Erkältung: Lebensmittel

Joghurt bei Erkältung

© PantherMedia / Carmen Steiner

Das Sauermilchprodukt Joghurt ist zwar kein Allheilmittel bei akuten Erkrankungen, doch kann es als wirksames Präventionsmittel bei Erkältungen (grippaler Infekt, österreichisch: Verkühlung) eingesetzt zu werden.

Wie Joghurt im Körper wirkt, durch welchen Mechanismus der gesundheitsfördernde Effekt gegen eine Erkältung entsteht und was bei der Anwendung und Dosierung zu beachten ist, wird im Folgenden erläutert.

Wirkungsweise (Biologischer Prozess)

Im Joghurt wird der enthaltene Milchzucker durch Bakterien, den sogenannten Milchsäure- und Bifidobakterien, zu Milchsäure vergoren. [1]

Ein Teil dieser Bakterien wird durch die Verdauungssäfte abgetötet, bevor sie in den Darm gelangen und dort ihre gesundheitsfördernde Wirkung entfalten können. Speziell gezüchtete probiotische Stämme sind besonders resistent und erreichen daher in großer Zahl den Darmtrakt, wo sie sich für kurze Zeit ansiedeln. Auf diese Weise werden die Besiedlung des Darms durch schädliche Mikroorganismen und fäulnisbildende Bakterien verhindert und gleichzeitig die gesunden Bakterien im Darm unterstützt; die Darmflora wird in ihrer natürlichen Zusammensetzung gestärkt. Da im Darm auf 400 m² verteilt ungefähr 80 % unserer körpereigenen Immunzellen lokalisiert sind, wird so auch die Abwehr gegenüber Erkältungserregern unterstützt. Studien belegen, dass Infektionskrankheiten durch einen gesunden balancierten Darm im Durchschnitt zwei Tage weniger andauern und insgesamt seltener auftreten. [2]

Folglich wirkt sich die Stärkung des Immunsystems durch den regelmäßigen Verzehr von Joghurt positiv auf die Vorsorge, die Reduktion der Erkrankungsschwere und die Dauer des Krankheitsverlaufes aus. Besonders effektiv geschieht dies bei: [3]

  • Magen-Darm-Infektionen (Gastroenteritis)
  • Durchfallerkrankungen (Diarrhoe)
  • Verdauungsproblemen (Obstipation)
  • Infektionskrankheiten (z.B. Erkältungen)
  • Nebenwirkungen von Antibiotika
  • Reduktion von Bluthochdruck (Hypertonie) [4]

Anwendung und Dosierung

Für die effektive Stärkung und Unterstützung der natürlichen Darmflora ist es wichtig, jeden Tag mindestens einen Joghurt (150 g) zu essen. Dabei muss es sich nicht unbedingt um einen teuren probiotischen Joghurt handeln: Wissenschaftliche Studien haben belegt, dass auch in einem normalen Joghurt ausreichend Milchsäurebakterien enthalten sind, um den Darm in gleichem Maße positiv zu beeinflussen und vor Infektionen zu schützen wie spezielle probiotische Sorten.[5][6]

Besonders zu empfehlen sind Naturjoghurts, da ihnen kein zusätzlicher Zucker beigefügt ist.

Alternativ zu Joghurt kann auch zu anderen Produkten gegriffen werden, die eine ähnliche Wirkung auf die Darmflora und das Immunsystem haben:[7]

  1. Buttermilch
  2. Kefir
  3. Schmand
  4. saure Sahne
  5. Molke

Nicht nur aufgrund der Milchsäurebakterien sind diese Nahrungsmittel gesund. Sie enthalten auch viel Eiweiß, Kalzium, Kalium, Magnesium, Jod sowie verschiedene Vitamine.

Zu beachten

Joghurt ist für jeden gesund, sogar bei Milchzuckerunverträglichkeit (Laktoseintoleranz) wird er im Gegensatz zu Milch oft gut vertragen. Ausnahme stellen hier Babys unter einem Jahr dar: Sie sollten keine Sauermilchprodukte bekommen, da ihre Nieren noch nicht ausgereift sind.[8]

Des Weiteren ist darauf zu achten, ein Produkt zu sich zunehmen, das keine großen Mengen an Zucker enthält. Dieser füttert schädlichen Mikroorganismen im Darm und kann bei entsprechender Zufuhr die gesunde Wirkung der Milchsäure zerstören.[9]


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Erkältung