Erkältung: Lebensmittel

Ingwer gegen Erkältung

© PantherMedia / Elena Elisseeva

Eine Erkältung (grippaler Infekt oder österreichisch Verkühlung) wird nicht durch Unterkühlung des Körpers, sondern durch Viren ausgelöst.[1] Eine Unterkühlung kann jedoch eine Ursache für die erhöhte Anfälligkeit für Viren sein. Folgende Symptome sind dabei für einen grippalen Infekt typisch: [2]

  • Nasenlaufen (Rhinorrhoe)
  • Kopfschmerz (Cephalgie)
  • Halsschmerz (Pharyngitis)
  • Husten (Tussis)
  • Heiserkeit (Dysphonie)

Ingwer, eine Heilpflanze der Naturheilkunde, kann durch seine antivirale und antibakterielle Wirkung Erkältungssymptome lindern.[3] Vor allem die im Ingwer enthaltenen ätherischen Öle und Scharfstoffe (6-Gingerol und 6-Shogoal) spielen hierbei eine essenzielle Rolle.[4]  

Wirkungsweise (Biologischer Prozess)

Vor allem in der kühleren Jahreszeit sorgt die geringere Luftfeuchtigkeit für trockene und schlechter durchblutete Schleimhäute der Atemwege (Trachea und Bronchien).[5] Dadurch werden diese anfälliger für virusinduzierte Infektionen.[6]Bei einem grippalen Infekt können die Symptome behandelt werden. Allerdings müssen die Viren durch das körpereigene Immunsystem bekämpft werden.

Ingwer kann als natürliches Heilmittel den Körper beim Heilungsprozess unterstützen. Er hemmt die Cyclooxygenase 2, ein Enzym, welches vor allem in entzündetem Gewebe gehäuft auftritt.[7] Es bildet dort Lokalhormone (Prostaglandine), die vor allem für die Aufrechterhaltung und Verstärkung von Entzündungsreaktionen sorgen.[8] Durch die Hemmung der Cyclooxygenase 2 wird die Bildung der Prostaglandine verhindert und somit die Entzündungsreaktion aufgehalten. Basierend auf diesem biochemischen Vorgang wirkt Ingwer schmerzlindernd (analgetisch) und entzündungshemmend (antiinflammatorisch).[9]

Außerdem sorgt Ingwer für eine vermehrte Ausschüttung von Zytokinen, also regulatorischen Eiweißen (Peptide). Diese steuern die Immunantwort des Körpers. Die im Ingwer enthaltenen Zytokine stimulieren das Wachstum und die Differenzierung von Immunzellen.[10] Eine größere Anzahl von Immunzellen unterstützt den Körper bei der Bekämpfung der viralen Infektion.

Anwendung und Dosierung

Ingwer kann zur Linderung und Bekämpfung des grippalen Infektes in den verschiedensten Formen oral zugeführt werden. Er kann als Tee oder Saft genossen werden.[11] Des Weiteren eignet er sich auch zum Würzen von Speisen, hier ganz frisch klein geschnitten.[12] Auch Bonbons, die Ingwer enthalten, sind empfehlenswert.[13]

Für eine, abgesehen von der Erkältung gesunde Person stellt Ingwer keine Gefahr dar. Ein Arzt muss in aller Regel nicht konsultiert werden. Verschlechtern sich jedoch die Symptome oder kommt es zu starker Atemnot (Dyspnoe), hohem Fieber (Pyrexie) oder stärksten Hals- und Ohrenschmerzen ist ein umgehender Arztbesuch sinnvoll. Auch sollte zum Arzt gegangen werden, wenn sich die Symptome nach 7 Tagen nicht verbessert haben, denn auch hinter einer scheinbar harmlosen Erkältung kann sich in seltenen Fällen eine ernste Erkrankung, wie eine Lungenentzündung (Pneumonie) oder eine Rippenfellentzündung (Pleuritis) verbergen.  

Zu beachten:

Nebenwirkungen von Ingwer sind selten. Jedoch sollte nicht mehr als 10 g Ingwer oder 4 g Ingwerpulver pro Tag verzehrt werden. Insbesondere Diabetiker sollten bei der Einnahme von Ingwer vorsichtig sein. Ingwer kann den Blutzuckerspiegel senken und die Wirksamkeit von Insulin und anderen Diabetesmedikamenten erhöhen.

Während des letzen Drittels der Schwangerschaft (letztes Trimenon) sollte auf den Verzehr von Ingwer verzichtet werden, da die Prostaglandine Wehen induzieren können. Auch Betroffene von Bluthochdruck (Hypertonie) oder Personen, die kurz vor einer OP stehen sollten die Heilpflanze vermeiden, da sie die Blutgerinnung beeinträchtigt.

Des Weiteren sollte, wie zuvor erwähnt, bei Ausbleiben einer Besserung ein Arzt konsultiert werden. Dies gilt vor allem für Risikogruppen, wie zum Beispiel Personen, die durch andere Erkrankungen oder Medikamententherapien ein geschwächtes Immunsystem aufweisen. Diese Personen mit einer unphysiologischen Immunsuppression sollten auch bei einer Bagatellerkrankung, zu welcher der grippale Infekt zählt, nicht zögern, sofort einen Arzt aufzusuchen.


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Erkältung