Husten: Häufige Fragen

Sirup gegen Husten

© PantherMedia / Andriy Popov

Husten (Tussis), wie er im Rahmen einer Erkältung vorkommt, kann für den Betroffenen sehr belastend sein. Besonders bei trockenem Reizhusten sollen Hustensirups Abhilfe schaffen und für Linderung sorgen.[5] Hier steht ein breites Spektrum an frei verkäuflichen pflanzlichen oder synthetischen Hustenstillern (Antitussiva) in der Apotheke oder auch im Drogeriemarkt zur Auswahl.

Besonders pflanzliche Mittel, wie Eibisch, Spitzwegerich, Thymian und Efeu oder Isländisch Moos, denen eine hustenmildernde Wirkung nachgesagt wird, bieten oft eine gute Alternative zu den beiden apothekenpflichtigen, aber rezeptfreien zentralen Hustenstillern Pentoxyverin und Dextromethorphan und sind besonders für Kinder ab zwei Jahren geeignet.[6][9][10]

Medizinische Fakten

Auch wenn es durchaus kritische Stimmen gibt, wird den pflanzlichen Hustensirups auch von wissenschaftlicher Seite immer öfter eine hustenmildernde Wirkung nachgesagt.[9][10] Alle hier beschriebenen Mittel enthalten sogenannte Schleimstoffe und werden deswegen häufig bei trockenem Reizhusten (typisches „Kratzen“ im Hals) eingenommen. Nicht geeignet sind sie bei produktivem Husten mit Auswurf. Hier kommen in der Regel Hustenlöser (Expektoranzien) zum Einsatz.

Spitzwegerich (Broncho-Sern®, dm® Spitzwegerich Hustensirup), Thymian, Efeu (Prospan®) und Eibisch (Phytohustil®) sind bewährte Hausmittel und genießen aufgrund ihrer beruhigenden Wirkung auf die Schleimhäute und ihrer guten Verträglichkeit einen guten Ruf.[1][4][5] Sirup daraus ist bei einer Vielzahl von Herstellern erhältlich, kann aber auch selbst zubereitet werden.[7]

Die klassischen, seit mehreren Jahrzehnten in der Apotheke erhältlichen Hustenstiller Pentoxyverin und Dextromethorphan sind vielen besser unter ihren Markennamen Silomat® und Wick® Hustensirup bekannt, obwohl sie unter anderen Namen natürlich auch von anderen Herstellern angeboten werden. Es handelt sich dabei um zentrale Hustenstiller. Pentoxyverin kann ebenfalls von Kindern ab zwei Jahren eingenommen werden.[2] Dextromethorphan sollte allerdings aufgrund der Wirkung auf das zentrale Nervensystem erst bei Jugendlichen ab 14 Jahren zum Einsatz kommen.[3]

Obwohl sich diese Substanzen über viele Jahre profiliert haben, wird ihr Mehrnutzen gegenüber den pflanzlichen Hustensirups immer mehr infrage gestellt.[5]

Jedoch gilt für alle hier aufgeführten Mittel, dass sie lediglich die Symptome wie Husten abschwächen, nicht aber die Ursache, wie beispielsweise einen viralen Infekt, bekämpfen.

Wirkungsweise bei Husten

Periphere und zentrale Hustenstiller unterscheiden sich hier grundsätzlich. Die peripher, also direkt an Ort und Stelle im Hals wirkenden Hustenmittel enthalten Schleimstoffe, die nach der Einnahme einen Schutzfilm über den gereizten Bereichen der Schleimhäute bilden und somit spezielle Hustenrezeptoren im Rachen von Hustenreizen abschirmen.[1] Chemisch handelt es sich dabei um sogenannte anionische Polysaccharide, die Wasser binden und für die schleimige Konsistenz verantwortlich sind. Da es bei Reizhusten durch eine Entzündung im Rachenbereich (Pharyngitis oder Laryngitis) meist zur Überreizung der Hustenrezeptoren kommt, lässt sich die Wirkung gut nachvollziehen.

Zudem enthält beispielsweise Thymian ein ätherisches Öl, Thymol[8], oder Spitzwegerich die Stoffe Aucubin und Catalpol[4], welche durch ihre antibakterielle Wirkung die Heilung unterstützen sollen.

Die Wirkstoffe Pentoxyverin und Dextromethorphan wirken durch zentrale Unterdrückung des Hustenreizes im Hustenzentrum, das ein Teil unseres Hirnstammes ist. Besonders Dextromethorphan greift dabei in komplexe neurologische Prozesse ein. Es bindet an einen Rezeptor, der in der Lage ist, Husten zu unterdrücken (Sigma-1-Rezeptor), und hemmt die Aufnahme von Serotonin und Dopamin, zwei wichtigen Botenstoffen im Gehirn.[11]

Anwendung & Dosierung bei Husten

Die Anwendung und Dosierung aller Hustensirups sollte entsprechend der Packungsbeilage erfolgen. Da es sich bei allen genannten Medikamenten um Sirups handelt, werden diese oral (über den Mund) eingenommen und können geschluckt werden.

Pflanzliche Mittel sollten in der Regel etwa zwei- bis dreimal täglich eingenommen werden. Die übliche Dosis beträgt 10 ml (oder 1 Esslöffel). Auf Eibisch basierende Sirups können auch häufiger angewendet werden.[12] Viele Produkte können auch in warmem Tee eingerührt werden.

Zu beachten ist in jedem Fall die reduzierte Dosierung bei Kindern, die der Packungsbeilage des jeweiligen Produktes zu entnehmen ist. Die Einnahme der meisten pflanzlichen Wirkstoffe wird für Kinder ab dem zweiten Lebensjahr empfohlen.

Als besonders sinnvoll wird die Verwendung von Hustenstillern kurz vor dem Schlafen beschrieben.

Deutlich vorsichtiger sollte die Nutzung der apothekenpflichtigen Mittel erfolgen. Hier empfiehlt es sich, vorher Rücksprache mit dem Apotheker zu halten und auch weitere zu dem Zeitpunkt eingenommene Medikamente zu nennen, um Wechselwirkungen auszuschließen.

Erwachsene und Kinder über 14 Jahren nehmen 15 ml Dextromethorphan dreimal täglich ein.[3] Pentoxyverin wird drei- bis viermal täglich in einer Dosis von 15 ml verabreicht.[2] Bei beiden Substanzen gilt es, eine Überdosierung strengstens zu vermeiden.

Nebenwirkungen & Wechselwirkungen

Für die aufgeführten pflanzlichen Antitussiva sind sehr wenige Nebenwirkungen beschrieben. Besonders bei Überdosierung werden vereinzelt Magen-Darm-Beschwerden und Übelkeit genannt. Auch Unverträglichkeitsreaktionen im Sinne einer Allergie können auftreten. In diesem Falle sollten das Medikament sofort abgesetzt und gegebenenfalls ein Arzt aufgesucht werden.

Dextromethorphan hat eine Reihe unerwünschter Nebenwirkungen. Zu den wichtigsten zählen Müdigkeit und eine verminderte Reaktionsfähigkeit, aber auch Schwindelgefühl, Unverträglichkeitsreaktionen und Magen-Darm-Beschwerden können vorkommen. Da das Medikament, wie viele andere, über das Leberenzym CYP2D6 verstoffwechselt wird, sollte die Einnahme weiterer Medikamente im Voraus mit dem Apotheker besprochen werden, um Wechselwirkungen zu vermeiden.[3]

Pentoxyverin verfügt über ähnliche Nebenwirkungen und kann ebenfalls Schläfrigkeit und eine verminderte Reaktionsfähigkeit verursachen. Zum Nebenwirkungsspektrum gehören aber auch Oberbauchschmerzen und Übelkeit mit Erbrechen. Eine gleichzeitige Einnahme von Schlafmitteln ist in jedem Fall zu vermeiden und über Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten sollte man sich beim Kauf informieren.[2]

Gegenanzeigen & Warnhinweise

Im Allgemeinen sollten Hustenstiller (Antitussiva) nicht bei produktivem Husten (also starker Schleimbildung) verwendet werden, da so der Abfluss des Schleims behindert wird. Husten ist ein natürlicher Reinigungsmechanismus unseres Körpers und dient dem Abtransport von Schleim aus den Atemwegen.

Des Weiteren sollte bei einer bekannten Unverträglichkeit gegen eines der Mittel von dessen Verwendung abgesehen werden. Zudem enthalten viele der Sirups Zucker in Form von Glucose, Fructose oder Sorbitol. Bei Unverträglichkeiten gegen einen dieser Stoffe oder bekannten hohen Blutzuckerwerten (Diabetes mellitus) sollte der Rat eines Arztes herangezogen werden.

Dextromethorphan und Pentoxyvrin können die Reaktionsfähigkeit einschränken.[2][3] Dementsprechend sollte eine Teilnahme im Straßenverkehr oder die Bedienung von Maschinen mit Vorsicht geschehen und am besten unterlassen werden. Dies gilt insbesondere in Kombination mit Alkohol oder Schlafmitteln.