Husten: Häufige Fragen

Spray gegen Husten

© PantherMedia / Alice Day

Das Wichtigste in Kürze:
Hersteller: Klosterfrau, tetesept, A.Vogel, Wick
Wirkstoff: Isländisch Moos, Meersalz, Dexpanthenol, Kamille, Minze, Thymian
Darreichungsform: als Spray in Srühstößen
Rezeptfrei?:Ja
Hilft bei Reizhusten: ja

Eine Erkältung ereilt einen Großteil der Bevölkerung in der kalten Jahreszeit und geht oftmals mit Fieber, Gliederschmerzen, Schnupfen und Husten einher. Verursacht werden Erkältungen zumeist durch Atemwegsviren, die als Tröpfcheninfektion (Niesen, Husten, Sprechen) oder bei direktem Kontakt wie zum Beispiel Händeschütteln (Schmierinfektion), übertragen werden[1]. Besonders quälend können dabei Attacken von trockenem Husten sein, die zumeist abends und nachts auftreten und den Erkrankten nicht selten vom Schlafen abhalten. Für diese durch Viren verursachten Infektionen gibt es keine kausale Therapie, doch mithilfe verschiedener unterstützender Produkte und Hausmittel kann den Patienten Erleichterung verschafft werden[12]. Gegen den quälenden trockenen Reizhusten und das damit einhergehende Austrocknen der Schleimhäute werden von verschiedenen Herstellern eine Vielzahl von Hustensprays mit unterschiedlichen Wirkstoffen angeboten. Die Sprays wirken schleimlösend,beruhigend und je nach Inhaltsstoff sogar desinfizierend. In der Regel sind sie frei verkäuflich und können mehrmals täglich eingenommen werden. Dabei nimmt ein Erwachsener ein bis drei Sprühstöße pro Anwendung zu sich.

Medizinische Fakten

Der Befeuchtung und Pflege der Rachen- und Halsschleimhaut wird bei Reizhusten eine besondere Bedeutung beigemessen, da eine intakte Schleimhaut ein wichtiger Teil des Immunsystems ist und eine natürliche Barriere gegen die Krankheitserreger darstellt. Die von der intakten Schleimhaut abgesonderten Schleimstoffe (Muzine) binden Schmutzpartikel und Krankheitserreger. Die feinen Flimmerhärchen der Schleimhaut transportieren diese dann in Richtung Nasenrachenraum, wo sie abgehustet werden können[2][5].

Hustensprays wirken auf mehreren Ebenen: Enthalten sie Salze oder Schleimstoffe, so helfen sie über Wasserbindung den zähen Schleim in den Atemwegen zu lockern und erleichtern damit das Abhusten. Wenn zudem ätherische Öle enthalten sind, wirken sie antimikrobiell, entzündungshemmend und oftmals auch abschwellend. Andere Wirkstoffe, wie beispielsweise Dexpanthenol, unterstützen die angegriffene Schleimhaut bei der Regeneration und haben eine pflegende Wirkung.

Wirkungsweise bei Husten

Einer der natürlichen Inhaltsstoffe ist das Isländisch Moos (Cetraria islandica). Die Flechte wächst in vielen Ländern Europas und hat eine lange Tradition als Heilpflanze. Ihre therapeutisch wirksamen Bestandteile sind unter anderem Bitterstoffe, welche schädlich auf Krankheitserreger wirken. Dazu kommen Schleimstoffe und Zuckerverbindungen (Lichenin und Isolichenin), die Wasser binden und sich als feuchter Film auf die gereizten Schleimhäute legen[13]. Außerdem enthält Isländisch Moos Iod, welches für seine desinfizierenden Eigenschaften bekannt ist. Dazu kommen in geringen Mengen Säuren und Vitamine[3].

Ein weiterer gängiger Inhaltsstoff von Husten- und Nasensprays sind Salze. Weit verbreitet ist die Inhalation mit Meersalz, allerdings eignen sich prinzipiell auch Stein- und Siedesalze, denn der Wirkmechanismus ist der gleiche. Die Salzlösung ist im Vergleich zum Gewebe hyperosmolar, enthält also mehr osmotisch wirksame Teilchen. Wenn sich diese Lösung nun auf die Schleimhaut legt, dann scheidet diese mehr Flüssigkeit aus, um den unterschiedlichen Salzgehalt auszugleichen. Dadurch wird die Schleimhaut befeuchtet und eventueller zäher Schleim aufgeweicht, wodurch die feinen Flimmerhärchen der Atemwege wieder arbeiten können[6]. Dies wiederum erleichtert das Abhusten und beugt einer bakteriellen Superinfektion vor, denn zäher Schleim in den Atemwegen bildet eine hervorragende Wachstumsgrundlage für Bakterien. Die Nutzung salzhaltiger Hustensprays kann somit den Krankheitsverlauf günstig beeinflussen und die Genesung beschleunigen[4].

Auch Pflanzenextrakte beispielsweise aus Kamille, Pfefferminze, Malve und Thymian können in Hustensprays enthalten sein. Sie wirken unter anderem durch sekundäre Pflanzenstoffe, besser bekannt als „ätherische Öle“, die eine Vielzahl von Wirkungen haben[9].

Die echte Kamille (Chamomilla recutita) als klassische Arzneipflanze stammt ursprünglich aus Vorderasien und Osteuropa und wird mittlerweile in ganz Europa und Amerika angebaut. Sie wirkt hauptsächlich antimikrobiell und entzündungshemmend, was ihren häufigen Einsatz bei Husten und Halsschmerzen erklärt[7].

Die echte Pfefferminze (Mentha x piperita) ist eine sehr vielseitige Heilpflanze, deren verschiedene Inhaltsstoffe wie Gerbstoffe und Flavonglykoside ebenfalls antientzündlich und reinigend wirken. Das Menthol, das ätherische Öl der Pfefferminze, regt den Speichelfluss und die Schleimproduktion an und wirkt so trockenem Husten entgegen[10]. Das Durchatmen kann durch die abschwellenden Eigenschaften des Menthols erleichtert werden.

Durch seine krampflösenden und Auswurf fördernden Eigenschaften ist auch Thymian eine in Hustensprays verwendete Heilpflanze[8].

Manchen Hustensprays wird zudem der Stoff Dexpanthenol beigefügt. Dieser wird im Gewebe zu Pantothensäure umgebaut, welche eine wichtige Rolle bei der biochemischen Bildung von Schleimhautbausteinen wie Sphingolipiden und Fettsäuren spielt[11]. Dexpanthenolhaltige Produkte können somit die Regeneration der Schleimhäute unterstützen und wohltuend bei Husten und Halsschmerzen wirken.

Anwendung und Dosierung bei Husten

Allen Produkten gemeinsam ist die Anwendungsweise. Die Sprays befinden sich in der Regel in kleinen Flaschen mit einem Pumpmechanismus und einem Zerstäuber. Über die Anzahl der Sprühstöße beziehungsweise Pumphübe kann die eingenommene Menge des Produktes reguliert werden. Allgemein empfehlen die Hersteller eine Anwendung von einem oder mehrerer Pumphübe bis zu sieben Mal täglich. Dabei sollte die Anwendung nicht unmittelbar vor den Mahlzeiten erfolgen, da das Medikament dann nicht ausreichend lokal wirken kann. Da die Hustensprays natürliche Inhaltsstoffe haben, ist auch eine Anwendung über einen längeren Zeitraum möglich.

Prinzipiell sind die Sprays auch für die Einnahme durch Kinder und Senioren geeingnet. Es ist jedoch darauf zu achten, ob das jeweilige Produkt Alkohol enthält. In diesem Fall sollte von einer Einnahme durch Kinder oder Schwangere abgesehen werden.

Nebenwirkungen & Wechselwirkungen

Für Hustensprays mit natürlichen Inhaltsstoffen sind bei sachgemäßem Gebrauch keine Neben- oder Wechselwirkungen bekannt.

​Gegenanzeigen und Warnhinweise

Hustensprays mit natürlichen Inhaltsstoffen sollten nicht eingenommen werden, wenn Allergien gegenüber einzelnen Inhaltsstoffen vorliegen. Bei länger andauernden Beschwerden oder neu aufgetretenem Fieber sollte ein Arzt aufgesucht werden.