Husten: Häufige Fragen

Hustensaft im Test

© PantherMedia / Leung Cho Pan

Hustensaft ist ein sehr oft verwendetes Mittel, um gegen Husten (Tussis) vorzugehen, der sich bei fast jeder Erkältung oder auch anderen Atemwegsinfekten als Begleitsymptom meldet. Der Husten tritt in zwei Phasen auf, einer unproduktiven und einer produktiven. Als unproduktiver Husten oder auch trockener Husten oder Reizhusten wird Husten bezeichnet, der ohne schleimigen Auswurf (Sputum) einhergeht und meist zu Beginn einer Erkältung auftritt. Im weiteren Verlauf geht der unproduktive Husten gewöhnlich in den produktiven Husten über, der durch eine vermehrte Bildung von Bronchialschleim gekennzeichnet ist. Hierbei kommt es zum Abhusten von schleimigem Auswurf. Beiden Phasen kann mit verschiedenen Hustensäften auf dem Markt entgegengewirkt werden.

Die Wirkstoffe von verschiedenen Hustensäften werden in den folgenden Abschnitten erörtert.

Hustensaft im Test

Husten kann, wenn er über einen längeren Zeitraum hinweg besteht, besonders in der unproduktiven Phase (kein Schleimauswurf) zu einer Schädigung der Flimmerhärchen führen. Diese sitzen auf der Schleimhaut der Nase und sind für den Transport des Schleims aus dem Körper zuständig. Unbehandelt kann sich eine einfache Erkältung zu einer Bronchitis oder einer Lungenentzündung (Pneumonie) ausweiten. [1]

In der ersten Hustenphase werden Hustenstiller (Antitussiva) empfohlen. Einige legen sich wie ein Schutzfilm über die durch Erkältungsviren entzündete und gereizte Rachenschleimhaut und üben dort eine beruhigende und schützende Wirkung auf die Schleimhaut aus. Andere unterdrücken den Hustenreiz direkt im Gehirn, indem der Wirkstoff an Rezeptoren (Fühler) im sogenannten Hustenzentrum bindet und den Hustenreiz direkt am Entstehungsort unterdrückt. Welche Wirkstoffe besonders geeignet sind und auch in einer Untersuchung der Stiftung Warentest gut abgeschnitten haben, wird hier beschrieben.


Dextromethorphan
[2]

  • wirkt durch Unterdrücken des Reizes im Hustenzentrum des Gehirns
  • am besten anzuwenden bei Reizhusten und trockenem Husten
  • Die häufigsten Nebenwirkungen sind Übelkeit (Nausea), Verstopfung, Erbrechen (Emesis) und Müdigkeit. Wechselwirkungen treten oft mit bestimmten Antidepressiva (z. B. Serotonin-Wiederaufnahmehemmer [SSRI]) auf.
  • Sollte nicht bei Asthma bronchiale und bei Erkrankungen mit eingeschränkter Atemfunktion, wie Lungenentzündung (Pneumonie), Lungenfibrose (vermehrte Bildung von Bindegewebe in der Lunge) oder Lungenemphysem (Lungenüberblähung) angewendet werden
  • Hustensäfte mit dem Wirkstoff: z. B. Wick® Hustensirup mit Honig, NeoTussan®, Silomat® DMP als Saft
  • Die Dosierung beträgt 3–4-mal täglich etwa 25–30 mg für Erwachsene. Kinder können 4–6-mal am Tag 10 mg einnehmen.


Pentoxyverin
[3]

  • Wirkt durch Hemmung des Hustenzentrums und wird hauptsächlich zur Dämpfung des Hustenreizes eingesetzt.
  • Als Nebenwirkungen können Übelkeit (Nausea), Durchfall (Diarrhoe) und Erbrechen (Emesis) auftreten. Zu Wechselwirkungen kann es kommen, wenn der Wirkstoff zusammen mit Schlaf- oder Beruhigungsmitteln eingenommen wird.
  • Sollte nicht bei Überempfindlichkeit auf den Wirkstoff und bei produktivem Husten angewendet werden.
    o Hustensäfte mit dem Wirkstoff: z. B. Silomat® Saft, Sedotussin® Saft, Sedotussin® Zäpfchen
  • Die Dosierung beträgt für Erwachsene etwa 60–80 mg pro Tag. Kinder von 6–14 Jahren können 3–5-mal täglich 6,25–19,75 mg bis zu einer Tagesdosis von 1–2 mg pro kg Körpergewicht einnehmen. Kindern im Alter von 2–5 Jahren kann eine Tagesdosis von 0,5–1 mg pro kg Körpergewicht verteilt auf 3–4 Einzeldosen von 1,7–6,5 mg am Tag gegeben werden.

In der zweiten, der produktiven Phase des Hustens sollte zu Hustenlösern (Expektorantien) gegriffen werden. Diese helfen, den Schleim aus den Bronchien zu lösen und ihn dann anschließend durch Husten nach außen zu befördern. Ein Wirkstoff, der hierzu geeignet ist, wird hier aufgeführt.


Ambroxol
[4]

  • Der Wirkstoff hat betäubende, schleimlösende, auswurffördernde und entzündungshemmende Eigenschaften und eignet sich besonders gut bei schwer zu lösendem Schleim und um Halsschmerzen durch örtliche Betäubung zu lindern.
  • Als Nebenwirkungen können Übelkeit (Nausea), Geschmacksstörungen und Atembeschwerden auftreten. Sollte nicht zusammen mit Hustenreizstillern verwendet werden, um einen Sekretstau im Rachenraum zu verhindern.
  • Darf nicht bei Überempfindlichkeit auf Ambroxol und bei nicht einwandfrei arbeitenden Lungen verwendet werden.
  • Hustensäfte mit dem Wirkstoff: Ambrobeta® Saft, AmbroHEXAL® Hustensaft, Mucosolvan® Hustensaft
  • Die Dosierung beträgt für Erwachsene etwa 3-mal täglich 90 mg Ambroxol. Bei Kindern werden 2–3-mal täglich 15–45 mg Ambroxol empfohlen.

Zu beachten

„Den“ besten Hustensaft gibt es nicht und etwaige Unverträglichkeitsreaktionen sollten umgehend einem Arzt gemeldet werden.

Hustenstiller und Schleimlöser sollten nicht gleichzeitig eingenommen werden, um einen Sekretstau zu verhindern, der zu Atemproblemen führen kann. Falls der Husten nach einer Behandlung mit Hustensäften nach mehr als einer Woche keine Besserung zeigt, sollte umgehend ein Arzt konsultiert werden.
Die empfohlenen Dosiermengen auf der Packungsbeilage bei Kindern und Erwachsenen sollten unbedingt beachtet werden.