Husten: Häufige Fragen

Was tun bei bellendem Husten?

© PantherMedia / Leung Cho Pan

Bellender Husten (Tussis) ist zumeist Zeichen eines Infektes in den unteren Atemwegen (ab Kehlkopf abwärts), verursacht durch Viren oder seltener Bakterien. Zumeist leiden Kinder an bellendem Husten, da sie in ihren jungen Jahren ein erstes Mal mit den jeweiligen typischen Husten verursachenden Keimen immunologisch in Berührung kommen (erstes Kennenlernen von Immunsystem und Krankheitserreger). 

Das Immunsystem reagiert prompt und teils überschießend mit einer Verengung der Atemwege (Obstruktion). Wenn der Husten als Luftstoß durch die engen Luftwege gepresst wird, entsteht das charakteristisch bellende Geräusch. Medizinisch spricht man im deutschsprachigen Raum bei bellendem Husten zumeist von Pseudocroup (oder Pseudokrupp). Im angloamerikanischen Sprachraum dominiert die Bezeichnung Croup (oder eingedeutscht Krupp), welche jedoch bezüglich der Ursache (s.u.) zu Verwirrung führen kann. Was zu tun ist bei bellendem Husten hängt unter anderem vom Auslöser sowie von der Symptomstärke ab [1].

Behandlung bei bellendem Husten

Der deutsche Begriff Pseudocroup ist eine medizinische Sammelbezeichnung für das Leitsymptom bellender Husten. Unter dieser versteht man eine Laryngitis (Kehlkopfentzündung), Laryngotracheitis (Entzündung von Kehlkopf und Luftröhre), Laryngotracheobronchitis (Kehlkopf, Luftröhre und Bronchien) sowie den eigentlichen Pseudocroup (Laryngitis subglottica), den tatsächlichen Croup (Diphtherie, bis zum 20. Jahrhundert sehr häufige bakterielle kindliche Todesursache: „Würgeengel der Kinder“) und andere Atemwegsinfektionen wie Maserninfekte mit bellendem Husten [2]. 

Die Symptome bei Pseudocroup, allen voran der bellende Husten, treten meist schlagartig am Abend oder in der Nacht nach einigen wenigen Stunden Schlaf auf. Hinzu treten meist Atemnot (Dyspnoe), geräuschvolles Atmen (Stridor) und Angst. Im Rahmen einer Sauerstoffunterversorgung (Hypoxie) durch die stark verengten Atemwege kann es zu einer Blauverfärbung der Haut (Zyanose) kommen. In der meist großen Anstrengung der Kinder mit bellendem Husten kann es zudem zu Erbrechen (Emesis) kommen. 

Erreger dieser ernstzunehmenden Zustände sind in der Regel Viren wie Parainfluenzaviren, RS-Viren (respiratorische Syncytialviren), oder auch Influenzaviren (Erreger der echten Grippe). Gegen die meisten dieser Krankheitserreger steht gar kein oder kein zufriedenstellend wirkendes Medikament zur Verfügung. Daher ist die Therapie in der Regel umgehend mit allgemeinen Maßnahmen zur  des Kindes einzuleiten.Gegebenenfalls kann symptomatisch entweder mit Hausmitteln oder mit schulmedizinischen Wirkstoffen Linderung angestrebt werden [3]. 

Im Folgenden werden ohne Anspruch auf Vollständigkeit einige Tipps und Möglichkeiten der Therapie bei bellendem Husten vorgestellt.

Allgemeine Maßnahmen: In erster Linie sollte das Kind mit bellendem Husten beruhigt werden, um eine mögliche Eskalation der Symptome bis hin zum Erbrechen oder Atemstillstand zu vermeiden. Zuwendung gibt dem Kind Sicherheit und Vertrauen in eine baldige Besserung der Beschwerden. Wenn es vom Kind toleriert wird, sollte es in eine aufrechte Sitzposition verlagert werden, sodass die Atemhilfsmuskulatur (z.B. Brustmuskeln und Zwischenrippenmuskulatur) das Kind beim Luftholen unterstützen kann. 

Sowohl vorbeugend als auch therapeutisch bei einer schon ablaufenden Hustenattacke sollte die Temperatur im Schlafraum des Kindes nur ungefähr 16°C bis 18°C betra´gen [4] (ggf. Fenster öffnen zur Soforthilfe) und die Luft befeuchtet (z.B. mit Schale voll heißen Wassers) sein. Zudem sollte das Kind langsam und schluckweise Flüssigkeit wie beispielsweise warmen Tee zu sich nehmen, um die gereizten Schleimhäute zu befeuchten und zu beruhigen [5].

Hausmittel/Anwendungen: Zahlreiche Hausmittel beziehungsweise Wirkstoffe auf pflanzlicher Basis stehen zur Therapie und auch Vorbeugung von bellendem Husten zur Verfügung. [10] Der bellende Husten bei Kindern beruht in den meisten Fällen auf einer Entzündung (Inflammation) und Reizung der Atemwege. Die irritierte Schleimhaut kann zum Beispiel mit pflanzlichen Tees beruhigt werden. Hilfreiche, entzündungslindernde Wirkstoffe stammen unter anderem aus Eibisch (Malvengewächs, auch Hibiskus genannt, enthält Glucane u.a.) [6], Efeu (enthält alpha-Hederin zur Entkrampfung der Bronchialmuskulatur) [7] oder isländisch Moos (Flechte, die Glucane u.a. Wirkstoffe enthält) [8]. 

Steht neben dem bellenden Husten auch noch zäher Schleim als Problem im Vordergrund, können auch Tees mit beispielsweise Thymian, bitterem Fenchel oder Schlüsselblume (Primel) zur Lösung des Schleims angeboten werden (nur morgens geben, um eine Ansammlung lockeren Schleims zum Abend zu vermeiden!)[9]. 

Zur Linderung von Hustenbeschwerden hat zudem die Anwendung von Zwiebeln in verschiedenen Formen Tradition. Am einfachsten kann eine halbierte Zwiebel neben das Kopfende des Bettes gelegt werden, um die Dämpfe in Ruhe beim Einschlafen zu inhalieren. Darüber hinaus kann auch aus einer kleingeschnittenen Zwiebel, ein wenig Wasser und Kandiszucker nach kurzem Aufkochen ein Sud gewonnen werden, der gefiltert durch ein Passiertuch oder Sieb schluckweise eingenommen werden kann. Alternativ kann eine kleingeschnittene Zwiebel roh mit Honig vermengt und löffelweise gegeben werden [11]. 

Speziell für Kinder(auch bereits ab einem Lebensjahr) mit Husten stellen verschiedene AnbieterHustenelixiere und Balsame her (z.B. Weleda Hustenelixier, Plantago Bronchialbalsam, Bronchoforton Kinderbalsam, Bronchostop sine Thymian Eibisch Hustensaft oder Phytohustil Hustenreizstiller Sirup). Diese enthalten neben Thymian und Eibisch häufig Sonnentau (Drosera), welcher krampflindernde Wirkstoffe (Flavonoide u.a.) enthält [12].

Medikamente: Als zusätzliche Therapie zu pflanzlichen Wirkstoffen und oben genannten Soforthilfemaßnahmen oder auch als alleinige Behandlung kann der Einsatz von Medikamenten gegen bellenden Husten erwogen werden. Eine ursächliche Therapie von Viren ist nur selten möglich. Gegen Bakterien als Hustenauslöser können ärztlich Antibiotika verordnet werden. Symptomatisch können sogenannte Glucocorticoide (körpereigene Abkömmlinge des Cholesterins wie Cortisol bzw. Cortison) Linderung verschaffen. 

Wirkstoffe aus dieser Substanzklasse, wie Prednison, können als Cortison-Zäpfchen (Suppositorium) angewendet werden, um die Entzündung im Körper zu mildern und so die verkrampften Atemwege wieder freizugeben. Glucocorticoide können auch inhaliert werden und somit noch unmittelbarer auf den Schleimhäuten der Atemwege wirken (z.B. Budesonid). Ebenfalls inhalativ können bei Verengung der Atemwege Wirkstoffe wieEpinephrin (Synonym: Adrenalin) schnell Abhilfe leisten. Diese bewirken eine Verengung der entzündlich aufgeweiteten Blutgefäße der Atemwegsschleimhaut, sodass es in der Folge zu einer Besserung der Beschwerden kommen kann (Entzündungsreduktion, Rückgang der Schwellung der Atemwege) [13]. 

Bei entsprechend schwerwiegender Symptomatik können von einem Arzt Wirkstoffe auch direkt in die Venen (intravenös) verabreicht werden und somit sehr direkt und schnell wirken.

Die oben gemachten Angaben dienen nur als orientierende Information und können die individuellen Empfehlungen und Anweisungen eines Arztes, speziell bezüglich der jeweiligen Dosierungen, nicht ersetzen.

Zu beachten

Bei fehlender empfohlener Grundimmunisierung eines Kindes (entweder aus Gründen des Alters unter etwa einem Lebensjahr, bei Impfversäumnissen oder bei Impfverweigerung) gegen die Diphtherie, beziehungsweise den Erreger Corynebacterium diphtheriae, ist stets an das sehr gefährliche Krankheitsbild des echten Croups zu denken. Der Croup sollte nach offiziellen Empfehlungen frühzeitig antibiotisch behandelt werden, um Komplikationen zu vermeiden[14].

Die Beruhigung des Kindes sollte therapeutisch oberstes und schnell zu erreichendes Ziel sein. Eine Manipulation an den Atemwegen des Kindes (z.B. mit Mundspatel oder Taschenlampe) ist unter allen Umständen zu vermeiden. Auch sollte das Kind in der Position verbleiben, die ihm oder ihr am liebsten ist, umAufregung zu vermeiden. Gefahr droht andernfalls durch einen reflexartigen Verschluss der Luftwege und eine akute Erstickungsgefahr (Asphyxie). Speziell besteht dieses Risiko beim gefürchteten Krankheitsbild der Epiglottitis (typisch ist hohes Fieber, kloßige Sprache und bellender Husten), welche früher häufig verursacht wurde durch Haemophilus influenzae B Bakterien (heutzutage empfohlene Grundimmunisierung im ersten Lebensjahr). Auch wenn es sich nicht um das Krankheitsbild einer Epiglottitis handeln sollte, sollte das Kind unbedingt beruhigt werden.

In der Regel sind Atemwegsinfekte mit bellendem Husten selbstlimitierend, das heißt sie klingen im Verlauf von ein bis zwei Wochen wieder ab. Bei Unsicherheit im Umgang mit bellendem Husten sollte jedoch stets lieber Vorsicht walten und großzügig ärztliche oder sonstige fachkundige Hilfeangefordert werden. Gegebenenfalls kann ein Kind mit bellendem Husten stationär in einem Krankenhaus aufgenommen werden, um unter anderem die Sauerstoffsättigung des Blutes über eine Lichtsonde (Pulsoxymeter) zu kontrollieren.

Zu beachten ist bei typisch kindlichen Krankheitsbildern wie bellendem Husten bei Pseudocroup, dass Medikamentenwirkstoffe immer an das jeweilige aktuelle Gewicht des Kindes adaptiert werden müssen, um Vergiftungen zu verhindern. Der Wirkstoff Acetylsalicylsäure (ASS) sollte Kindern nicht gegeben werden, das die Gefahr der Entwicklung eines Reye-Syndroms (akute, schwerwiegende Gehirnerkrankung mit fettigem Leberzerfall) besteht [15]. 

Das Hausmittel Honig sollte nicht im Lebensjahr angewendet werden, da die Gefahr des Botulismus durch möglicherweise enthaltene Clostridium-Sporen (sog. Säuglingsbotulismus) im Naturprodukt Honig besteht [16]. Tees und Erkältungsbäder für Säuglinge sollten eine Temperatur von 37°C nicht überschreiten, um Verbrühungen zu vermeiden [17].

Jeder Wirkstoff, speziell auch pflanzliche Wirkstoffe, kann Überempfindlichkeitsreaktionen und Allergien verursachen. Wird eine solche vermutet, ist die Gabe des Stoffes sofort zu beenden.

Bestimmte Salben, Elixiere und Hustensäfte können reizende ätherische Öleenthalten (z.B. von Pfefferminze), die den bellenden Husten bei Kindern noch verschlimmern können. Von einem Einsatz dieser Präparate ist nach Möglichkeit abzusehen.

Sollten die Symptome nicht innerhalb von ungefähr ein bis zwei Wochen abklingen, sollte gegebenenfalls ein Arzt zur Klärung aufgesucht werden.

Als Tipp: Bei befürchtetem Auftreten von bellendem Husten sollte bereits vorsorglich auf eine kühle und relativ feuchte Raumluft (ggf. mit Verneblungsautomat) geachtet werden. Zudem sollten bei bekannten Hustenanfällen stets Notfallmedikamente (Zäpfchen etc.) bereit stehen. Impfungen können vor häufigen Ursachen bellenden Hustens schützen.