Husten: Häufige Fragen

Bester Hustenlöser

© PantherMedia / Kirill Ryzhov

Husten ist ein wichtiger Schutzreflex des menschlichen Körpers, um fremde Partikel wie Bakterien, Viren, Staub und Pollen aus den Atemwegen zu entfernen. Der Transport in Richtung Mundöffnung erfolgt, indem die Fremdpartikel auf der Schleimhaut der Atemwege hängenbleiben und durch Flimmerhärchen abtransportiert oder ausgehustet werden. Im Rahmen einer einfachen Infektion (sog. Erkältung oder grippaler Infekt) kommt es zu einer Schwellung der Schleimhaut und vermehrten Schleimproduktion in den Atemwegen. Sowohl der Schleim als auch die Entzündung können einen Hustenreiz auslösen. Im Folgenden soll auf mögliche therapeutische Maßnahmen zur Lösung eines Husten eingegangen werden.[1]

Behandlung mit Hustenlösern

Allgemeine Maßnahmen

  • Ausreichend Trinken

Auch wenn diese Maßnahme auf den ersten Blick sehr banal erscheint, haben Studien bewiesen, dass eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr der beste Hustenlöser ist. Flüssigkeitszufuhr soll sogar eine größere Wirkung zeigen als viele der freiverkäuflichen Medikamente. Ihre Wirkung ist auf folgenden Mechanismus zurückzuführen: Sobald sich Viren oder Bakterien in der Schleimhaut der Atemwege eingenistet haben, wird das Immunsystem aktiviert und es kommt zu einer Entzündung. Die Durchblutung wird gesteigert, so dass Immunzellen (vor allem Granulozyten und Makrophagen) vermehrt zum Ort der Entzündung gelangen. Die Durchblutungssteigerung ist der Grund für eine Schwellung der Schleimhäute. Weiterhin wird es den Zellen und damit auch dem Blutplasma erleichtert, aus den Blutgefäßen auszutreten, um die Erreger direkt zu bekämpfen. Die freigesetzten Entzündungsmediatoren führen zu einer vermehrten Schleimproduktion. Wird dem Körper ausreichend Flüssigkeit zugeführt, kann im Rahmen der Schleimproduktion vermehrt dünnflüssiges Sekret produziert werden. Dünnflüssiger Schleim kann leichter abgehustet werden. Dickflüssiger Schleim hingegen verbleibt länger auf den gereizten Schleimhäuten und führt zu einem hartnäckigen, wenig produktiven Husten. Zusammenfassend bedeutet dies, dass eine hohe Flüssigkeitszufuhr der beste Schleimlöser ist und stets als Grundlage für die Befreiung der Atemwege dienen sollte.[1]

  • Luftfeuchtigkeit erhöhen

Besonders in den Wintermonaten treten vermehrt Erkältungen auf. Nicht selten werden in dieser Zeit die Wohnräume stark geheizt, was zu einer Austrocknung und Verdickung des in den Atemwegen produzierten Schleims führt. Dickflüssiger Schleim kann die Atemwege stärker reizen und löst eher einen Hustenreiz aus. Daher sollten die Wohnräume auch im Winter regelmäßig stoßgelüftet werden. Bei einer bestehenden Erkältung können als unterstützende Maßnahmefeuchte Handtücher über die Heizung gelegt oder eine Schüssel mit Wasser in Heizungsnähe gestellt werden.[1]

Hausmittel/Anwendungen

  • Inhalieren

Durch das Inhalieren werden die angegriffenen Atemwege befeuchtet und der Schleim verflüssigt. Dieser kann nun besser abgehustet werden, was zu einer Stillung des Hustenreizes führt. Darüber hinaus wirken die warmen Dämpfe wohltuend und krampflösend in den Atemwegen. Es werden hierfür 1,5 bis 2 Liter Wasser aufgekocht und in eine Schüssel gegeben. Vor dem Inhalieren das Wasser etwas abkühlen lassen und wahlweise folgende Zusätze hinzufügen.

  • Salzinhalation: 2 Esslöffel Speisesalz in das heiße Wasser geben. Beim Inhalieren gelangt der salzhaltige Wasserdampf in die Atemwege. Der Salzgehalt bewirkt eine Verflüssigung des Schleimes.
  • Kräuterinhalation: Thymian oder Salbei in das heiße Wasser geben und kurz ziehen lassen. Die Kräuter haben eine desinfizierende und schleimlösende Wirkung.
  • Inhalation mit ätherischen Ölen: Tannenöl, Latschenkiefer oder Eukalyptus in das heiße Wasser geben. Besonders bei festsitzendem Schleim in den Atemwegen wird eine gute Wirkung erzielt.

Bei bestehenden Allergien sollten keine ätherischen Öle verwendet werden, da diese einen Allergieschub auslösen können. Kinder unter 3 Jahren sollten den Kontakt zu ätherischen Ölen vermeiden, da diese bei Kindern zu einer Reizung der Atemwege führen können. Im schlimmsten Fall können die Luftwege anschwellen und akute Luftnot verursachen.

  • Zwiebelsirup

Die im Zwiebelsirup enthaltenen Disulfide und Antioxidantien wirken desinfizierend und schleimlösend. Eine große Gemüsezwiebel würfeln und über Nacht mit etwas Honig in ein Einmachglas geben. Wahlweise kann auch Thymian, Salbei oder Fenchel hinzugefügt werden, um einen eigenen Hustensaft herzustellen. Am nächsten Tag kann der entstandene Sirup am Morgen, am Abend und bei Bedarf teelöffelweise eingenommen werden.

  • Hustentee

Wie bereits erwähnt ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr die effizienteste Methode, um den Husten zu stillen. Kräutertee kann hierbei helfen, das Abhusten zu erleichtern, die entzündeten Luftwege zu entkrampfen und das Immunsystem zu unterstützen. Ideal sind Teemischungen aus Fenchel oder Thymian. Zur Herstellung einer Teemischung 10 bis 25 g Fenchelfrüchte (angestoßen), 25 bis 40 g Spitzwegerichkraut, 25 bis 35 g Süßholzwurzel und 10 bis 40 g Thymiankraut mischen. Einen Esslöffel dieser Mischung mit 150 ml kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen, abseihen und mit etwas Honig süßen. Mehrmals täglich eine Tasse frisch zubereiteten, warmen Tee trinken.[2]

Medikamente

  • Acetylcystein

Acetylcystein gehört zu der Medikamentengruppe der Expektorantien. Schleim, der im Rahmen einer Entzündung entsteht, besteht zu einem Großteil aus Mucopolysaccharidfasern, die von Disulfidbrücken zusammen gehalten werden. Acetylcystein besitzt die Fähigkeit, diese Disulfidbrücken zu spalten und somit den Schleim zu verflüssigen. Der „gespaltene“ Schleim kann besser ausgeworfen werden. Darüber hinaus wird diskutiert, ob Acetylcystein dazu beiträgt, schädliche freie Radikale zu neutralisieren, die oftmals im Rahmen einer Entzündung entstehen. Kindern unter 2 Jahren sollte dieses Medikament nicht verabreicht werden. Bei Kindern im Alter von 2 bis 5 Jahren wird eine Tagesgesamtdosis von je einer Tablette ACC® akut junior bis zu zwei- bis dreimal täglich empfohlen (entspricht 200-300 mg Acetylcystein pro Tag). Übliche Handelsnamen der Acetylcystein-Brausetabletten lauten z. B. ACC® akut junior, Acemuc®, Aeromuc®.[4]

  • Ambroxol

Ambroxol wirkt über verschiedene Mechanismen. Unter anderem werden bestimmte Lungenzellen angeregt, vermehrt Stoffe auszuschütten, die den Schleim schlechter an den Atemwegswänden haften lassen. Die Arbeit der Flimmerhärchen wird somit erleichtert. Eine leichte betäubende Wirkung bekämpft nebenbei dieHalsschmerzen. Ab einem Alter von 2 Jahren kann dieses Medikament unter Beachtung des Beipackzettels angewendet werden. Zu den typischen Handelsnamen für Ambroxolsaft zählt z. B. Ambroxol ratiopharm®, Mucosolvan® Ambroxol AL Saft®. Weiterhin ist Bromhexin als Hustenlöser verfügbar. Bromhexin wird nach Aufnahme in den Körper teilweise zu Ambroxol umgewandelt und entfaltet eine ähnliche Wirkung. Nebenwirkungen wie allergische Reaktionen und Hautreaktionen können bei beiden Medikamenten auftreten.[3]

  • Pflanzliche Hustenlöser

Pflanzliche Hustenlöser kombinieren die Wirkstoffe verschiedener Kräuter. Oftmals sind Thymian und Primel enthalten. Die Kräuter beruhigen die Bronchien, ohne das notwendige Abhusten zu behindern. Viele dieser Medikamente können bereits bei Kindern ab dem 6. Lebensmonat eingesetzt werden. Das Wirkspektrum ist abhängig von den enthaltenen Kräutern. Unter folgenden Handelsnamen sind die pflanzlichen Hustenlöser in der Apotheke erhältlich: Bronchicum®, Bronchipret® und Prospan®.[5]

Zu beachten

Grundlegend ist der Unterschied zwischen Hustenlösern (Schleimlösern) und Hustenstillern zu beachten. Hustenlöser verflüssigen den Schleim und sollten auf Grund ihrer Husten-anregenden Wirkung eher tagsüber und bei produktivem Husten eingenommen werden. Hustenstiller vermindern den Hustenreiz und können Reizhustenattacken in der Nacht vorbeugen. Besonders bei produktivem Husten sollten keine Hustenstiller verwendet werden, da sie das notwendige Abhusten des Sekrets verhindern. Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist ein essentieller Teil der Behandlung. Ergänzend können die weiter oben genannten Medikamente und Hausmittel hinzugezogen werden. Pflanzliche Hustenlöser sind hierbei schonender und nebenwirkungsarmer als chemische Medikamente.