschmerzen beginnen oft mit einem trockenen Hals; dieses Trockenheitsgefühl wandelt sich häufig in ein Kratzen um, begleitet von einem brennenden Gefühl beim Schlucken.

Generell werden die akuten Halsschmerzen von den chronischen Halsschmerzen unterschieden. Die akuten Halsschmerzen – die meist im Zuge einer Erkältung auftreten – bleiben normalerweise nicht länger als ein paar Tage bestehen. Häufig werden akute Halsschmerzen durch Infektionen ausgelöst, meistens durch Viren (virale Infektionen).
Chronische Halsschmerzen hingegen persistieren (dauern an) über mehrere Wochen. Schwere akute Halsschmerzen gehen mit Begleitsymptomen wie z.B. Heiserkeit, hohem Fieber, Infektionen oder andauerndem Husten einher. Chronische Halsschmerzen können z.B. durch Schadstoffbelastungen, chronische Infektionserkrankungen, Autoimmunerkrankungen sowie Erkrankungen von Organen und Strukturen im Halsbereich ausgelöst werden. [1]

Medikamente bei Halsschmerzen

Herr Dr. Jörg Schweikart erklärt: „In der Regel sind bei Erwachsenen mit erkältungsbedingten Halsschmerzen keine weiteren Diagnose- oder Therapiemaßnahmen durch einen Arzt notwendig, sofern die Symptome innerhalb von einer Woche von alleine wieder abklingen und keine Komplikationen auftreten.“ [1] Kommen Halsschmerzen jedoch häufiger vor, so sollte unbedingt der Rat eines Arztes konsultiert werden. „Je nachdem, welche Ursache den Halsschmerzen zugrunde liegt und unter Berücksichtigung weiterer Faktoren wie beispielsweise dem Alter, Nebenerkrankungen oder sonstigen besonderen Umständen der Erkrankten, gibt es demnach unterschiedliche Antworten auf die Frage Halsschmerzen – Was tun? Ist die Ursache der Halsschmerzen bekannt oder kann hochwahrscheinlich angenommen werden, gibt es jeweils verschiedene Behandlungsmöglichkeiten beziehungsweise therapeutische Mittel und Methoden.“, so Herr Dr. Jörg Schweikart [1].

Wie bereits erwähnt, vergehen Halsschmerzen in der Regel wieder von selbst innerhalb weniger Tage. Sind die Halsschmerzen jedoch stark und unangenehm, so muss nicht gewartet werden, bis diese von alleine wieder verschwinden. Es gibt verschiedene Medikamente, Naturheilmittel, homöopathische Mittel, Allgemeinmaßnahmen und Hausmittel, mit welchen die Erkältungserreger bekämpft werden können. Eine Linderung der Symptome und eine Stärkung der körpereigenen Abwehr (Immunsystem) sind erstrebenswert, um, unterstützt durch andere Mittel, eine schnelle Genesung zu erzielen. [1]
Es gibt jedoch auch einige, sehr wenige Fälle, bei welchen Komplikationen auftreten können: Wenn sich z.B. die Infektion auf das Herz, auf andere Organe oder die Stimmbänder ausbreitet oder es zu einem Mandelabszess kommt, müssen folglich therapeutische Maßnahmen durch einen Arzt ergriffen oder sogar Operationen durchgeführt werden. [1]
Im Folgenden werden zwei Wirkstoffe aufgelistet, die bei Halsschmerzen als empfehlenswert beschrieben werden.

Wirkstoff Benzocain

Dieser Wirkstoff zählt zu den lokalen Anästhetika (lokalen Schmerz-Betäubungsmitteln). Benzocain verhindert eine Depolerisation der Zelle, d.h. die Zelle wird nicht angeregt, weshalb diese kein aktivierendes Signal an die entsprechenden Nervenfasern abgibt und in einem bestimmten Körperareal kein Schmerz verspürt (z. B. Hals) wird. [2]

Medikamente mit dem Wirkstoff Benzocain dürfen nicht eingenommen werden, wenn eine Allergie oder Unverträglichkeit auf Benzocain oder ähnliche Wirkstoffe, Pfefferminzöl, Isomalt (Zuckeralkohole), Zitronenöl (ätherisches Öl aus Zitronenschalen), Weinsäure, hochdisperses Siliciumdioxid (Gelbildner, Verdickungsmittel), Chinolingelb ?(Lebensmittelfarbstoff) oder Indigocarmin (blauer Farbstoff) bekannt ist. Benzocain sollte nicht von Kindern unter 16 Jahren und Schwangeren eingenommen werden, da es keine Studien dazu gibt. [3] Anaesthesin Lutschtabletten mit dem Wirkstoff Benzocain dürfen nicht von Kleinkindern unter 2 Jahren eingenommen werden [5]. Dorithricin, ebenfalls mit dem Wirkstoff Benzocain, genehmigt die Einnahme bei Kindern, solange sie in einem Alter sind, in dem die Pastillen nicht willkürlich verschluckt werden. [4]

Benzocain sollte nicht angewendet werden bei bestehender Allergie auf einen Inhaltsstoff des entsprechenden Medikamentes oder bei bekannter Allergie gegenüber Parastoffen. Dazu zählen u. a. Antibiotika wie Sulfonamide, bei welchen Benzocain v. a. bei einer Infektion der oberen Atemwege die Wirkung des Antibiotikums abschwächen kann und Thiazid-haltige Diuretika (Entwässerungsmittel). [3]

Kontraindikation (tritt einer der folgenden Punkte auf, darf Benzocain nicht eingenommen werden): Überempfindlichkeit gegen jeglichen Wirkstoff in einem der im Folgenden 3 aufgelisteten Medikamente, Überempfindlichkeit gegenüber Benzocain, Allergien gegen Konservierungsstoffe wie Parabene, da diese Kreuzallergien (bei einer Kreuzallergie reagieren die körpereignen Immunglobulin-E-Antikörper gegen mehrere Allergene verschiedener Allergenquellen) auslösen können [2]. Asthmatiker können beim Inhalieren von Anaesthesin Pastillen Atemnot erleiden [5].

Medikamente mit diesem Wirkstoff: neo-angin Benzocain dolo, Anaesthesin Pastillen, Dorithricin Halstabletten Lutschtabletten [6]

Benzocain wird zur Betäubung von akuten Halsschmerzen und starken Schluckbeschwerden eingesetzt.[3]

Tipps zur Anwendung und Dosierung:

Neo-angin Benzocain dolo

Anwendung: Die Lutschtablette langsam im Mund zergehen lassen.

Dosierung: Höchstens 1 Tablette alle 2 Stunden; nicht mehr als 6 Tabletten pro Tag; nicht länger als 3 Tage anwenden; falls zu viele Tabletten eingenommen wurden, können sich Anzeichen einer Überdosierung wie z.B. Luftnot oder bläuliche Finger und Lippen zeigen. Treffen diese Symptome zu, sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden. [3]

Anaesthesin Pastillen

Anwendung: Die Lutschtablette langsam im Mund zergehen lassen.

Dosierung: Höchstens 1 Tablette alle 2 Stunden; nicht mehr als 6 Tabletten pro Tag; nicht länger als 3 Tage anwenden; falls zu viele Tabletten eingenommen wurden, können sich Anzeichen einer Überdosierung wie z.B. Luftnot oder bläuliche Finger und Lippen zeigen. Treffen diese Symptome zu, sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden. [5]

Dorithricin Halstabletten

Anwendung: Die Lutschtablette langsam im Mund zergehen lassen.

Dosierung: Höchstens 1 – 2 Tabletten alle 2 – 3 Stunden; nicht mehr als 6 Tabletten pro Tag; nicht länger als 3 Tage anwenden; falls zu viele Tabletten eingenommen wurden, können sich Anzeichen einer Überdosierung wie z.B. Magen-Darm-Beschwerden sowie eine vermehrte Methämoglobinbildung zeigen. Bei letzterem sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.aufgesucht werden.[4]

Wirkstoff Flurbiprofen

Flurbiprofen gehört zu den Propionsäurederivaten (Propionsäure kommt in der Natur in einigen ätherischen Ölen vor; zu den Propionsäurederivaten zählen einige Schmerzmittel wie z.B. Ibuprofen, Naproxen, Flurbiprofen). Flurbiprofen ist ein Antiphlogistikum, d. h. es wirkt entzündungshemmend. Die entzündungshemmende Wirkung wird erreicht, da dieser Wirkstoff das Enzym Cyclooxigenase (Eiweißmolekül) hemmt, welches normalerweise v. a. Schmerzbotenstoffe wie Prostaglandine herstellt. Diese Prostaglandine fördern die Entzündung und aktivieren Nervenenden, die den Schmerz an das Gehirn weiterleiten. Flurbiprofen hemmt die Cyclooxigenase und folglich werden keine entzündungsfördernden Schmerzbotenstoffe (Prostaglandine) mehr gebildet (synthetisiert). [7]

Medikamente mit dem Wirkstoff Flurbiprofen dürfen nicht eingenommen werden, wenn eine Allergie gegen diesen Wirkstoff selbst oder andere Inhaltsstoffe des Arzneimittels besteht: im Fall von Dobendan Direkt Flurbiprofen z. B. gegen Macrogol 300, Kaliumhydroxid, Zitronenaroma, Levomenthol, Honig, Sucrose-Wasser (67:33), Glucose-Sirup. Außerdem ist die Einnahme von Flurbiprofen verboten, wenn eine Allergie auf Acetylsalicylsäure (Aspirin, ASS) oder andere NSAR (entzündungshemmende und schmerzstillende Arzneimittel) bekannt ist, wenn Acteylsalicylsäure oder ein anderes NSAR (z.B. Ibuprofen, Paracetamol) nach Einnahme Atembeschwerden, einen allergischen Schnupfen oder juckenden Hautausschlag, verursachen. [8]

Flurbiprofen zeigt Wechselwirkungen u. a. mit Antithrombotika (gerinnungshemmendes Medikament), Diuretika (Entwässerungsmittel), Antihypertonika (Medikamente gegen hohen Blutdruck), Medikamente gegen Gicht, Digoxin (Medikament bei chronischer Herzinsuffizienz), anderen NSAR (z. B. Aspirin, Ibuprofen), Cyclosporin (zählt zu den Medikamenten, die das körpereigne Abwehrsystem (Immunsystem) unterdrücken), Phenytoin (eingesetzt bei Epilepsie und Herzrhythmusstörungen), Methotrexat (ein Zytostatikum, welches im Rahmen einer Krebstherapie eingesetzt wird), Lithium (Medikament zur Behandlung von Psychosen) und Sulfonylharnstoffen (sie senken den Blutzucker und werden daher zur Behandlung von Diabetes mellitus Typ 2 eingesetzt), Glukokortikoiden (Medikamente, welche entzündungshemmend und immunsuppressiv sind; können system verabreicht werden und lokal als Salbe für Hautekzeme). [8], [9], [10]

Neben den genannten Allergien und Überempfindlichkeitsreaktionen sind auch Magen- und Darmgeschwüre als Kontraindikation bekannt. [8], [9], [10] Eine Kontraindikation bedeutet, dass im Falle z. B. eines Magengeschwüres auf keinen Fall NSAR eingenommen werden dürfen. Weiterhin kontrainduziert sind schwere Dickdarmentzündung, Blutbildungs- und Blutgerinnungsstörungen. [8] Auch während der letzten 3 Monate der Schwangerschaft dürfen auf keinen Fall NSAR eingenommen werden. Auch bei Kindern unter 12 Jahren wird von einer Einnahme strengstens abgeraten. [8]

Medikament mit diesem Wirkstoff: Dobendan® Direkt Flurbiprofen 8,75 mg Lutschtabletten [8]

„Dobendan® Direkt (Flurbiprofen) wird zur Linderung der Beschwerden bei Halsschmerzen (Entzündungen der Rachenschleimhaut) wie Schmerzen und Schwellungen angewendet.“ [8]

Anwendung und Dosierung: Die Lutschtablette langsam im Mund zergehen lassen und währenddessen im Mund bewegen. 1 Tablette alle 3 – 6 Stunden. Es sollten nicht mehr als 5 Lutschtabletten innerhalb von 24 Stunden eingenommen werden. Insgesamt sollte Dobendan Direkt nicht länger als 3 Tage eingenommen werden. [8]

Zu beachten

Halsschmerzen per se sind eher ein Symptom einer bestehenden Erkrankung als eine Krankheit an sich. Bei jeder Krankheit wird die körpereigene Abwehr (Immunsystem) aktiviert, um den Körper schnellstmöglich wieder in ein gesundes Gleichgewicht zu leiten. Ein aktiviertes Immunsystem bei Halsschmerzen fördert die Freisetzung von Schmerzbotenstoffen (Prostaglandin E2 und – I2, Bradykinin und anderen Kininen) und entzündungsfördernden Botenstoffen (proinflammatorischen Zytiokinen wie z. B. Tumor-Nekrose-Faktor α (TNFα), wodurch der typische Halsschmerz ausgelöst wird.

Einige präventive Maßnahmen – neben Stimme schonen und warm anziehen- können ergriffen werden, um erkältungsbedingte Halsschmerzen vorzubeugen. [1]
Diese Maßnahmen verfolgen 2 Prinzipien:

1. Das Vermeiden des Kontaktes mit Erkältungsviren.

Ein häufiges Händewaschen wird empfohlen, v. a. in Zeiten, in welchen Erkältungen häufiger auftreten (z. B. wenn das Wetter kälter wird), aber auch wenn man mit Oberflächen jeglicher Art in Berührung kommt, welche zuvor von vielen Menschen angefasst wurden, wie z. B. Türklinken (Schmier- und Kontaktinfektion).

Von erkälteten Personen sollte unbedingt genügend Abstand gehalten werden, denn Erkältungsviren werden meist über Tröpfcheninfektion (durch Niesen, Husten) übertragen.

2. Das Immunsystem sollte gestärkt werden.

Eine Ergänzung (Supplementation) mit verschiedenen wasserlöslichen Vitaminen (v. a. Vitamin C, B12, B6), aber auch fettlöslichen Vitaminen (E, D, K, A) wird empfohlen, da Vitamine essentiell für ein gut arbeitendes Immunsystem sind. Sie werden u. a. zur Vermehrung (Proliferation) der Immunzellen (Wächter des Körpers) benötigt. Auch Spurenelementen und Omega-3-Fettsäuren kommt eine positive Wirkung zu.

Rauchen sollte unbedingt vermieden werden, denn im Zigarettenrauch befinden sich reaktive Sauerstoffspezies (schädliche Formen des Sauerstoffs), die Schäden an der DNA (Erbinformation), Proteinen oder Fetten hinzufügen und somit das Immunsystem schwächen.

Die Immunabwehr kann auch durch pflanzliche Mittel wie z. B. Echinacea und Umckaloabo, sowie ätherische Ölen gestärkt werden.

Außerdem ist eine ausgewogene, vitaminreiche Ernährung und mit wichtigen Spurenelementen das A und O. Die Energiezufuhr sollte in 50-60 % Kohlenhydrate, 10-20 % Fett und ca. 30 % Proteine unterteilt werden. Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr sollte ebenfalls gewährleistet sein.

Probiotika (lebende oder inaktivierte Bakterienkulturen aus der Apotheke) werden zur Darmsanierung empfohlen, da sich ein Großteil des Immunsystems im Darm befindet und dort zur Körperabwehr beiträgt.

Auch Sport in Maßen (4-5 Mal die Woche ca. 30-45 Minuten) wird von Ärzten empfohlen – am Besten an der frischen Luft, da er zu einer potentiellen Vermehrung der Immunzellen führt.

Stress sollte unbedingt vermieden werden, da er das Immunsystem schwächt und deshalb als Auslöser zahlreicher Erkrankungen beschrieben wird. Daher werden Entspannungsübungen wie Yoga und Meditation empfohlen.

Helfen die aufgezählten, vorbeugenden Maßnahmen nicht und die Halsschmerzen dauern länger als eine Woche an, so sollte ein Arzt aufgesucht werden. Bei Atemnot, Schmerzen beim Atmen, häufig wiederkehrenden Halsschmerzen, hohem Fieber, Halsschmerzen, die nicht auf bereits verabreichte Medikamente ansprechen und länger als 7 Tage andauern sowie unerträglichen Schluckbeschwerden, sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden. Auch Schwangeren wird empfohlen, einen Arzt aufzusuchen, sofern die Halsschmerzen nicht innerhalb von 24 Stunden wieder von selbst verschwinden. [1]

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Halsschmerzen am häufigsten zusammen mit Erkältungen auftreten. Halsschmerzen sind im Grunde nichts Schlimmes, solange sie innerhalb weniger Tage wieder von selbst abheilen. Ist dies nicht der Fall, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.


Behandlungsmöglichkeiten bei Halsschmerzen