Husten: Häufige Fragen

Hustenlöser

© PantherMedia / Andriy Popov

Husten (Tussis) ist ein natürlicher Reinigungsmechanismus der Atemwege und tritt häufig als Begleitsymptom von Atemwegserkrankungen wie einer Erkältung oder der echten Grippe (Influenza) auf. Die Behandlung eines Hustens ist stark von seiner Qualität abhängig: Ein trockener Reizhusten sollte eher mit Hustenstillern (Antitussiva) behandelt werden, während bei einem produktiven, schleimbildenden Husten eher Hustenlöser (Expektoranzien) angezeigt sind.

Im Folgenden wird der medizinische Hintergrund des produktiven Hustens erklärt und auf die verschiedenen Arten von Hustenlösern eingegangen.

Medizinischer Hintergrund

Der produktive Husten unterscheidet sich vom trockenen Reizhusten durch die vermehrte Bildung von schleimigem (mukösem) Bronchialsekret, das von spezialisierten Zellen der unteren Atemwege (Luftröhre und Lunge) gebildet wird. Dieses Sekret, das beim gesunden Menschen überwiegend dünnflüssig (serös) ist, dient der Befeuchtung und dem Schutz der Atemwege. Zum einen werden dadurch Fremd- bzw. Schadstoffe aufgefangen, zum anderen enthält das Sekret eine Vielzahl von Eiweißen (Proteinen), die das Immunsystem bei der Abwehr von Erregern unterstützen. 

Den Abtransport übernimmt dann das sogenannteFlimmerepithel, das einen Großteil der Atemwege von innen auskleidet. Es besteht aus Zellen, die mit Flimmerhärchen (Kinozilien) ausgestattet sind. Diese Härchen sind zu einer rhythmischen Bewegung fähig, durch die sie Fremdkörper kontinuierlich mundwärts befördern, sodass sie ausgehustet werden können (mukoziliäre Clearance). [1] [2]

Da im Falle einer Erkrankung häufig der Anteil des schleimigen Sekretes steigt, ist das Abhusten und damit der Auswurf der Erreger bzw. Schadstoffe von großer Bedeutung, sodass es in diesem Falle sinnvoll sein kann, das Abhusten mithilfe von Hustenlösern zu erleichtern.

Hustenlöser

Hustenlöser (Expektoranzien) lassen sich nach ihrem Wirkmechanismus in drei verschiedene Wirkstoffklassen einteilen:

  • Sekretolytika sollen die Produktion des dünnflüssigen Bronchialsekretes fördern.
  • Mukolytika sollen den Bronchialschleim verflüssigen.
  • Sekretomotorika sollen den Abtransport des Bronchialschleims fördern.

Hierzu ist anzumerken, dass der therapeutische Nutzen aller Arten von Hustenlösern umstritten ist. Kritiker meinen, dass der lösende Effekt nur auf die vermehrte Flüssigkeitsaufnahme zurückzuführen sei, die mit der Einnahme von (Brause-)Tabletten einhergeht. Endgültig geklärt ist dies bisher nicht. Unumstritten ist allerdings, dass regelmäßiges Trinken (mind. 2–3 Liter pro Tag) sehr wichtigfür das Lösen des Hustens ist. [3]

Klassische Sekretolytika sind die Wirkstoffe Bromhexin und Ambroxol, die im Handel beispielsweise unter den Namen Bisolvon, Mucosolvan, Ambrobeta und Frenopect angeboten werden. In der Regel werden sie als Hustensaft, Hustentropfen oder Tabletten verkauft. [4]

Bekannte Mukolytika sind Acetylcystein und Guaifenesin, die beispielsweise unter den Handelsnamen ACC, Mucobene, Fagusan oder Wick-Hustenlöser verkauft werden. Sie sind als Brausetabletten bzw. –pulver, Hustensaft und Tablette erhältlich. [4]

Als Sekretomotorika sind Clenbuterol und Theophyllin bekannt. Beide Wirkstoffe sind verschreibungspflichtig und können eine Vielzahl von Nebenwirkungen auslösen, da sie an mehreren Stellen des Körpers auf unterschiedliche Art und Weise wirken. Bei einem gewöhnlichen Husten im Zuge einer Erkältung oder einer Grippe kommen diese Wirkstoffe in der Regel nicht zum Einsatz. [4]

Neben den klassischen Medikamenten steht auch eine Reihe von reinpflanzlichen Hustenlösern zur Verfügung. Diese enthalten in der Regel Efeu, Schlüsselblume und Thymian oder auch konzentrierte pflanzliche Öle (u. a. Pinie, Anis, Fenchel, Eukalyptus, Zitrone, Myrte), die entweder rein oder als Mischungen angeboten werden. Laut einigen Studien sind mit einer bestimmten Öl-Mischung nicht nur die drei Wirkungen der eingangs beschriebenen Wirkstoffklassen, sondern darüber hinaus auch antibakterielle und antientzündliche Effekte erzielt worden. [5]

Zu beachten

In keinem Fall sollte die Einnahme von Hustenlösern mit Hustenstillern kombiniert werden, da ein künstlich unterdrückter Hustenreiz das erwünschte Abhusten verhindert. Zudem sollte darauf geachtet werden, Hustenlöser nicht abends einzunehmen, um einen ruhigen Schlaf zu gewährleisten. Ferner sei hier nochmals darauf hingewiesen, dass eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme von großer Bedeutung ist.