Husten Mit Schleim: Begleiterscheinungen

Husten mit Auswurf

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Husten ist ein häufig auftretendes Begleitsymptom im Rahmen von grippalen Infekten. Hierbei handelt es sich um einen Reflex, welcher zur Beseitigung von Fremdkörpern oder Schleim und somit zur Reinigung der Atemwege dient. Husten kann sowohl als trockener Husten (Reizhusten), als auch mit Auswurf (produktiver Husten) auftreten.

Im Folgenden wird das Symptom Husten mit Auswurf genauer erläutert, wobei besonders auf die medizinischen Fakten, den biologischen Zusammenhang und die Risiken, welche bei Husten mit Auswurf zu beachten sind, eingegangen wird.

Medizinische Fakten

Husten zählt zu den häufigsten Beschwerden in der Bevölkerung und wird meist durch einen grippalen Infekt der oberen Atemwege verursacht. Im Rahmen einer solchen, vor allem durch Rhinoviren hervorgerufenen, Erkältungskrankheit kommt es vor allem zu trockenem Reizhusten ohne Auswurf, sowie zu leichtem Fieber, Schnupfen, Kopf-, Glieder- und Halsschmerzen. Die Beschwerden sind hierbei selbstlimitierend und dauern selten länger als 3 Wochen an. In einigen Fällen kann eine solche Erkältungskrankheit auf die tiefen Atemwege (Bronchien) übergreifen und dort eine Entzündung auslösen (akute Bronchitis). Charakteristisch ist dabei der fließende Übergang von trockenem Husten zu Husten mit Auswurf. Typischerweise bleiben die Symptome der Erkältungskrankheit weiterhin bestehen, so dass sich die akute Bronchitis meist mit folgenden Beschwerden manifestiert:

  • Erst trockener Husten, im Verlauf Husten mit Auswurf
  • Leicht erhöhte Temperaturen
  • Schnupfen mit behinderter Nasenatmung
  • Kopf-, Glieder- und Halsschmerzen

Während die Begleitsymptomatik meist vorzeitig abklingt oder auch ganz fehlen kann, bleibt der Husten mit Auswurf in der Regel über 2-5 Tage bestehen. Hierbei ist zu beachten, dass Asthmatiker häufiger unter einem verlängerten (prolongierten) und schwereren Krankheitsverlauf leiden können. Genauso wie die Erkältungskrankheit, ist auch die akute Bronchitis eine selbstlimitierende Erkrankung.[1] Der im Krankheitsverlauf auftretende Husten mit Auswurf kann verschiedene Eigenschaften aufweisen, wobei typischerweise ein zäher, weißer bis gelb-grüner Auswurf beobachtet wird. Die Auswurffarbe, -beschaffenheit und -menge ändern sich abhängig von der Krankheitsursache. Bei bakteriellen Infekten ist gelber bis gelbgrüner Auswurf häufiger, wohingegen weißliches Sekret eher auf virale Infekte hinweist.[2]

Vom akuten Husten mit Auswurf wird eine lang andauernde (chronische) Verlaufsform unterschieden. Hierbei handelt es sich um ein Fortbestehen der Symptomatik über mindestens 8 Wochen. Meist sind exogene Schadstoffe (Noxen), wie Tabakrauch, Staubpartikel oder Allergene für einen chronischen Husten verantwortlich.

Ein besonders häufiges Krankheitsbild stellt dabei die chronische Entzündung der Bronchien (chronische Bronchitis) dar, welche klassischerweise durch langjährigen Tabakrauch verursacht wird. Typische Symptome der chronischen Bronchitis sind:

  • Husten mit glasig-weißem Auswurf über mehr als 3 Monate
  • Vermehrte Schleimsekretion

Die chronische Reizung der Bronchien kann zu einer Verengung (Obstruktion) dieser führen, was dann als chronisch obstruktive Bronchitis (COPD) bezeichnet wird. In diesem Zusammenhang tritt meist nicht nur eine Schädigung der Bronchien, sondern auch der kleinen Lungenbläschen (Alveolen) auf. Eine irreversible Erweiterung der Alveolen führt zu einer Überblähung der Lunge (Lungenemphysem), was in einen kastenförmigen Oberkörperbau (Fassthorax), sowie Beschwerden wie Luftnot (Dyspnoe) resultieren kann. Darüber hinaus kann es im Rahmen der COPD zu vereinzelten Aussackungen der Bronchien (Bronchiektasen) kommen, in welchen sich dann vermehrt Sekret ansammelt, das klassischerweise morgens als großvoluminöser Auswurf abgehustet wird (morgendliche „maulvolle“ Expektoration). Der Auswurf weißt hierbei schaumige, flüssige und feste Anteile (dreischichtiger Auswurf) auf. Die vollausgeprägte COPD manifestiert sich zusammenfassend mit folgenden Symptomen:

  • Mindestens 3 Monate bestehender Husten mit Auswurf
  • Im Verlauf auftretende Luftnot (Dyspnoe)
  • Ausbildung eines kastenförmigen Oberkörpers (Fassthorax)
  • Über die Jahre verschlimmernder (progredienter) Krankheitsverlauf
  • Evt. morgendliches Abhusten großer Mengen schaumig, flüssig und festen Schleims[1]

Wirkungsweise (Biologischer Zusammenhang)

Die Atemwege (Respirationstrakt) sind mit speziellem Epithel (Flimmerepithel) ausgekleidet, welches sich aus Zellen mit kleinen Härchen (Kinozilien) und Zellen, die zur Schleimproduktion befähigt sind (Becherzellen) zusammensetzt. Der von den Becherzellen gebildete Schleim (Mukos) wird durch die zielgerichtete Bewegung der Zilien in Richtung Rachen (Pharynx) befördert und dient dabei als Transportmedium für abgestorbenes Zellmaterial (Zelldetritus), exogen inhalierte Partikel, wie Staubpartikel und sonstige Schadstoffe. Dieser Reinigungsmechanismus wird als mukoziliäre Clearance bezeichnet und soll das Eindringen von Fremdmaterial in die Lunge verhindern. Unterstützend wirken hierbei kleine im Mukos enthaltene Fresszellen (Makrophagen), welche Fremdmaterial identifizieren, anschließend verdauen (phagozytieren) und dadurch unschädlichen machen können.

Bei einer Erkältungskrankheit oder Bronchitis kommt es zum Eindringen von Viren oder Bakterien in das Epithel der Atemwege, wobei die Erreger auf sich dort befindende Zellausläufer von Immunzellen (dendritische Zellen) stoßen. Die dendritischen Zellen nehmen die Viren bzw. Bakterien auf und transportieren sie zum nächstgelegenen Lymphknoten, sodass es zur Aktivierung des Immunsystems kommt. Zahlreiche Abwehrzellen (Lymphozyten) sammeln sich daraufhin um die Infektionserreger herum an und töten sie ab.[3] Das dadurch zusätzlich anfallende Zellmaterial wird durch eine gesteigerte mukoziliäre Clearcance versucht abzutransportieren. Diese primären Reinigungsmechanismen sind jedoch schnell erschöpft, was zu einer Aktivierung sekundärer Reinigungsmechanismen führt. Hierzu zählt vor allem der Hustenreflex, welcher durch aktivierte Hustenrezeptoren ausgelöst wird. Diese befinden sich am Kehlkopf (Larynx), in der Luftröhre (Trachea), sowie deren Ästen (Bronchien).[1]

Zu beachten

Jeder Husten, der länger als 3 Wochen anhält, sollte immer ärztlich abgeklärt werden.

Husten mit Auswurf anderer Eigenschaften als die hier genannten, sollte grundsätzlich bereits bei Beschwerdebeginn einem Arzt vorgestellt werden. Beispiele hierfür sind rötlicher Auswurf oder auch weiß-grauer, bröckeliger Auswurf.