Husten: Häufige Fragen

Husten lindern

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Husten ist ein körpereigener Schutzreflex, welcher einerseits dazu dient, Fremdkörper, welche mit der Einatemluft in die Lunge gelangt sind, wieder loszuwerden, und andererseits, um in Schleim eingeschlossene Viren oder Bakterien aus dem Körper zu schaffen. Obwohl er einen wichtigen Mechanismus darstellt, kann er auch störend sein, zum Beispiel, wenn er den, während einer Erkrankung, dringend benötigten Schlaf verhindert. Was hilft also, Hustenreiz zu lindern und der Lunge dabei zu helfen, den gebildeten Schleim hinauszubefördern? Der folgende Artikel soll bei der Antwortfindung unterstützen und einige Fakten über Husten und seine Bekämpfung darlegen.

Behandlung bei Husten

Allgemeine Maßnahmen

Gerade in der kalten Jahreszeit häufen sich viral bedingte Erkältungen. Ursachen für die erhöhte Anfälligkeit in dieser Zeit sind unter anderem die kalte Luft im Freien und die sehr trockene Luft in beheizten Innenräumen. Beides zusammen eröffnet den Viren eine praktische Eintrittspforte: den Nasenrachenraum. Dieser ist normalerweise gut angefeuchtet, sodass der Flüssigkeitsfilm auf der Schleimhaut der Atemwege (Respirationstrakt) nicht austrocknet und so die „mukociliäre Clearance“ erhalten bleibt. Diese stellt einen Abwehrmechanismus des Atemtraktes dar. Partikel oder z. B. Viren werden in dem Schleim, der durch ortsansässige Drüsen gebildet wird, gebunden und dann durch Zilien (kleine Flimmerhaare auf den Zellen, welche in Richtung Nasenrachenraum „schlagen“) wieder aus dem Respirationstrakt hinausbefördert. Husten beschleunigt dieses Prinzip. Wenn die Schleimhäute austrocknen, ist diese Barrierefunktion gestört. Sinkt nun auch noch die Temperatur im Nasenrachenraum, z. B. durch niedrige Temperaturen der Atemluft, können sich Viren, welche sich dort festsetzen, auch noch besser vermehren. Daher empfiehlt sich neben wärmenden Hilfsmitteln (Socken, Pullover, Schal, Decke,…) auch eine vermehrte Flüssigkeitsaufnahme und Maßnahmen, die dabei helfen, die Schleimhäute zu befeuchten. So hilft zum Beispiel inhalieren: Dafür einfach ca. 1 Liter Wasser aufkochen, etwas unjodiertes Salz, Tees (z. B. Käsepappeltee) oder einige Tropfen eines ätherischen Öles hinzufügen, ein Handtuch über den Kopf legen und 5-10 Minuten lang diese warme, sehr feuchte Luft einatmen. Eine andere Methode ist, gerade in geheizten Räumen über Nacht ein feuchtes Handtuch im Schlafzimmer aufzuhängen. Wenn dieses trocknet, wird durch das verdunstete Wasser die Luft befeuchtet und die Schleimhäute trocknen über Nacht weniger aus.


Hausmittel

Es gibt auch einige natürliche Rezepte, die dabei helfen können, den abendlichen Hustenreiz zu stillen, oder morgens die Lunge dabei zu unterstützen, den gebildeten Schleim auszuhusten. Bedacht werden sollte jedoch, dass nicht beides, also Hustenstiller und Schleimlöser, gleichzeitig eingenommen werden darf, da der Schleim nur durch Husten aus der Lunge befördert werden kann. Diese beiden Mechanismen würden sich also gegenseitig behindern. Sollte der Husten mit den angegebenen Hausmitteln und allgemeinen Maßnahmen nicht binnen weniger Tage besser werden oder bekommt der Auswurf eine grünliche oder gar rote Farbe, ist auf jeden Fall ein Arzt aufzusuchen!

  • Sonnenhut: Diese in Deutschland als Zierpflanze heimische Heilpflanze ist seit langer Zeit bei den Ureinwohnern Nordamerikas als wirksames Heilmittel beispielsweise für Wunden aller Art in Verwendung. Die Pflanze enthält antibakterielle Stoffe und stärkt mithilfe unspezifischer Reizkörper (lokal reizende Stoffe, die eine Immunantwort initiieren) das Abwehrsystem. Es wird empfohlen, den Sonnenhut zur Unterstützung des Immunsystems bei Erkältungskrankheiten im Hals-, Nasen- und Rachenbereich anzuwenden. Seine Verwendung schließt die gleichzeitige Einnahme z. B. von Antibiotika nicht aus. hier fehlt noch der Hinweis, wenn eine bakterielle Infektion vorliegt Fertige Präparate werden häufig unter dem lateinischen Namen des Sonnenhutes, „Echinacea“, vertrieben.[1]
  • Isländisch Moos: Diese berühmte, in Deutschland, der Schweiz und anderen europäischen Ländern heimische Flechte ist aufgrund ihrer hustenreizstillenden Wirkung eine beliebte Heilpflanze. Auch sie ist inzwischen in einigen käuflichen Produkten, wie z. B. Hustensäften, enthalten. Hervorzuheben sind ihre vielfältigen natürlichen Heilkräfte; sie wirkt unter anderem antibakteriell, tuberkulostatisch (hemmt das Wachstum von sog. Tuberkelbakterien), immunstimulierend und enthält neben Jod auch einige wichtige Vitamine. Als Schleimdroge wirkt sie reizlindernd, weil die enthaltenen Pflanzenschleimstoffe die Schleimhäute im Mund- und Rachenraum beruhigen. Demnach ist die beliebteste Anwendung die als Tee gegen Reizhusten. Für die Herstellung eines Tees, 2 gehäufte Teelöffel Isländisch Moos mit ¼ Liter Wasser vermengen und aufkochen und ihn sofort danach abseihen.


Rezept für Isländisch Moos Tee:

2 gehäufte EL Isländisch Moos

1/4 L Wasser

gemeinsam aufkochen, dann abseihen,

den Tee nach Belieben mit Honig süßen und 2-3-mal täglich trinken.[2]

  • Eukalyptus: Wie bereits oben erwähnt, befeuchtet Inhalieren die Schleimhäute. Wer dem heißen Wasser einige Tropfen ätherischen Eukalyptusöles beifügt, unterstützt die Lunge somit dabei, zähen Schleim zu verflüssigen, und somit das Abhusten zu erleichtern. Auch als Tee ist Eukalyptus hilfreich gegen Husten oder Bronchitis. In diesem Falle kann er zu gleichen Teilen mit Huflattich- und Thymianblättern gemischt und mit heißem Wasser übergossen (2 Teelöffel auf ¼ Liter) getrunken werden.[3]


Medikamente

In einigen Fällen ist es sinnvoll, neben den oben genannten Hausmitteln auch auf medikamentöse Mittel zurückzugreifen. In jedem Falle ist jedoch von einer Selbstbehandlung abzuraten und die Einnahme vorher mit dem Arzt zu besprechen. Zwei der bei Husten häufig eingesetzten Wirkstoffe sind in diesem Absatz aufgeführt.

  • Bromhexin:[4]

Dieser Wirkstoff wird vor allem bei bronchopulmonalen (die Bronchien und die Lunge betreffend) Erkrankungen und bei Störungen der Schleimbildung bzw. dessen Auswurf eingesetzt. Es regt die Drüsenzellen in der Lunge an, verflüssigt zähen Schleim und verbessert die Mukoziliarfunktion (= mukociliare Clearance, siehe oben). Die Dosierung beträgt beim Erwachsenen beispielsweise 3x täglich 8-16 mg oder 3×10-20 ml Saft pro Tag. Für Kinder sind die Dosierungen anders und sollen beim Arzt erfragt werden. Nicht eingenommen werden dürfen Medikamente mit diesem Wirkstoff von schwer nieren- und leberkranken Personen sowie Asthmatikern. Die Mischung mit Stoffen, welche die Schleimhäute (z. B. Magenschleimhaut) reizen (z. B. Nicht-steroidale Antirheumatika wie Acetylsalicylsäure, Ibuprofen, Indomethacin etc.) ist ebenfalls nicht zu empfehlen, da diese Wirkung durch den gleichzeitigen Gebrauch noch gesteigert werden kann. Die häufigsten Nebenwirkungen sind Übelkeit, Erbrechen sowie Reaktivierung von Magen-Darm-Geschwüren oder allergische Reaktionen.

In Deutschland erhältliche Präparate sind z. B.: Bisolvon 8mg/Tabletten oder Saft, Bromhexin BC 8mg/Tabletten oder 12mg/ml Tropfen, Krewel Meuselbach 12mg/Tabletten, 8 oder 12mg/ml Tropfen oder 8mg/10ml Saft.

  • Codein:[5]

Dieser Wirkstoff gehört zur Gruppe der Morphine, wirkt jedoch nur in etwa ein Zehntel so stark wie klassisches Morphin und weist einen ausgeprägten antitussiven, also hustenreizstillenden Effekt auf. Bei Erwachsenen beträgt die Dosierung zur Hustenreizstillung meist um die 30 mg Tropfen oder Saft pro Tag. Nicht einnehmen sollten dieses Präparat unter anderem Kinder unter einem Jahr sowie Personen, die an einem akuten Asthmaanfall oder superventrikulären Tachykardien (eine Gruppe der Herzrythmusstörungen) leiden. Die gleichzeitige Einnahme von Medikamenten, die eine zentral dämpfende Wirkung haben, ist nicht zu empfehlen, da deren Plasmaspiegel (Konzentration im Blutplasma) durch Wechselwirkungen gesteigert werden können. Einige der häufigsten Nebenwirkungen von Codein sind neben Übelkeit und Erbrechen Obstipation, Galleflussstörungen und Schließmuskeltonuserhöhungen (erhöhte Eigenspannung von z. B. Anal- oder Harnblasenschließmuskels) sowie Mundtrockenheit, Ohrgeräusche, Schlafstörungen etc.

In Deutschland erhältliche Präparate sind z. B.: Bronchicum Mono Codein 24ml/ml Tropfen, Codeinum phosphoricum Compretten 30 oder 50mg/Tabletten, Codeinsaft von ct 5mg/5ml.

Zu beachten

Husten ist, wie oben erwähnt, ein sinnvoller Mechanismus, um Stoffe oder Krankheitserreger aus den Atemwegen zu befördern und unterstützt somit das Immunsystem dabei, die Krankheit zu bekämpfen. Daher sollte er nicht einfach medikamentös unterdrückt werden. Jedoch kann diese körperliche Schutzfunktion durch einfache Mittel unterstützt werden, um so eine normale Funktionalität und das körperliche Wohlbefinden bald wieder herzustellen. Sollte sich der Zustand durch die oben erwähnten Mittel jedoch nicht nach höchstens 7-10 Tagen (so lange dauert ein grippaler Infekt maximal) bessern, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Ebenfalls anzuraten ist dieser Schritt, falls schwere Krankheitssymptome wie hohes Fieber dazukommen. Schwangere, Kinder, ältere oder immunschwache Personen sowie Menschen mit schweren Grunderkrankungen, sollten in jedem Fall sofort einen Arzt aufsuchen, da bei ihnen der Krankheitsverlauf variieren kann und eventuell eher medizinische Maßnahmen ergriffen werden müssen. Auch die Farbe des Auswurfes sollte regelmäßig kontrolliert werden, denn sobald sie sich ins grünliche (bakterielle Lungenentzündung/Pneumonie?) oder gar rötliche (Blutbeimengungen?) ändert, kann der Weg zum Arzt nicht mehr warten.

Vor allem in kalten Monaten hilft eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr dabei, die Schleimhäute feucht zu halten sowie warme Kleidung, sich vor einer Erkältung zu schützen.