Erkältung: Häufige Fragen

Medikamente gegen Erkältung (Stillzeit)

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Die häufigste Erkrankung des Menschen ist die Erkältung. [1] Sie wird in 90% der Fälle durch Viren verursacht. In einigen Fällen sind Bakterien, Pilze oder Reizstoffe verantwortlich für die Erkrankung. [2] Eine Erkältung ist eine akut auftretende Atemwegsinfektion. [3]

Zu den typischen Symptomen gehören Halsschmerzen mit Schluckbeschwerden, Schnupfen (Rhinitis) und Niesen. Sie können mit Symptomen auftreten, die denen einer Bronchitis ähneln, wie Reizhusten,Fieber (Pyrexie), Gliederschmerzen und zäher Auswurf. [4]

Auch in der Stillzeit kann eine Erkältung auftreten. Es wird vermutet, dass Stillende aufgrund von bestimmten Veränderungen des Immunsystems in der Schwangerschaft anfälliger für bestimmte Erreger sind. [5] Wichtig zu wissen ist, dass einige Medikamente in die Muttermilch übergehen können und deshalb vor einer medikamentösen Behandlung ärztlicher Rat sinnvoll ist. [6]

Medikamente bei Erkältungen in der Stillzeit

Eine harmlose Erkältung klingt zumeist auch ohne spezielle Therapie innerhalb einer Woche ab [7]. Allgemeinmaßnahmen wie eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zur Lösung des Sekrets (Sekretolyse),Salzwasserdampfinhalationen gegen eine verstopfte Nase oder Wickel/Umschläge gegen Husten und Heiserkeit (Dysphonie) können die Erholung bei einer Erkältung fördern. [8]

Daher ist die Linderung der vorhandenen Symptome Ziel einer medikamentösen Therapie. [9]

In der Stillzeit können folgende Medikamente hilfreich sein:

Ibuprofen: besonders bei Fieber mit Halsschmerzen bedingt durch eine Rachenentzündung (Pharyngitis) geeignet

Ibuprofen wirkt entzündungshemmend (antiphlogistisch), schmerzlindernd (analgetisch) und fiebersenkend (antipyretisch). Es hemmt die Bildung bestimmter Botenstoffe (Prostaglandine), die eine wichtige Funktion bei der Entstehung von Schmerzen, Fieber und Entzündungen haben. [10]

  • Nebenwirkungen: Häufige Nebenwirkungen sind Magen-Darm-Beschwerden (z. B. Sodbrennen, Übelkeit (Nausea), Erbrechen (Emesis). Es existieren außerdem seltenere Nebenwirkungen (z. B. Sehstörungen, Müdigkeit, Dünndarmgeschwüre, Magenblutungen).
  • Kontraindikationen: Gegenanzeigen für eine Behandlung mit Ibuprofen sind bestehende Blutungen, Geschwüre im Magen-Darm-Trakt und Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff.
  • Beispielmedikamente:
    • Apogen Ibuprofen 400®
    • Curadies Ibuprofen 400®
    • Ausbüttels 400mg Ibuprofen®
  • Anwendung: Die Medikamente sollten nicht länger als 4 Tage eingenommen werden. Es empfiehlt sich die Einnahme während einer Mahlzeit. Die Tageshöchstdosis liegt bei 3 Tabletten. Zwischen jeder Einnahme (1/2 – 1 Tablette) sollten mindestens 6 Stunden liegen. [11]
  • Wechselwirkungen: Ibuprofen kann Wechselwirkungen mit anderen Schmerzmitteln haben und so das Risiko für Magenblutungen erhöhen. Außerdem kann bei Kombination von Ibuprofen mit bestimmten Herzmitteln (Digoxin) die Konzentration eines Medikamentes im Blut erhöht werden. Deshalb ist es ratsam, besonders bei bestehender Medikation mit verschreibungspflichtigen Wirkstoffen, den Rat eines Arztes einzuholen.

Oxymetazolin: besonders geeignet bei beeinträchtigter Nasenatmung durch Schnupfen oder entzündete Nasenhöhlen (Rhinitis)

  • Wirkungsweise: Durch eine lokale Verengung von Blutgefäßen kommt es zur Abschwellung der Schleimhaut und zur Verminderung der Sekretproduktion.
  • Nebenwirkungen: Überempfindlichkeitsreaktionen und Reizzustände in der Nase sind möglich. Außerdem kann es bei längerer Gabe zur Austrocknung der Schleimhaut kommen.
  • Kontraindikationen: Gegenanzeigen für eine Behandlung sind Überempfindlichkeiten gegen den Wirkstoff und eine Austrocknung der Nasenschleimhaut mit Borkenbildung (Rhinitis sicca)
  • Beispielpräparate:
    • Nasivin Dosierspray für Erwachsene 0,05 %®
    • Nasivin ohne Konservierungsstoffe 0,05 %®
    • Wick Sinex avera 0,5mg/ml®
  • Anwendung/ Dosierung: Die Standarddosis liegt bei 1–2 Sprühstößen 2–3-mal täglich. Die Dauer der Verabreichung sollte eine Woche nicht überschreiten. [12]

Zu beachten

Eine gewöhnliche Erkältung klingt meist innerhalb einer Woche ab. Sollten die Symptome länger bestehen oder sich nicht bessern, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Es kann beispielsweise zu einer zusätzlichen Infektion mit Bakterien kommen (Superinfektion), was eine antibiotische Therapie notwendig machen würde. [13] Ein Arzt sollte außerdem aufgesucht werden, falls Vorerkrankungen bestehen (v. a. der Lunge). Auch Verläufe, bei denen ungewöhnlich starke Schmerzen oder hohes Fieber > 38,5 °C über zwei Tage auftreten, sollten ärztlich abgeklärt werden, da es sich hierbei evtl. um eine Grippe (Influenza) handelt. [14]


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Erkältung