Erkältung: Lebensmittel

Ingwer kauen bei Erkältung

© PantherMedia / Liane Matrisch

Ingwer stärkt das Immunsystem und schütz den Körper so vor einer Erkältung (grippaler Infekt). Auch wenn der Betroffene schon an einem grippalen Infekt leidet, kann das Kauen von Ingwer helfen, die Symptome zu lindern und den Heilungsprozess zu beschleunigen.

Auf welchen Inhaltsstoffen diese Wirkung beruht und wie Ingwer angewendet werden kann, soll im folgenden Text erläutert werden.

Wirkungsweise (Biologischer Prozess)

Ingwer lindert Übelkeit (Nausea) und Brechreiz (Emesis), steigert die Speichel-, Magen- und Gallensaftsekretion sowie Muskelspannung und Peristaltik des Darms. Er wirkt appetitanregend, erwärmend, antibakteriell und durchblutungsfördernd.[1]

Bei einer Erkältung dringen Viren, meist Adeno- oder Rhinoviren, in die Schleimhäute der Atemwege ein und zerstören die oberflächlichen Zellen. Darauf reagiert das Immunsystem mit einer Entzündungsreaktion, sodass die Abwehrzellen angelockt werden und die Immunreaktion in Gang gesetzt wird. Zur Koordination der Immunantwort werden bestimmte Entzündungsbotenstoffe, wie die sogenannten Prostaglandine, freigesetzt.[2]

Den schmerzstillenden und entzündungshemmenden (antiphlogistischen) Effekt hat Ingwer durch die Hemmung der Cyclooxygenase, ein Enzym, das für die Bildung von Prostaglandinen aus ihrer Vorstufe verantwortlich ist. Dieses Enzym wird auch durch Acetylsalicylsäure, Wirkstoff des bekannten Medikaments Aspirin, gehemmt.[3]

Die zu den Scharfstoffen gehörenden Gingerole und das ätherische Öl des Ingwers sind verantwortlich für seine Hauptwirkungen. Die Magensaftproduktion wird durch die Scharfstoffe angeregt und bringt dadurch die Verdauung in Schwung. Außerdem ist Ingwer reich an Kalium, Calcium und Eisen. Dies sorgt für eine ausgeglichene Elektrolytbalance.

Anwendung und Dosierung

Ingwer gibt es in verschiedenen Darreichungsformen.[4] Er kann als Tee, Tinktur, Gewürz, Fertigpräparat zum Einnehmen oder als frische Knolle konsumiert werden.

Die mittlere Tagesdosis liegt zwischen 2-4 g (1Teelöffel gepulverten Ingwers entspricht ca 3 g). Bei Kindern sollte die Dosis dem Alter entsprechend angepasst werden. So beträgt die Maximaldosis bei 10-Jährigen 2 g und bei 4-Jährigen nur 1 g.

Die einfachste und schnellste Möglichkeit, die Inhaltsstoffe des Ingwers wirksam zu nutzen, besteht darin, den Ingwer zu kauen. Dazu sollte die Ingwerwurzel geschält und anschließend eine dünne Scheibe abgeschnitten werden. Danach kann die Scheibe auf die Zunge gelegt und leicht gekaut werden. Wenn sich die Schärfe im Mundraum ausbreitet, werden die Wirkstoffe frei und der Ingwer kann geschluckt werden.

Diese Anwendungsform ist besonders gut geeignet, um Erkrankungen, die sich vor allem lokal im Mund- und Halsbereich befinden, zu bekämpfen. Die Inhaltsstoffe des Ingwers haben aber auch einen systemischen Effekt, da sie über die Mundschleimhaut und später im Magen-Darm-Trakt aufgenommen werden.

Ingwertee kann als fertige Mischung gekauft oder auch relativ einfach und kostengünstig selbst hergestellt werden. Dazu muss der Ingwer geschält und anschließend in dünne Scheiben geschnitten werden. Danach wird er mit heißem Wasser übergossen und muss für mindestens zehn Minuten ziehen. Der Tee kann zusätzlich mit Zitronensaft oder Süßungsmitteln, wie beispielsweise Honig, verfeinert werden.  

Zu beachten:

Schwangere im letzten Drittel (letztes Trimenon), sollten Ingwer nicht einsetzten. Bestimmte Inhaltsstoffe können dazu führen, dass Wehen ausgelöst werden. Auch Menschen mit einem empfindlichen Magen sollten nicht oder nur in Maßen genießen.[5] Ingwer regt die Darmtätigkeit und Magensäuresekretion an, dadurch kann zu viel Ingwer abführend wirken.

Für Kinder ist die Einnahme von Ingwer gut geeignet, allerdings sollte die Dosis wie oben beschrieben angepasst werden. Da der Geschmack sehr intensiv und scharf sein kann, müssen Kinder darauf vorbereitet werden.[6]


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Erkältung