Husten Mit Schleim: Begleiterscheinungen

Brustschmerzen u. Husten (gelber Auswurf)

© jedi-master - Fotolia

Husten mit Auswurf wird in der Fachsprache als „produktiver Husten“ bezeichnet und ist meist ein Indiz einer Infektion der Lunge oder der Bronchien. Der Auswurf ist häufig gelb oder weiß gefärbt: Ist der produktive Husten durch eine virale Infektion bedingt, so ist der Auswurf gewöhnlich weiß; bei einer bakteriellen Infektion dagegen nimmt er in den meisten Fällen eine gelbe Farbe an. In einigen Fällen wird ein produktiver Husten aber auch durch eine Mischinfektion der Atemwege mit Bakterien und Viren ausgelöst [1].

Der produktive Husten kann von Brustschmerzen begleitet sein und tritt häufig bei verschiedenen Krankheitsbildern auf. Husten und Brustschmerzen können dabei ein Anzeichen für Erkrankungen der Lunge oder des Herzens sein, treten aber auch bei krankhaften Veränderungen der Brustwand, bei Beschwerden des Bewegungsapparates (Knochen und Muskeln), bei psychosomatischen Problemen sowie Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts auf. Brustschmerzen können außerdem eine Art „Muskelkater“ darstellen, der durch häufiges und starkes Husten verursacht wird. Gliederschmerzen können ebenfalls die Ursache von Brustschmerzen sein. Die Schmerzen werden meist durch bei einer Entzündung ausgeschüttete Schmerzbotenstoffe hervorgerufen [2][3].

Medizinische Fakten

Husten stellt generell einen natürlichen Schutzreflex des Körpers dar, um eingeatmete Fremdkörper, Staubpartikel, Rauch oder Gase wieder aus dem Körper zu befördern.

Ein Husten mit Auswurf tritt meist im Rahmen einer Infektion der Atemwege auf und ist gewöhnlich viral (Adenovirus, Coxsackie-Virus, Parainfluenzavirus, Respiratory Syncytial Virus) oder bakteriell (Pneumokokken, Streptokokken, Haemophilus influenzae) bedingt. Produktiver Husten kann neben einer Entzündung der Bronchien oder einer Lungenentzündung auch durch andere Erkrankungen ausgelöst werden. Dazu zählen u.a. Mukoviszidose, chronisch obstruktive Lungenerkrankung, Tumoren, Asthma, Allergie, Magen-Darmprobleme, Herzbeschwerden und Reizhusten [1].

Auch Brustschmerzen (Thoraxschmerzen) sind keine Erkrankung an sich, sondern ein Symptom verschiedener Erkrankungen. So können sie u. a. durch Erkrankungen des Herzens, der Knochen (Wirbelgelenksblockierung), der Muskeln oder der Speiseröhrehervorgerufen werden. Werden Brustkorbschmerzen durch eine Erkrankung der Lunge ausgelöst, so zeigen sich die Schmerzen typischerweise atemabhängig. In selteneren Fällen können auch Tumoren ursächlich für den Schmerz sein. Während ein durch Muskelverspannung (durch vieles Husten) ausgelöster Thoraxschmerz eher harmlos ist, kann er auch erste Ursachen wie z.B. einen akuten Herzinfarkt haben. Ein Herzinfarkt äußert sich typischerweise mit einem engen Druckgefühl im Brustkorb, das häufig in den linken Arm ausstrahlt. Daher sollte bei Auftreten von Brustschmerzen immer schnellstmöglich ein Arzt aufgesucht werden, um eventuelle Komplikationen zu verhindern und die Ursache abzuklären [2][4].

Biologischer Zusammenhang

Hustenrezeptoren finden sich nicht nur in den unteren und oberen Atemwegen, der Lunge und im Lungenfell, sondern auch in der Speiseröhre, im Magen, im Herzbeutel und im Zwerchfell. Daher kann Husten eine Begleiterscheinung zahlreicher Erkrankungen sein, auch wenn kein direkter Zusammenhang zu den Atemwegen oder der Lunge besteht [5].

Im Brustkorb liegen verschiedene Organe (z. B. Herz, Lunge), welche Brustschmerzen verursachen können. Auch Organe außerhalb des Brustkorbs – z.B. im Bauchraum (Gallenblase, Magen) – können Schmerzen auslösen, die subjektiv im Brustkorb wahrgenommen werden [2].

Zu beachten

Husten muss nicht immer sofort ärztlich abgeklärt werden. Besteht er jedoch länger als 8 Wochen oder verursacht er eines der folgenden Symptome, so ist eine sofortige ärztliche Abklärung erforderlich. Dazu zählen Brustkorbschmerzen, Atemnot, hohes Fieber, Bluthusten (weist auf eine Krebserkrankung hin), bekannte Krebserkrankungen in der Familie, bekannte Schwäche der körpereigenen Abwehrkräfte, HIV-Infektion, Einnahme von Medikamenten, welche die körpereigenen Abwehrkräfte unterdrücken (z. B. Cortison, Medikamente gegen Rheuma) sowie ein durch Rauchen ausgelöster Reizhusten. Auch wenn ein Husten nach einem Aufenthalt in einem Land mit hoher Tuberkuloserate auftritt oder der Betroffene Kontakt zu Tuberkulose-Patienten oder Obdachlosen hatte, sollte sofort ein Arztbesuch erfolgen [5].

Das Vorbeugen von Husten oder Brustkorbschmerzen ist schwierig, da die Ursachen sehr vielfältig sein können. Um einem erkältungsbedingten Husten vorzubeugen, sollten in der Erkältungszeit die Hände häufiger gewaschen, auf eine vitaminreiche Kost geachtet und unbedeckte Körperstellen (z. B. Kopf) möglichst mit Tüchern und/oder Mützen abgedeckt werden.