Erkältung: Lebensmittel

Zwiebel gegen Erkältung (Hausmittel)

© PantherMedia / Joachim Opelka

Die vielfältige Zwiebel ist eines der wirksamsten Hausmittel, das seit langer Zeit zur Behandlung von Erkältungsbeschwerden eingesetzt wird. Wie Knoblauch hat die Zwiebel nicht nur eine stark antibiotische Wirkung[1], sondern auch schleimlösende und auswurffördernde Effekte auf den angeschlagenen Körper. Der nachfolgende Text informiert über nützliche Fakten zur Wirkung, Anwendung und Dosierung der Zwiebel.

Wirkungsweise (biologischer Prozess)

Die keimtötende Wirkung der Zwiebel[2] kommt durch die in ihr enthaltenen schwefelhaltigen Verbindungen zustande, die auch den charakteristischen Geruch der Knolle verursachen. Schwefelhaltige Verbindungen[3] sind nicht nur unerlässlich für gesunde Zellen und funktionstüchtige Schleimhäute, sondern stellen eine wichtige Unterstützung bei der Keimabwehr und Entzündungshemmung dar. Die Verbindungen werden abgeatmet, wobei die gesundheitsfördernden Wirkstoffe den Atmungstrakt passieren und dort schädliche Mikroorganismen abtöten. Zusätzlich wirken die ätherischen Öle desinfizierend und fördern die Schleimlösung und den Sekretabfluss aus den Atemwegen.

Vitamine (vor allem Vitamin C) und wichtige Mineralien (Calcium, Magnesium, Eisen) unterstützen das Immunsystem und verbessern das Wohlbefinden[4]. Vor allem Eisen sorgt für eine bessere Sauerstoffbindung an die roten Blutkörperchen und somit für eine verbesserte Versorgung des gesamten Körpers mit Sauerstoff. Der Wirkstoff Allicin der Zwiebel bedingt die Linderung vieler Erkältungsbeschwerden, da er der Wirkung von in Aspirin enthaltener Acetylsalicylsäure stark ähnelt. So unterstützt das Allicin die schmerzstillende, entzündungshemmende Wirkung der schwefelhaltigen Verbindungen.

Anwendung und Dosierung

Die bestmögliche Wirkung kann durch den rohen Verzehr der Zwiebel erzielt werden, da die enthaltenen Stoffe dann nicht verändert oder abgeschwächt werden. Dank ihrer antibiotischen Wirkung wird sie bevorzugt bei Entzündungen im Bereich der Nasennebenhöhlen (Sinus paranasales), des Rachens (Pharynx) oder des Halses (Collum) zur Schleimlösung und Hustenlinderung eingesetzt.

  • Als Ergänzung zu einem Tee[5] können klein geschnittene Zwiebelstücke mit heißem Wasser übergossen und ein bis zwei Mal täglich getrunken oder gegurgelt werden.
  • Ein bekanntes Mittel ist zudem selbst hergestellter Zwiebelsirup. Zur Herstellung werden klein gehackte Zwiebeln mit Honig oder Zucker aufgekocht. Nachdem sie 12 Stunden geruht haben, werden sie mit einem Tuch ausgepresst. Von dem so gewonnene Sirup kann mehrmals täglich ein Teelöffel eingenommen werden.
  • Die mit der Erkältung einhergehenden Ohrenschmerzen können mit Zwiebelsäckchen behandelt werden. Dazu eine Zwiebel schneiden, die kleinen Stücke in ein Tuch schlagen und dieses für eine Stunde auf das betroffene Ohr legen.

Die gewöhnliche Erkältungsdauer von etwa einer Woche kann mithilfe von Zwiebeln nicht drastisch verkürzt werden. Die Betroffenen können durch das Hausmittel jedoch ihre Beschwerden vermindern.

Zu beachten:

Starke Nebenwirkungen sind bei Zwiebeln nicht bekannt. Allerdings kann ein übermäßiges Verzehr zu Reizungen der Schleimhäute des Verdauungstraktes führen. Patienten mit Gerinnungsstörungen (Koagulopathie) sollten auf eine häufige Anwendung verzichten, da Inhaltsstoffe der Zwiebel (ähnlich dem Aspirin) eine blutverdünnende Wirkung haben. Der Mundgeruch, der durch den Zwiebelverzehr entsteht, ist eine Begleiterscheinung, die eventuell störende Ausmaße annehmen kann. Bei vorliegenden Immunerkrankungen wird die Anwendung von immunstärkenden Hausmitteln am besten mit dem Arzt des Vertrauens besprochen werden.


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Erkältung