Husten: Häufige Fragen

Was tun bei Rippenschmerzen (durch Husten)?

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Schmerzen der Rippen können auf zahlreiche und vielfältige Ursachen zurückgeführt und durch viele Faktoren ausgelöst werden. Sehr starker und hartnäckiger Husten kann aufgrund einer übermäßigen Belastung der Rippen- und Atemwegsmuskulatur zu Rippenschmerzen führen und die Betroffenen stark einschränken.

Als weitere Ursachen für Schmerzen, die während des Hustens auftreten, kommen Prellungen, Brüche und andere Erkrankungen infrage.

Behandlung bei Rippenschmerzen durch Husten

Bei starken Rippenschmerzen, die durch Husten verursacht wurden, sollte zunächst, vor allem im Falle älterer Patienten, die Möglichkeit eines Rippenbruchs oder einer Rippenprellung ausgeschlossen werden. Die medizinische Abklärung durch einen Arzt ist somit unbedingt notwendig, um eventuelle Begleitverletzungen zu entdecken und eine geeignete Behandlung einzuleiten.

Die am häufigsten vorkommende Ursache für Rippenschmerzen ist eine Überbelastung der Rippenmuskulatur, die für die Auf- und Abbewegung des Brustkorbs verantwortlich ist. Dies führt zu einem Muskelkater, der starke Schmerzen bei jedem Atemzug verursachen kann.

Auch eine Rippenfellentzündung (sog. Pleuritis) kann ursächlich für Rippenschmerzen durch Husten sein. Diese wird oft durch eine entzündliche Lungenerkrankung hervorgerufen und geht ebenfalls mit starken Schmerzen bei der Atmung einher.[1]

Allgemeine Maßnahmen

Rippenschmerzen, die durch Husten verursacht wurden, sollten grundsätzlich immer von einem Arzt untersucht werden, um einen Rippenbruch oder andere Grunderkrankungen auszuschließen. Ist ein Muskelkater der Auslöser für die Schmerzen, können Hausmittel sowie naturheilkundliche Methoden zu einer Linderung der Schmerzen beitragen.

Dies gilt auch für den Fall einer unproblematischen Rippenfellentzündung, bei der Hausmittel jedoch meist nur begleitend zur Schulmedizin eingesetzt werden. Allgemein sollte auf ausreichend Ruhe und Erholung geachtet werden. Auch sollte eine schmerzbedingte Schonatmung vermieden werden, da eine ausreichende Bewegung der Lunge in diesem Fall nicht mehr garantiert werden kann. Es kann unter Umständen zu einer langfristigen Beeinträchtigung der Atmung kommen und das Risiko einer Lungenentzündung (sog. Pneumonie) erhöhen.

Hausmittel/Anwendungen

  • Warme Wickel können aufgrund ihrer schmerzstillenden Wirkung bei starken Rippenschmerzen zügige Linderung verschaffen. Sind die Schmerzen durch eine Überbeanspruchung der Muskulatur verursacht, so kann dieses Hausmittel durch die Applikation von Wärme zu einer Entspannung der Rippenmuskeln führen.
  • Arnika-Öl hat eine entzündungshemmende und wärmende Wirkung und kann zur begleitenden Behandlung von Muskelkater im Rippenbereich und bei einer Rippenfellentzündung angewandt werden. Das Pflegeöl ist nach dem Duschen auf die noch feuchte Haut aufzutragen.[2]

Medikamente

Im Falle eines Rippenbruchs, einer Prellung oder eines starken Muskelkaters werden meist vor allem schmerzstillende Mittel zur Behandlung eingesetzt. Im Falle einer Rippenfellentzündung sind die zugrundeliegenden Ursachen zu behandeln. Zur Schmerzlinderung kommen auch hier Schmerzmittel zum Einsatz. Begleitend ist eine Atemtherapie zu empfehlen. Nachfolgend lassen sich Wirkstoffe finden, die durch ihre schmerzstillende Wirkung gezielt bei Rippenschmerzen angewandt werden.[3]

  • Ibuprofen: Wirkt schmerz- und entzündungshemmend aufgrund der Blockade der körpereigenen Produktion von Botenstoffen (Prostaglandine), die bei der Entstehung von Schmerz, Entzündung und Fieber eine Rolle spielen.
    • IBU-ratiopharm 200 akut / -400 akut (Schmerztabletten):
      • Dosierung: Bei 200 mg liegt die empfohlene Dosierung bei 1-2 bzw. höchstens 6 Tabletten am Tag (Kinder höchstens 3 Tabletten); bei 400 mg liegt die Dosis bei maximal 3 (bzw. 1,5) Tabletten
      • Häufige Nebenwirkungen: Magen-Darm-Beschwerden, Kopfschmerzen
      • Wechselwirkungen unter anderem mit Lithium, Digoxin, oralen Antidiabetika, sowie Alkoholkonsum
    • Ibudolor 200/ -400 (Schmerztabletten)
      • Dosierung: Bei 200 mg maximal 6 Tabletten täglich (Kinder maximal 3); bei 400 mg Tabletten maximal 3 Tabletten (bzw. 1,5)
      • Nebenwirkungen: Magen-Darm-Beschwerden, Kopfschmerzen
      • Wechselwirkung mit Lithium, Digoxin, oralen Antidiabetika, sowie Alkoholkonsum
    • IbuHEXAL akut 400 (Schmerztablette):
      • Dosierung: Erwachsene maximal 3, Kinder maximal eine Tablette täglich
      • Nebenwirkungen: Magen-Darm-Beschwerden, Kopfschmerzen
      • Wechselwirkung mit Lithium, Digoxin, oralen Antidiabetika, sowie Alkoholkonsum[4]
  • Diclofenac: Wirkt durch die Blockade von körpereigenen Botenstoffen (Prostaglinden) schmerzlindernd (analgetisch), fiebersenkend (antipyretisch) und entzündungshemmend (antiiphlogistisch). Außerdem besitzt es eine antirheumatische Wirkkomponente.
    • Nebenwirkungen: Mögliche Nebenwirkungen sind Magen-Darm-Beschwerden (z.B. Durchfall, Bauchschmerz), Leberentzündung (sog. Hepatitis), Magenschleimhautentzündung (sog. Gastritis) und Geschwüre im Magen-Darm-Trakt (sog. Ulcus ventriculi und duodeni). Ein erhöhtes Risiko für das Auftreten dieser Nebenwirkungen besteht bei Überschreiten der Tageshöchstdosis.
    • Kontraindikationen: Gegenanzeigen für die Einnahme sind Überempfindlichkeiten gegen Diclofenac, Geschwüre (sog. Ulcus) im Magen-Darm-Trakt und bestehende Blutungen.
    • Anwendung: Die Standarddosierung für Jugendliche ab 14 und Erwachsene liegt bei 1-2 Tabletten 3-4 Mal täglich. Der Mindestabstand zwischen den Einnahmen sollte 4-6 Stunden betragen. Es empfiehlt sich die Einnahme vor der Mahlzeit. Die maximale Tageshöchstdosis sollte 6 Tabletten nicht überschreiten. Außerdem sollte Diclofenac nicht länger als 3-4 Tage ohne ärztlichen Rat eingenommen werden.[5]
    • Beispielpräparate:
      • Diclo Dolo 12,5 mg
      • Diclo-CT akut 12,5 mg
      • Diclofenac Ratiopharm Schmerztabletten 12,5 mg

Zu beachten

Rippenschmerzen sollten von einem Arzt untersucht werden, um etwaige Ursachen aufzufinden und gezielt zu behandeln. Zur Vermeidung von Folgeschädigungen sollten Atemübungen durchgeführt werden. Auch eine Kräftigung der Muskulatur des Brustkorbs ist zur Vorbeugung von Muskelverspannungen und –überlastungen empfehlenswert.[6]