Husten Mit Schleim: Begleiterscheinungen

Husten mit weißem Auswurf

© PantherMedia / Karel Miragaya

Husten mit weißem Auswurf kann im Zusammenhang mit verschiedenen Krankheiten auftreten. Um die Krankheitsursache klären zu können, müssen sowohl die Auswurffarbe, -beschaffenheit, und -menge genauer betrachtet werden, als auch auf mögliche Begleitsymptome geachtet werden.

Im Folgenden werden verschiedene Krankheiten vorgestellt, bei welchen Husten mit weißem Auswurf zu beobachten ist.

Medizinische Fakten

Am häufigsten tritt Husten mit weißem Auswurf als typisches Symptom im Rahmen einer akuten Entzündung der Bronchien (akute Bronchitis) auf. Diese, meist durch Viren verursachte, Bronchitis manifestiert sich klassischerweise wie folgt:

  • Anfangs trockener Husten
  • im späteren Krankheitsverlauf Husten mit Auswurf

Eventuelle Begleitsymptome können sein:

  • eingeschränkte Nasenatmung durch Schnupfen
  • Gelegentlich mäßiges Fieber
  • Kopf-und Gliederschmerzen
  • Halsschmerzen mit Schluckbeschwerden

Hierbei kann sich der Auswurf als zäher, durchsichtiger bis heller, weißlicher Schleim darstellen.

Ein über länger als 8 Wochen bestehender Husten mit Auswurf deutet auf ein chronisches Geschehen hin. Ein hierzu zählendes und häufig zu beobachtendes Krankheitsbild, welches hauptsächlich langjährige Raucher betrifft, ist die chronische Entzündung der Bronchien (chronische Bronchitis). Typische Symptome der chronischen Bronchitis sind:

  • Husten mit weißem Auswurf, der mindestens 3 Monate anhält
  • Gesteigerte Schleimproduktion

Für die chronische Bronchitis ist ebenfalls ein zähflüssiger (hochviskoser), glasiger bis weißlicher Auswurf typisch.

Im Verlauf der chronischen Bronchitis treten häufig Verengungen der Bronchien (Obstruktion) auf, so dass vom Krankheitsbild der chronisch obstruktiven Bronchitis (COPD) gesprochen wird. Typischerweise entwickelt sich darüber hinaus eine abnormer Überblähung der Lungenbläschen (Alveolen), was als Lungenemphysem bezeichnet wird. Die Kombination aus Obstruktion und Emphysem versucht die für die COPD charakteristischen Symptome:

  • Husten mit hellem Auswurf länger als 3 Monate
  • Atembeschwerden bis hin zu Luftnot (Dyspnoe)
  • Lungenüberblähung, die zu einer Kastenform des Oberkörpers führt (Fassthorax)[1]

Bei Nichtrauchern ist eine chronische Bronchitis als Ursache für chronischen Husten mit Auswurf eher selten. Wesentlich häufiger wird in diesem Zusammenhang das Krankheitsbild der bronchialen Hyperreagibilität (Asthma bronchiale) beobachtet. Hierbei sind folgende Symptome zu beobachten:

  • Nächtlicher Husten mit weißem Auswurf
  • Anfallsartige Luftnot (Dyspnoe)
  • „pfeifende Atemgeräusche“ bei der Ausatmung (Giemen)

Auch hier wird häufig ein zäher, durchsichtiger bis weißer Schleim abgehustet.[2]

Eine weitere Ursache für Husten mit weißem Auswurf ist die Infektion mit dem Mykobakterium tuberculosis. Die dadurch ausgelöste Tuberkulose kann sich durch den Befall der Lunge wie folgt manifestieren:

  • Husten mit weißem, krümeligem Auswurf
  • Nachtschweiß, Fieber und Gewichtsverlust (B-Symptomatik)

Bei einer solchen Tuberkuloseerkrankung ist der Auswurf häufig weiß bis weiß-grau und von bröckeliger Konsistenz. Auch eine Blutbeimengung (Hämoptoe) kann auftreten. Ein Pilzbefall der Lunge (Aktinomykose) geht mit ähnlichen Eigenschaften des Sekrets einher.

Letztendlich kann Husten mit weißem Auswurf auch aufgrund einer Flüssigkeitsansammlung in der Lunge (Lungenödem) auftreten. In diesem Fall sind die Folgenden Symptome zu beobachten:

  • Husten mit schaumig weißem Auswurf
  • Luftnot vor allem im Liegen (Dyspnoe)
  • Vermehrte Atmung (Tachypnoe)

Hierbei wird typischerweise kleinblasig, schaumiger Auswurf beobachtet von weißer bis durchsichtiger Farbe. [3]

Wirkungsweise (Biologischer Zusammenhang)

Sowohl Infektionserreger, wie Viren oder Bakterien, als auch exogene Noxen, wie Tabakrauch, können eine Entzündung des Respirationstrakts auslösen. Das Fremdmaterial gelangt leicht mit der eingeatmeten Luft bis zum Ende des vielfach verzweigten Bronchialbaums, wo sich die Lungenbläschen (Alveolen) befinden. Die Gesamtoberfläche der Alveolen beträgt über 140m² und bietet somit eine große potentielle Eintrittspforte für Erreger und Schadstoffe in den Körper. Das die Bronchien und Alveolen auskleidende Epithel enthält jedoch viele Abwehrzellen des Immunsystems, welche mit langen Zellausläufern (dendritische Zellen) in ihrer Umgebung auf der Suche nach körperfremdem Material sind. Kommt es zum Kontakt einer Immunzelle mit beispielsweise einem Krankheitserreger, wird dieser in die dendritische Zelle aufgenommen und im nächstgelegenen Lymphknoten spezifischen Abwehrzellen (T-Lymphozyten) präsentiert.[4] 

Um den Krankheitsauslöser zu beseitigen, versammeln sich in großen Mengen Immunzellen (Lymphozyten und Granulozyten) um das Fremdmaterial an, um es ggf. abzutöten oder aufzunehmen und zu verdauen (phagozytieren). Dieser Prozess verläuft im Rahmen einer lokalen Entzündungsreaktion.

Bei entzündlichen Erkrankungen der Lunge kommt es darüber hinaus durch Botenstoffe (Entzündungsmediatoren) zu einer gesteigerten Durchlässigkeit (Permeabilität) des Epithels, welches die Bronchien auskleidet. Dadurch gelangt vermehrt Sekret in die Hohlräume. Zusätzlich werden die schleimproduzierenden Zellen (Becherzellen) stimuliert.[5] Der dadurch vermehrt anfallende Schleim soll die abgetöteten und verdauten Fremdmaterialien wieder aus dem Körper heraustransportieren. Die Fortbewegung des Sekrets Richtung Rachen (Pharynx) wird mittels sich bewegende Härchenzellen (Kinozilien) gewehrleistet, die jene Schleimstraßen durch zielgerichtete Schläge in Bewegung halten. Abschließend wird der Schleim samt des Zellabfalls (Zelldetritus) durch Abhusten als Auswurf aus dem Körper entfernt.

Bei chronischen Entzündungen kommt es zusätzlich zu einer reaktiven Epithelvermehrung (reaktive Proliferation), so dass die Dicke des Epithels zunimmt, was zu einer Verengung der Bronchien führt (Obstruktion). Dieser Prozess tritt vor allem chronischer Bronchitis (dann chronisch obstruktiver Bronchitis genannt, COPD) aber auch bei Asthma bronchiale auf.[5]

Hervorzuheben hierbei ist das Krankheitsbild des Lungenödems. Dieses kann sowohl als Folge eines entzündlichen Prozesses durch extrem gesteigerte Permeabilität entstehen, als auch als Folge einer vorbestehenden Herzerkrankung, bei der durch Pumpversagen des linken Herzens (Linksherzinsuffizienz) sich das Blut im kleinen Kreislauf (Lungenkreislauf) zurückstaut und dort zu erhöhtem Gefäßdruck führt (hydrostatische Druckerhöhung), was den Übertritt von Flüssigkeit ins Lungengewebe fördert.

Zu beachten

Besondere Vorsicht ist bei Verdacht auf eine Tuberkuloseinfektion geboten, da diese Erkrankung in der Regel hoch ansteckend und zwingend therapiebedürftig ist.