Husten Mit Schleim: Begleiterscheinungen

Husten mit Auswurf (ohne Fieber)

© PantherMedia / Peter Bernik

Husten ist Symptom zahlreicher Krankheiten. Um den Husten besser beurteilen zu können, sind vor allem weitere ebenfalls auftretende Symptome zu beachten. Eine erste Orientierung geben hierbei die Fragen, ob Fieber besteht und ob der Husten mit Auswurf einhergeht (produktiver Husten).[1] 

Im Folgenden werden medizinische Fakten und biologische Zusammenhänge zum Husten mit Auswurf bei nicht fieberhaften Erkrankungen dargestellt. Darüber hinaus wird aufgezeigt, worauf besonders zu achten ist.

Medizinische Fakten

Der Hustenreiz ist ein natürlicher Schutz zur Freihaltung der Atemwege.[2] Bei Reizung dieser und Aushusten eines Auswurfes kann Husten in allen Altersgruppen ein Symptom vieler Krankheiten sein. Besteht kein Fieber bei produktivem Husten, sind für eine weitere Abklärung weitere Fragen bedeutsam. Wichtig ist, seit wann der Husten auftritt und zu welchen Tageszeiten.[2] Besteht Husten länger als drei Wochen, spricht man von chronischem Husten, ansonsten liegt ein akuter Husten vor. Des Weiteren sind das Aussehen und die Beschaffenheit des Auswurfs wichtig. Der Auswurf kann überwiegend schleimig, eitrig, dünnflüssig-wässrig („serös“) und auch blutig sein. Häufig liegen Mischformen vor. Ein vorwiegend schleimig-klarer Auswurf spricht für eine Reizung der Atemwege, wie sie zum Beispiel bei Reizung durch aggressive Substanzen, bei viralem Infekt oder Asthma vorkommen kann. Eitriger gelb-grüner Auswurf ist dagegen unter anderem bei bakterieller Beteiligung häufig. Ein dünnflüssig seröser Auswurf kann bei Allergien auftreten oder Zeichen einer Beteiligung des Herzens sein. Eine Blutbeimengung ist unter anderem bei schweren Infektionen wie Tuberkulose und bösartigen Neubildungen möglich.[3]

Wirkungsweise (Biologischer Zusammenhang)

Beim Husten auftretender Auswurf ist das Sekret aus Drüsen der Bronchien und der Luftröhre. Eine vermehrte Produktion des Sekrets deutet auf eine Reizung der Atemwege hin. Biologische Prozesse können die Beschaffenheit und Farbe beeinflussen und damit Hinweise für die Ursache des Hustens mit Auswurf geben. So kann beispielsweise eine gelb-grüne Färbung durch Stoffwechselprodukte aus zerfallenen Immunzellen erklärt werden. Der Grad der Rotfärbung bei blutigem Auswurf kann ein Indiz für die Dauer und den Umfang einer Blutung sein. Ein wässrig-dünnflüssiger bis schaumiger Auswurf kann bei einer eingeschränkten Herzfunktion (Herzinsuffizienz) auftreten, wenn sich Wasser in der Lunge ansammelt und abgehustet werden muss.[4]

Zu Beachten

Husten mit Auswurf ohne Fieber kann mit sehr vielen Krankheiten einhergehen und ist daher grundsätzlich nicht ohne weiteres einer bestimmten Diagnose zuzuordnen. Die Unterteilung in akuten und chronischen Husten liefert erste Hinweise für das weitere Vorgehen: Akuter Husten mit Auswurf ohne Fieber hat häufig harmlose Ursachen, wie beispielsweise einen viralen Atemwegsinfekt. Hier ist bei ansonsten gesunden Patienten keine spezielle Behandlung nötig. Die Abwesenheit von Fieber spricht eher gegen eine durch Bakterien verursachte akute Lungenentzündung (Pneumonie).[5] Bei einem chronischen Husten sollte jedoch aufgrund der Bandbreite möglicher auch schwerwiegender Krankheiten stets eine Abklärung erfolgen. Insbesondere eine Blutbeimengung im Auswurf ist ernst zu nehmen und sollte rasch untersucht werden. Keinesfalls sollte die Beobachtung einzelner oben beschriebener Merkmale zu voreiligen Schlüssen führen. Eine Diagnose kann nur durch eine ärztliche Gesamtbetrachtung gestellt werden.