Husten Mit Schleim: Begleiterscheinungen

Husten mit Auswurf (ohne Erkältung)

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Husten mit Auswurf ohne Erkältung kann Ausdruck für eine vermehrte Lungensekretproduktion in Folge einer chronische Lungenerkrankung (COPD, Asthma bronchiale), einer Bronchitis oder einer Allergie sein.

Im Folgenden sollen die medizinischen Fakten mit einem Ausblick auf mögliche Ursachen, die biologischen Zusammenhänge und die Risiken in Verbindung mit produktivem Husten unabhängig von einer Erkältung näher dargelegt werden.

Medizinische Fakten

Der produktive Husten ist ein klassisches Symptom verschiedener Lungenerkrankungen. Dabei wird der Husten als akut bezeichnet, sofern er keine acht Wochen anhält. Darüber hinaus ist er chronisch.

Der Auswurf wird durch Konsistenz, Farbe und Zusammensetzung differenziert und kann ein Indiz für die Ursache sein:

  • Schleimig bis dünnflüssig
  • Gelb/Grün (bakteriellen Bronchitis, ggf. beim Asthma bronchiale)
  • Weiß (virale Infektion, chronische Bronchitis)
  • Blutig (nach Erkältungen, maligne Erkrankungen der Lunge)
  • Bronchialausguss (Asthma bronchiale, COPD)

In Abhängigkeit davon, welche Genese dem produktiven Husten zugrunde liegt, können Begleitsymptome wie Luftnot (Dyspnoe) vorliegen.³

Insbesondere bei Kleinkindern mit anhaltend schleimigem Husten, ist in über 50% der Fälle eine eitrige Bronchitis ursächlich.[1] Weitere häufige Ursachen sind Asthma bronchiale, COPD und eine Allergie.[2]

Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) ist in der Regel Folge eineslangjährigen Nikotinabusus und geht häufig mit einer chronischen Bronchitis einher. Neben der Belastungsluftnot, wird typischer Weise von allmorgendlichem,produktivem oder trockenem Husten berichtet.[3]

Das Asthma bronchiale ist eine chronische Hyperreagibilität der Lunge mit Hypersekretion und getriggerter, anfallsartiger Bronchiokonstriktion. Neben dem Kardinalsymptom chronischer Husten, dominiert im akuten Asthmaanfall die Luftnot (Dyspnoe). Diese wird in den meisten Fällen von einem Giemen während der Ausatemphase (Exspiration), als Ausdruck der verengten Bronchien, begleitet.[3]

Wirkungsweise (Biologischer Zusammenhang)

Das Bronchialsystem ist ein sehr empfindliches Organ und unterliegt stetiger Reinigung. Damit Fremdstoffe, wie Staubpartikel oder Krankheitserreger, entfernt werden können, wird in der Lungenperipherie ein Sekret gebildet, welches das Fremdmaterial löst. Dieses wird anschließend über die Flimmerhärchen auf der Lungenoberfläche zum Rachen transportiert (Mukoziliäre Clearance), von wo es unwillkürlich verschluckt wird. Ist die Mukoziliäre Clearance gestört (z.B. durch Rauchen), so werden in den Bronchien Hustenrezeptoren stimuliert, welche anschließend über einen der parasympathischen Nerven (Nervus Vagus) den Hustenreflex initiieren. Es entsteht ein produktiver Husten.[3]

Zu beachten

Ein Arztbesuch und somit die Exploration der Genese wird obligat, wenn der Auswurf blutig oder eitrig ist, begleitend atemabhängiger Brustschmerz auftritt, oder der Husten über 8 Wochen andauert. Insbesondere produktiver Husten als Indiz für eine chronische Lungenerkrankung, verläuft unbehandelt zumeist progredient.

Häufig ist ein ausgeprägter Husten sehr belastend und zieht nicht selten eine Erschöpfung, Schlaflosigkeit, Oberkörperschmerzen und Stressinkontinenz nach sich. Ein akuter Notfall jedoch stellt die Luftnot dar und gehört unmittelbar ärztlich versorgt.

Für lungengeschädigte Patienten ist es ratsam Noxen wie Zigarettenrauch zu meiden, da dies zu einer zusätzliche Reizung der Bronchien führt. Dahingegend wirkt sich eine erhöhte Luftfeuchtigkeit positiv auf das Abwehrsystem der Lunge aus. [4]