Erkältung: Lebensmittel

Chili gegen Erkältung

© PantherMedia / Ralf Winter

Bei einer Erkältung (österreichisch Verkühlung oder auch grippaler Infekt) treten typische Symptome wie Halsschmerzen (Laryngitis), Schnupfen (Rhinitis) und Husten (Tussis) auf, auch Fieber (Pyrexie) kann eine unangenehme Begleiterscheinung sein. [1]

Für eine schnelle Genesung wäre ein einfaches Hausmittel wie Chili wünschenswert. Ob Chili wirklich gegen eine Erkältung hilft, ist umstritten. Einigkeit besteht darin, dass Chili für ein wärmendes, angenehmes Gefühl sorgt und somit zumindest vorübergehend zu einer Verbesserung des eigenen Wohlbefindens führen kann.

Im Folgenden wird auf die Wirkungsweise sowie die Anwendung und Dosierung der Chili als Hausmittel gegen Erkältung eingegangen.

Wirkungsweise (Biologischer Prozess)

Der Wirkstoff Capsaicin, welcher aus dem Nachtschattengewächs Capsicum gewonnen wird, ist der wichtigste heilende Inhaltsstoff der Chili. Zur chemischen Gruppe der Alkaloide gehörend, ist Capsaicin lipophil und somit in Alkohol und Fett löslich und wasserabstoßend. Chilischoten werden genau wegen dieser Eigenschaft in Öl eingelegt.

Durch die Einnahme von Capsaicin, beispielsweise durch Essen von Chiligewürz, wird ein neurologischer Effekt angestoßen. Zum einen wird das Glückshormon Endorphin ausgeschüttet. Gleichzeitig wird unser zentrales Nervensystem so stimuliert, dass es sich vorübergehend an den vom Capsaicin ausgelösten Schmerzreiz anpasst und damit die Symptome der Erkältung in dieser Zeit abschwächt registriert.[2]

Durch das Capsaicin werden die Rezeptoren des Temperaturregulationssystems im Magen anhaltend gereizt und die Wärmerezeptoren der kleinen Gefäße aktiviert, dies führt zu einer höheren Durchblutung. Ein gesteigertes Wärmegefühl ist die Folge. Dies wiederum führt zu einem vermehrten Aufkommen von Immunzellen am Ort der Infektion und wirkt somit aktiv gegen die Erkältungserreger.[3]

Gleichzeitig sind Capsaicinoide fungizid, d.h. „pilztötend“, und wirken desinfizierend.

Anwendung und Dosierung

Durch die Wirkungsweise des Capsaicin im Chili, entsteht ein großes Anwendungsspektrum. Capsaicin kann äußerlich lokal in Form einer Creme oder innerlich mit der Nahrung angewendet werden und kommt beispielsweise bei folgenden Beschwerden zum Einsatz:

  • Gelenkproblemen
  • allgemeinen Muskelschmerzen
  • Rheuma
  • bestimmten Formen von Nervenschmerzen
  • allergischem Schnupfen[4]

Gegen die verschiedenen Symptome einer Erkältung lässt sich Chili beispielsweise gut als Gewürz nutzen. Eine scharfe, wärmende Suppe wirkt bei gereiztem Hals häufig sehr wohltuend. Auch viele weitere Speisen lassen sich durch Chiligewürz gut bereichern.

Die Menge sollte an die persönliche Vorliebe bezüglich der Schärfe angepasst werden und stets so dosiert werden, dass sie als angenehm empfunden wird.

Zu beachten

Besteht eine Überempfindlichkeit auf Schärfe oder der Verdacht auf eine Allergie gegen Inhaltsstoffe der Pflanze, sollte Chili vermieden oder sehr behutsam eingesetzt werden. Da Säuglinge und Kleinkinder sehr empfindlich sind, empfiehlt sich auch hier der Verzicht dieses Mittels.

Des Weiteren sollte der Betroffene darauf achten, Chili nicht in die Augen zu bekommen, da der Kontakt des Capsaicin mit den Augen starke Schmerzen und Rötungen hervorrufen kann.[5]

Es ist außerdem zu bedenken, dass Chili durch seine neurologische Wirkung den Schmerz zwar vorübergehend überschatten, diesen allerdings nicht heilen kann. Um eine Verschlimmerung der Erkältung zu vermeiden, ist es empfehlenswert, sich körperlich für einige Tage zu schonen.


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Erkältung